Donnerstag, der 2. April 2020: Obdachlose, Geflüchtete und Senioren leiden besonders

Für alle LeserFür Obdachlose, Geflüchtete sowie Senioren und andere Pflegebedürftige ist die Coronakrise besonders problematisch. Die einen leiden unter fehlenden Einnahmen durch den Verkauf einer Straßenzeitung, andere sind von fehlender Hygiene und starker Isolation betroffen. Heute wurde außerdem bekannt, dass die Modernisierung der Hauptfeuerwache deutlich teurer wird. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 2. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

Für fast alle Menschen stellt die Coronakrise eine große Herausforderung und eine starke Belastung dar. Doch manche Menschen sind besonders betroffen. Dazu zählen beispielsweise Obdachlose auf vielfältige Weise.

Ein Aspekt, warum sie besonders betroffen sind, betrifft das Straßenmagazin „Kippe“. Weil die Verkäufer/-innen die Zeitung nicht wie gewohnt in der Stadt verteilen können, sind die in Armut lebenden Menschen, die von dem Verkauf profitieren, nun noch stärker gefährdet. Die neue „Kippe“ steht deshalb online als kostenloses PDF zur Verfügung, für das es im Gegenzug möglichst eine Spende geben sollte. Im Straßenverkauf kostet eine Ausgabe zwei Euro.

Auch Geflüchtete leben momentan im Ausnahmezustand – noch mehr als sowieso und von jenen auf den griechischen Inseln mal ganz zu schweigen. Das MDR-Magazin „Exakt“ berichtete gestern Abend über die hygienischen Missstände in der Massenunterkunft in Dölzig nahe Leipzig, wo es auf den Toiletten an Seife und Papier mangelt. Zudem leben die Menschen auf engem Raum beieinander.

Infektionen im Pflegeheim

Problematisch ist die Situation auch gerade für Bewohner/-innen von Pflege- und Altenheimen. Diese sind besonders gefährdet und dürfen zudem keinen Besuch von außen empfangen. In einem Pflegeheim im sächsischen Hohnstein beispielsweise sind zehn Bewohner/-innen und mehrere Mitarbeiter/-innen infiziert (via MDR). Das Personal von Pflegediensten fühlt sich mittlerweile im Stich gelassen, wie der MDR in einem weiteren Beitrag berichtet.

Eine weitere Konsequenz aus der Coronakrise gibt es auch am Leipziger Hauptbahnhof, wo die Buchhandlung Ludwig wegen starken Umsatzrückgangs schließen musste (via LVZ). Der Laden hatte kürzlich schon einmal geschlossen, weil dort auch Bücher verkauft werden, was aktuell nicht erlaubt ist. Dann waren diese von den Presseerzeugnissen klar abgetrennt worden.

Ergänzungswahl für Ortschaftsrat abgesagt

Und auch eine weitere Wahl ist betroffen: Die Landesdirektion Sachsen hat die für den 24. Mai geplante Ergänzungswahl für den Ortschaftsrat Rückmarsdorf abgesagt, teilte die Stadt Leipzig heute mit. Eine normale Wahlvorbereitung mit Wahlkampfveranstaltungen sei nicht möglich, so die Begründung.

Was heute außerdem wichtig war: Die Modernisierung der Hauptfeuerwache wird laut Branddirektion rund 7,2 Millionen Euro teurer als geplant. Die Mehrkosten entstehen demnach durch sichtbar gewordene Mängel an tragenden Bauteilen und die „hohe Nachfrage im Bausektor“. Die Gesamtkosten erhöhen sich dadurch auf 26,3 Millionen Euro. Der Stadtrat muss noch darüber abstimmen. Wir berichten am Freitag ausführlich über das Thema.

Corona in Leipzig: Gähnende Leere in Bussen und Bahnen, aber der ÖPNV läuft

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