Israel intensiv (5): „Da ist der Mensch!“

Für alle Leser„Liebe Fanatiker“ – das Buch des israelischen Schriftstellers und Friedensaktivisten Amos Oz (Link zur Buchbesprechung unter diesem Beitrag) - gab mir den freiwilligen Anstoß, mich im Vorfeld der Israel-Reise mit den politischen Dogmen der Gegenwart, den praktischen und schrecklichen Auswüchsen der Ideologien, der „-ismen“ unserer Zeit zu beschäftigen. Der Nahe Osten ist dafür geradezu ein Prototyp an Ideologie- und deren Erklärungsvielfalt.

Schon die unterschiedlichen Bezeichnungen für das kleine Land am Jordan stellen das permanente Konfliktpotenzial dar: Israel und Palästina sind neben der zentralen Rolle der dauernden Auseinandersetzung zwischen jüdisch-westlicher und arabisch-morgenländischer Kultur, zwischen Holocaust-Überleben und Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung nach 1945 ebenso ein religionspolitisches Spannungsfeld.

Es ist schwierig, da durchzublicken, in Israel Gerechtigkeit zu entdecken oder gar Wahrheit zu finden. Die Erklärungsmodelle der Geschichte sind wie die gegenwärtigen Erklärungs- bzw. Rechtfertigungsmuster oftmals diametral entgegengesetzt.

„Zurück zu den Wurzeln“ lautete der Wahlspruch der frühen Aufklärer im Renaissance-Zeitalter des späten Mittelalters. In der Hoffnung, in Mythen und Religionen die „Wahrheit“ der Erlösung von Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu finden. Das von den Römern beherrschte Volk der Juden bringt im „Besatzungsgebiet“ vor etwa 2000 Jahren einen eigenartigen Befreier hervor.

Er redet von Vergebung, hat ein Herz für die Barmherzigen und predigt Frieden für die Sanftmütigen. Er spricht für die Schwachen, für die Wehrlosen, die Unterprivilegierten, die „Abgehängten“. Nicht für die Priesterschaft, die Schriftgelehrten, die sich mit den Besatzern irgendwie arrangiert haben, pragmatisch handeln, keine humanistische Vision haben. Dafür werden sie ihn bestrafen. Aber die Bestrafung der unmenschlichen Kreuzigung kehrt sich post mortem sozusagen in ihr Gegenteil um. Das Hinrichtungsgerät wird zum Symbol einer Befreiung, einer Erlösung, einer Hoffnung.

Schöne Geschichte. Die Realität vor den Tat-Orten sah und sieht meist anders aus. Die Kreuzfahrer wateten knietief im Jerusalemer Blut auf ihren „Missionarsreisen“ ins mittelalterliche Morgenland, „Hexen“ wurden „im Namen des Herrn“ verbrannt, für „Gott, Kaiser und Vaterland“ auf den Schlachtfeldern gestorben. Umso wichtiger nachzuschauen, wie es heute im Jahre 2018 an den mythologischen „Ur-Orten“ der Weltreligionen aussieht. Nicht ganz so vermessen, dachte ich, mal nach Christus schauen, ist schon anspruchsvoll, ja vermessen genug.

Bethlehem und Jerusalem. Geburts- und Sterbeort des „Messias“

Ein Muss, will man sich in die „Champions League“ der christlich-jüdischen Reliquienkultur begeben. Aus der „Geburtskirche“ falle ich gleich vor Panik rückwärts wieder hinaus. Massen von Menschen zwängen sich durch das Eingangsloch (Tür kann man es nicht nennen) in den Altarraum, um dann über eine Wendeltreppe in die Kellerräume der „Geburtsgrotte“ zu gelangen.

Gegen eine nicht geringe Gebühr bietet ein findiger „Guide“ das Vorbeischleusen an den drängelnden Massen an. Nichts für mich, es ist keine Soziophobie, nur Angst vor den ungeduldigen Menschen, die so ganz unchristlich in ihrem „weihevollen“ Verhalten dem Jesuskind nahe sein wollen.

Ich atme tief durch, als mir nach meiner Flucht aus der Kirche gegen 18 Uhr draußen die abendliche Sonne Bethlehems ins Gesicht blinzelt. Ich fühle mich befreit. Schaue auf eine Tafel gegenüber der Kirche („Jesus – The Prince of Peace“) und mir wird klar: Frieden, achtsamer Umgang miteinander, der sich im Vortritt-Lassen des anderen ausdrückt, den ich ja wie mich selbst lieben soll, kann sich nur im menschlichen Ausdruck zeigen, nicht indem ich einem magischen Loch folge, aus dem ein passionierter Säugling gekrochen sein soll.

