Männer filmen Frauen heimlich, neuerdings auch mit sogenannten Smart Glasses. Die Aufnahmen landen in sozialen Medien und zeigen intime oder sexualisierte Momente. Auf Antrag der Grünen-Fraktion hat sich der Stadtrat mit der Situation in Leipziger Sportbädern beschäftigt. Dort sind solche Brillen schon verboten, sollen jetzt aber explizit in der Hausordnung genannt werden.
Vermutlich seit es Fotoapparate und Videokameras gibt, gibt es auch Menschen – meist Männer –, die andere Menschen – meist Frauen – heimlich aufnehmen. Das entstandene Material kann die Betroffenen in intimen Momenten zeigen – aber auch in alltäglichen Situationen, die sexualisiert werden.
Aktuelles Beispiel dafür ist das Oktoberfest. Dort gibt es unzählige Aufnahmen von Frauen, deren Unterwäsche zu sehen ist, wenn sie mit dem „Teufelsrad“ fahren. Die Videos landen unter anderem in den sozialen Medien.
Für große Diskussionen sorgten zuletzt auch sogenannte Smart Glasses, also Brillen, die Videos aufzeichnen können. Auch das wurde – meist von Männern – genutzt, um Frauen heimlich in der Öffentlichkeit zu filmen.
Die Grünen-Fraktion im Leipziger Stadtrat nahm das Problem zum Anlass für einen Antrag. Es sollte sichergestellt werden, dass solche Smart Glasses in Leipziger Schwimmbädern ausdrücklich verboten werden. Zudem sollte das Personal entsprechend sensibilisiert werden.
Als Beispiel für die Problematik mit den Brillen nannte Grünen-Stadträtin Sylvia Herbst-Weckel den Fall von Lisa Damm. Diese wurde zwar nicht in einem Schwimmbad gefilmt, sondern auf offener Straße – aber auch hier waren Smart Glasses im Einsatz. Ein Mann hatte sie angesprochen, sie hatte geantwortet, dann war das Gespräch vorbei – doch im Internet fand sich dann ein Video von dieser Situation.
Zumindest die Sportbäder in Leipzig scheinen das Problem auf dem Schirm zu haben. Wie aus der Stellungnahme der Verwaltung zum Grünen-Antrag hervorgeht, sind die Brillen zwar nicht explizit verboten, aber es ist klar, dass sie beim Foto- und Filmverbot in der Hausordnung mitgemeint sind. Bereits im Juni habe es zudem eine interne Mitteilung an die Mitarbeiter*innen gegeben, wie mit Smart Glasses umzugehen ist.
Die Sportbäder teilten zudem mit, dass Smart Glasses künftig in der Hausordnung namentlich genannt werden sollen. Damit waren die Grünen zufrieden, ließen den Verwaltungsstandpunkt abstimmen und erhielten ein einstimmiges Votum vom Stadtrat.
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