Darüber gibt es an diesem Abend keine Zweifel mehr. Die bzw. andere kommen vielmehr beim genaueren Betrachten des gegenüberliegenden Tafeltransparentes. Da steht, dass das Wirken des Gottessohnes sich darin zeigt, auch für die Freiheit Palästinas zu sein. Folgt man ihm, müsste die Gerechtigkeit für alle gelten.

Klingt plausibel, ist wieder in der israelischen Praxis schwer umzusetzen. Hier stehen sich Anspruch und das Recht auf das Recht in zweierlei Gestalt gegenüber. (Auch hierzu später noch einmal mehr.) Jedenfalls: Bethlehem liegt im palästinensischen Westjordanland. Hatte ich beinahe vergessen.

Auf ins knapp 10 km entfernte Jerusalem

Die Grabeskirche in Jerusalem. Foto: Jens-Uwe Jopp

Die Grabeskirche in Jerusalem. Foto: Jens-Uwe Jopp

Für mich die Stadt der Städte. Jerusalem an der Grenze zur Westbank. Keine Metropole der Erde ist so oft zerstört und wiederaufgebaut worden in der Geschichte, seit sich Menschen irgendwo fest anzusiedeln begannen. Die Etymologie des Namens – im Arabischen „Al-Quds“ spricht von der „Heiligen Stadt“, im Hebräischen meint man ein „Shalom“ (Frieden) in der Deutung zu entdecken.

Kurz und gut, Jerusalems Status ist umstritten, nach wie vor, sieht man mal von den außenpolitischen Kapriolen Donald Trumps ab, sie widerrechtlich zur Hauptstadt Israels zu erklären. Ich finde, sie sollte international bleiben, niemandem und allen gehören. Eine Stadt wie ein Geschichtsmuseum, sie beherbergt zentrale Symbole aller abrahamitischen Religionen, die Klagemauer, den Felsendom und Al-Aqsa auf dem Tempelberg sowie die Grabeskirche Jesu. Und überall wird eifersüchtig und misstrauisch aufgepasst, dass nicht die „Falschen“ irgendetwas in ihre „richtigen“ Hände bekommen. Oder war es umgekehrt?

Beispiel gefällig? In besagter Grabeskirche in Jerusalem, wenn man die Leidensstationen (Via Dolorosa) des verurteilten Christus abgelaufen hat, muss ein muslimischer Beamter die Kirche auf- und wieder zuschließen, wenn die orthodoxen Religionsgemeinschaften (Armenier, Griechen, Äthiopier …) teilweise mit der Stoppuhr in der Hand über die vereinbarte Nähe zum Heiland an dessen unmittelbarem Ende vom Golgathaweg wachen. Sie sich schwer darüber einigen können, wer dann am Abend das Licht im Dunkeln der prachtvoll ausgestatteten Grabeskirche löschen darf. Ja, es ist wirklich so. Verrückt.

Fällt einem gleich beim Betreten der heiligen Stätte auf. Besonders gläubige Christen auf Knien streicheln und küssen den Stein, auf dem der Heiland verendete, an Hygienevorschriften mag man in diesem Augenblick nicht denken. In Jerusalem ist eben alles anders. Überall riecht es nach Rosenöl, was auf den Golgatha-Stein gekippt wird, Kerzen werden damit eingerieben, vermutlich, um sie zu weihen, um dann ein Stück des antirömischen Partisanen mit sich herumzutragen. Wie kann man nur so abergläubisch sein? Sich derartig vordrängeln mit den Ellenbogen?

Draußen auf dem Vorplatz marschiert mittlerweile irgendein wichtiger Patriarch ein. Ich werde an die Wand gedrängt, bekomme fast keine Luft mehr, so sehr „sorgen“ sich die „Christen“ aus aller Welt um ihren Nächsten. In Panik kralle ich mich an einem griechischen Christusanhänger fest, der mir versichert, ich müsste nur die nächsten 20 Minuten ruhig bleiben und durchhalten. Na prima.

Besonders gläubige Christen streicheln und küssen den Stein, auf dem der Heiland verendete. Foto: Jens-Uwe Jopp

Besonders gläubige Christen streicheln und küssen den Stein, auf dem der Heiland verendete. Foto: Jens-Uwe Jopp

Aber es gibt sie auch hier, Menschen mit mitmenschlichen Gefühlen, auch wenn man ans eigene Wohl und Wehe denkt. Die restlichen Teilnehmer der Prozession vor der Grabeskirche scheinen das anders zu betrachten. Eigentlich traurig: Will man dem Gottessohn nahe sein, scheint man seine Botschaft von Liebe und Frieden zu vergessen? Nur: Ist es bei uns so viel anders, wenn wir seine Geburt zu Weihnachten feiern? Fällt mir auch dazu ein, als ich wieder Luft bekomme. An einem Nachmittag in Jerusalem.

Teil 6 von Israel intensiv: Gegen das Vergessen in Yad Vaschem

Liebe Fanatiker: Drei Plädoyers von Amos Oz

Zur Reihe „Israel intensiv“: Jens-Uwe Jopp war 14 Tage auf einer ungewöhnlichen Reise in Israel, welche ihn in viele verschiedene Teile des Landes führte. Ziel und ein Höhepunkt der Reise war dabei auch Ismail Khatib zu treffen. Sein Sohn Ahmed Khatib war 2005 irrtümlicherweise von israelischen Soldaten erschossen worden, sein Vater gab daraufhin die Organe zur Transplantation an jüdische Kinder frei. Diese Geste erregte ein weltweites Interesse, die Dokumentation „Das Herz von Jenin“ (Trailer im Video) zeigt die Geschichte. Ismail Khatib ist heute weltweit bekannt und hat eine Organspendeplattform „Search of Life“ ins Leben gerufen.

Hier ist der mehrteilige Bericht von Jens-Uwe Jopp über Erlebnisse und Stationen unter anderem in Tel Aviv (Jaffa), Haifa, Qalanzawe (20 km östlich von Netanja), See Genezareth und Tabgha, Jenin im Westjordanland, Bethlehem (Westjordanland), Totes Meer, Jerusalem, Akko (eine alte Kreuzfahrerhauptstadt am Mittelmeer), Kapernaum (die „Petrusstadt“), Nazareth, Massada und Caesarea.

Zum Autor: Jens-Uwe Jopp ist Lehrer am Schiller Gymnasium. Ein ungewöhnlicher Leipziger Pädagoge für Deutsch und Geschichte, denn viele Leser kennen ihn auch als Autor der LEIPZIGER ZEITUNG oder Organisator der „Schiller Akademie“, wo er und seine Schüler unter anderem bereits mit Friedrich Schorlemmer über aktuelle Zeitfragen diskutierten.

Am 13. November 2018, ab 16 Uhr, findet diese übrigens erneut statt, dann mit einer Diskussionsrunde mit Dr. Gregor Gysi und einem Livestream auf L-IZ.de.

Israel intensiv: An der Judäischen Volksfront

IsraelJerusalemBethlehem
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Es gibt nicht mal Zahlen zum Erfolg der Rundverfügung des Generalstaatsanwalts zu Bagatelldelikten vom März 2019
Schriftzug über dem Haupteingang des Leipziger Landgerichts. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEigentlich hätte es Franz Sodann, Landtagsabgeordneter der Linken, schon ahnen können, als er seine Anfrage zum „Vollzug der Rundverfügung Bagatelldelikte“ stellte. Die heißt zwar nicht so, sondern „Rundverfügung zur einheitlichen Strafverfolgungspraxis sowie zur Strafzumessung und zu sonstigen Rechtsfolgen“. Sie gilt seit dem 1. März und wurde von Generalstaatsanwalt Hans Strobl verfügt. Und was zu erwarten war: Kein Mensch kann nachvollziehen, was sie gebracht hat.
Leichenfund im Clara-Zetkin-Park: Polizei veröffentlicht Bild des Toten und bittet um Mithilfe
Der abgesperrte Fundort der Leiche am Donnerstag. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Nach dem Fund einer Leiche im Inselteich des Clara-Zetkin-Parks am Donnerstag steht fest, dass es sich bei dem Toten um einen älteren Mann handelt und er gewaltsam zu Tode kam. Zur Klärung seiner Identität bittet die Leipziger Polizei nun die Öffentlichkeit um Unterstützung und hat ein Foto mit Beschreibung äußerer Merkmale des Mannes veröffentlicht.
Auch am 27. September ist ein Seifenkistenrennen auf dem Fockeberg undenkbar
Fockebergmarkt im vergangen Jahr. Foto: Tine Zeiler

Foto: Tine Zeiler

Für alle LeserEs sollte der 29. Prix de Tacot werden am 10. Mai auf dem Fockeberg. Doch Corona machte auch diesem von der naTo veranstalteten Traditionsereignis den Garaus. Auch wenn man im Haus am Südplatz noch zuversichtlich war, dass man das Rennen im Herbst würde nachholen können, genauer: am 27. September. Doch auch das wird nichts. Weder ist Corona aus der Welt verschwunden, noch kann man bei so einem Rennen die berühmten AHA-Regeln einhalten.
Extreme Dürreperioden in Mitteleuropa werden zunehmen, wenn wir den Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken
Niedrigstwasser in der Elbe in Dresden im Jahr 2018. Foto: André Künzelmann / UFZ

Foto: André Künzelmann / UFZ

Für alle LeserEigentlich ist es seit über zwanzig Jahren bekannt, was die Klimaerwärmung speziell auch für Sachsen bedeutet, das neben den längeren Hitzeperioden auch besonders von zunehmenden Dürreperioden betroffen ist. Das dritte Jahr hintereinander erlebt Sachsen so ein Jahr. Und Entwarnung gibt es keine. Im Gegenteil. Das in Leipzig heimische Umweltforschungszentrum sieht noch mehr Dürren und Trockenzeiten auf uns zukommen. Denn den Treibhausgasausstoß haben wir noch immer nicht gesenkt.
Aus großer Wiese entsteht in Liebertwolkwitz ein neuer Park direkt vorm Seniorenheim
Der Entwurf für den neuen Park in Liebertwolkwitz. Grafik: Stadt Leipzig / Landschaftsplanungsbüro Köhler

Grafik: Stadt Leipzig / Landschaftsplanungsbüro Köhler

Für alle LeserBis jetzt war es immer nur eine große grüne Wiese an der Getreidegasse. Wenn man am Bahnhof Liebertwolkwitz ausstieg und die Getreidegasse hinunterging, kam man am Weiher vorbei, dahinter tauchte dann die Wiese auf. Doch die wird derzeit zu einem richtigen Park umgestaltet. Am 13. August soll der neue Park der Öffentlichkeit übergeben werden. Und besonders freuen wird das die Bewohner des benachbarten Seniorenheims.
Der Bambusspross wird zum Bambusstamm: Erstaunlich lebendige Spruchweisheiten aus Kambodscha
Gabriele und Ngen Yos: Der Bambusspross wird zum Bambusstamm. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserManchmal ist es wirklich nur die Sprache, die uns daran hindert, in den Kulturen fremder Völker uns selbst wiederzufinden, das Vertraute, das allen Völkern gemeinsam ist. Denn alle Menschen müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten, mussten Land urbar machen und miteinander klarzukommen lernen. Wären da nicht ein paar Tiere, die es nur in Südostasien gibt, die Sprichwörter, die Gabriele und Ngen Yos jetzt veröffentlicht haben, könnten manchmal auch aus deutschen Sammlungen stammen.
Freitag, der 7. August 2020: Von „Warnungen aus der Nachbarschaft“ zu „Weimarer Verhältnissen“
Im Vordergrund: ein schwarzer Block; im Hintergrund: ein schwarzer Block. Foto: Tim Wagner

Foto: Tim Wagner

Für alle Leser/-innenAls vor drei Jahren einige hundert Antifaschist/-innen in Wurzen demonstrieren wollten, reagierten Einwohner/-innen, indem sie Geschäfte verbarrikadierten. Ähnlich unverhältnismäßig fielen nun die Reaktionen auf die Ausladung einer Kabarettistin in Hamburg aus, gegen die angeblich Linke gewaltsam vorgehen wollten. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 7. August 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Einkommenstatistik 2018: Sachsen ist kein gutes Pflaster für Selbstständige
Primär- und Verfügbare Einkommen 2018. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle Leser„Verfügbares Pro-Kopf-Einkommen stieg im Jahr 2018 in Sachsen um 3,3 Prozent bzw. 646 Euro“, meldete am Donnerstag, 6. August, das Statistische Landesamt. Das klang erst einmal gut. Denn wenn die Sachsen 2018 mehr Einkommen hatten, mussten sie sich ja weniger vor Armut fürchten, oder? Aber tatsächlich erzählt die sächsische Statistik von einer nicht gerade unwichtigen Entwicklung bei den Beschäftigten – nämlich dem schleichenden Verlust an Selbstständigen.
LVB wollen Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz demontieren und dafür die Haltestelle deutlich vergrößern
Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einigen Wochen ist in den Straßenbahnen, die von der Eutritzscher Straße her die Haltestelle Wilhelm-Liebknecht-Platz ansteuern, die Ansage zu hören: Vorsicht! Die Haltestelle ist nicht barrierefrei! – Das überrascht, den eigentlich hat die Haltestelle Hochborde, die ein Einsteigen auch mit Rolli und Kinderwagen problemlos möglich machen. Aber eine Stadtratsvorlage zeigt jetzt, wo das Problem liegt: Die Bahnsteige sind zu kurz.
Mutmaßlicher Komplize will auspacken: Mammut-Mordprozess um verscharrten Geschäftsmann am Landgericht geplatzt
Er soll den Mord in Auftrag gegeben haben: Hüseyin D. (51, r.), hier 2018 bei seiner Vorführung am Landgericht. Er kam nun aus der U-Haft frei. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEin ebenso spektakuläres wie zähes Verfahren um die Tötung eines Geschäftsmannes im Leipziger Norden vor fast sechs Jahren wird komplett neu aufgerollt. Dabei schien der Prozess nach über zwei Jahren seinem Ende nahe. Doch nun meldete sich überraschend ein mutmaßlicher Mittäter zu Wort, der seit Jahren untergetaucht ist. Bringt er eine Wende in den verworrenen Fall?
Trödelei bei sächsischen Regionalplänen macht das neue Klimaprogramm zum zahnlosen Tiger
Windräder am BMW Werk im Leipziger Norden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Sächsische Energie- und Klimaprogramm ist ein Thema, bei dem nicht nur Marco Böhme, Energie- und Klimaschutzpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, wie auf Kohlen sitzt. Im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen wurde zwar ein schnellerer Ausbau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen beschlossen. Aber tatsächlich stockt der Ausbau, während die Landesregierung ganz offiziell für den Weiterbetrieb der schmutzigen Kohlekraftwerke gekämpft hat. Bremst da jemand?
In diesem Buch stirbt jeder: Die lustvolle Demontage des Romaneschreibens in einem Roman von Beka Adamaschwili
Beka Adamaschwili: In diesem Buch stirbt jeder. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVor ein paar Jahren hat der georgische Autor Beka Adamaschwili seinen Helden Piere Sonnage in die Literatenhölle geschickt. Das Buch gefiel nicht nur den Georgiern. Vielleicht auch, weil Adamaschwili sie nicht mit den Malaisen der gegenwärtigen georgischen Politik oder der jüngeren Geschichte konfrontierte. Im Gegenteil: Augenzwinkernd nahm er sie mit in die großen Bücher der Weltliteratur. Denn nichts öffnet Horizonte so sehr wie große Literatur. Auch wenn der Autor darin seltsame Dinge anstellt.
Haltungsnote: „Jump, you Fuckers“ – Eine Kolumne über Börsencrash und Steuergerechtigkeit
Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. Foto: Erik Weiss Berlin

Foto: Erik Weiss Berlin

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelAls 2008 die Finanzkrise begann, forderten Demonstranten, dass die Banker, die die Krise verursacht hatten, gefälligst aus ihren Bürotürmen springen sollten. So, wie das einige der Bankrotteure am Schwarzen Freitag 1929 getan hatten. Es sagt viel über den Fortschritt der Zivilisation aus, dass beim Bankencrash 2008 kein einziger Banker zerschmettert auf dem Büropalasthofpflaster landete. Stattdessen betonte die Bankerelite nur kurz nachdem der erste Staub sich gesetzt hatte, wie gefährlich es sei, jetzt etwa die Boni einzufrieren.
Donnerstag, der 6. August 2020: Die Kurve steigt wieder an
Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz kritisiert die Kritik an den Kritikern der Corona-Maßnahmen. Foto: Arnold Vaatz

Foto: Arnold Vaatz

Für alle Leser/-innenDie Tage, an denen in Sachsen kein einziger neuer Coronafall dazu kam, sind offenbar vorläufig gezählt. Allein seit Montag hat es 45 neue Fälle gegeben. Zu den Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen hat sich der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz geäußert – und klingt dabei nicht viel anders als jene, die auf der Straße waren. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 6. August 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Eine Line ziehen macht glücklich und gesund: Slacklinen in Leipzig
Slackline-Romantik vorm Stelzenhaus. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelSie sind unter uns, man kann sie sehen – jeden Mittwoch im Clara-Park oder sogar auch schon am Karl-Heine-Kanal: Slackliner. Diese Menschen, die über ein schmales Seil balancieren und dabei die komischsten Verrenkungen machen, um nicht herunterzufallen. In Polen werden die Lines sogar an Kirchtürme und Rathäuser gespannt, in Tschechien hängen sie zwischen Felsen. In Leipzig versucht der Verein Slacknetz Leipzig e. V., den Sport prominenter zu machen. Vielleicht klappt das ja bald zum Stadtfest? Ruthger Fritze gehört dem Verein an und erklärt die Faszination des Sportes.