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Polizeibericht, 21. September: Fahrraddiebe gestellt, Komplexkontrolle am Willy-Brandt-Platz, Zündler unterwegs

Aufgrund eines Zeugenhinweises konnte die Polizei zweier Fahrraddiebe habhaft werden +++ Zum wiederholten Male führte die Polizeidirektion Leipzig am gestrigen Tag eine Komplexkontrolle am Willy-Brandt-Platz und den angrenzenden Parkanlagen durch +++ In einem Mehrfamilienhauses in der Stuttgarter Allee legte ein Zündler gleich zweimal Feuer in Fahrstühlen.

Zwei Fahrraddiebe nach Zeugenhinweis gestellt

Am frühen Mittwochmorgen beobachtete ein Zeuge (33) zwei südländisch anmutende Männer, welche sich augenscheinlich am Roßplatz an einem fremden Fahrrad zu schaffen machten. Nachdem sie hierbei ein lautes und knackendes Geräusch verursachten, verließen sie zwar kurz den Ort, wohl aber nur im Interesse, ihr Entdeckungsrisiko zu minimieren. Schon bald darauf kehrten sie zurück, nahmen das Fahrrad an sich und entfernten sich in Richtung Augustusplatz.

Aufgrund der Personenbeschreibung und des noch geringen Personenaufkommens konnten die beiden Diebe schließlich am Willy-Brandt-Platz gestellt werden. Bei der Durchsuchung des 17-Jährigen und des 41-Jährigen wurden zudem betäubungsmittelverdächtige Substanzen aufgefunden, woraufhin die Staatsanwaltschaft auch die vorläufige Festnahme und die Aktenvorlage anordnete, um am Vormittag eine richterliche Haftprüfung anzugehen. Letztlich ließ sich jedoch keine Untersuchungshaft begründen, weshalb beide Männer gegen Mittag wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Für den 17-Jährigen war dieser Umstand allerdings nur von kurzer Dauer – siehe nachfolgende Meldung.

Repression als letzte Stufe der Integration?

Zum wiederholten Male führte die Polizeidirektion Leipzig am gestrigen Tag eine Komplexkontrolle am Willy-Brandt-Platz und den angrenzenden Parkanlagen durch. Dabei kamen über 50 Beamte der mit der Bundespolizei eingerichteten Ermittlungsgruppe „Bahnhof/Zentrum“, der Fahrradstaffel, der Diensthundestaffel, der Bereitschaftspolizei und der Kriminalpolizei zum Einsatz. Ab etwa 12:30 Uhr nahmen zivile Aufklärungskräfte einen verstärkten Zulauf von Personen mit südländischen Äußeren wahr, die augenscheinlich Markenkleidung trugen und zudem rege damit beschäftigt waren, untereinander neuwertige Bekleidung auszutauschen. Offenbar hatten die Männer die Gegenstände – vor der Mittagspause – ganz frisch erworben, denn sie trugen noch Preisschilder.

Im Zuge der späteren Kontrollmaßnahmen mussten uniformierte Beamte zu ihrer großen Überraschung jedoch feststellen, dass sich hierunter gestohlene Ware befand. Wegen des Vorwurfs, versucht zu haben, mit Betäubungsmitteln Handel zu treiben, wurde zudem ein minderjähriger Asylbewerber (17) vorläufig festgenommen und die Beamten trafen in den Parkanlagen auch noch auf einen weiteren minderjährigen Asylbewerber, welcher bis dato Vermisstenstatus trug. Ferner nutzte ein bisher gar nicht registrierter Mann sogleich die Gelegenheit, um gegenüber den auf ihn zukommenden deutschen Behörden spontan seinen Asylwunsch zu formulieren. Daneben wurden mehrere ausländerrechtliche Verstöße, ein nach Diebstahl zur Fahndung stehendes Smartphone und fünf Betäubungsmitteldepots festgestellt.

Von den ebenfalls festgestellten offenen Haftbefehlen (fünf) vereinte ein Mann (der einzige Deutsche im Bunde) allein vier auf seine Person. Jener führte zwar auch noch Betäubungsmittel mit, war damit aber wiederum nicht allein – drei weitere, bereits einschlägig polizeibekannte Tatverdächtige taten es ihm gleich. Da im Verlauf der Kontrollen ein Verdrängungseffekt sichtbar wurde, weiteten die Beamten die Maßnahmen letztlich auch auf den Bereich der Eisenbahnstraße und des Stadtteilparks Rabet aus.

Die Polizeidirektion Leipzig wird die tagtäglichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Straßenkriminalität auch künftig durch derartige Komplexkontrollen ergänzen. Es ist zu keiner Tageszeit hinzunehmen, dass Personen – gleich welcher Nationalität und Herkunft – den öffentlichen und zur Erholung gedachten Raum in Beschlag nehmen, um dort ungestört mit Betäubungsmitteln zu handeln und im näheren Umfeld der Beschaffungskriminalität nachzugehen.

Die Pressemitteilung erfolgte im Wissen um die einseitige Wahrnehmung der Polizei, welche berufsbedingt fast ausschließlich und nicht zu knapp mit negativen Aspekten des Flüchtlingszustroms befasst ist. Sie dient daher ausdrücklich nicht der Pauschalisierung und der Ausbildung/Bestärkung von Stereotypen.

Erinnerung an Hannes Hüttner: „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“

Die Rettungsleitstelle rief gestern Abend Feuerwehr und Polizei zur Hilfe. Hintergrund: Die Brandmelder eines Mehrfamilienhauses in der Stuttgarter Allee waren auf verschiedenen Etagen eingelaufen. So eilten die Feuerwehren Südwestwache und FFW Grünau herbei und suchten im kompletten Wohnhaus nach möglichen weiteren Brandherden. Dabei entdeckten sie in einem der beiden Fahrstühle die Überbleibsel eines Feuers. Dieses Feuerchen im Fahrstuhl hatte mutmaßlich auf mehreren Etagen des Hauses den Brandmelder ausgelöst. Wäre jenes zu einem großen Flammenbrand herangewachsen, hätte es auf das Gebäude übergreifen und damit die Anwohner stark gefährden können, so ein Experte. Außerdem fanden die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Fahrstuhl einen Farbkanister. Nicht auszudenken, wenn dieser ebenfalls den Flammen zum Opfer gefallen wäre.

Nach Kontrolle des Hauses machten sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr, ebenso wie die Gesetzeshüter, auf den Rückweg. Doch nicht lange danach mussten sie erneut ausrücken. Im selben Haus hatte nun ein Zündler im anderen Fahrstuhl eine Plastiktüte angezündet. Dieses Mal entdeckte ein 20-Jähriger das Feuer und löschte dieses. Danach informierte er über die Rettungsleitstelle Polizei und Feuerwehr. Noch einmal prüfte die Feuerwehr Ecken und Winkel des Mehrfamilienhauses, um auszuschließen, dass keine weiteren Brandherde vorhanden waren, die die Sicherheit der Anwohner gefährdeten. Nach Abschluss dieser Prüfung fuhren Feuerwehr und Polizeistreife zurück auf die Wache. Fazit: Beide Brände hinterließen auf dem Fußbodenbelag der Aufzüge Schäden, deren Höhe allerdings noch nicht abschließend beziffert werden konnten. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen schwerer Brandstiftung.

Kennzeichen abgerissen

Wahrscheinlich trieb die pure Zerstörungswut denjenigen, der von drei geparkten Autos auf dem Parkplatz zwischen Dimitroffstraße und Nonnenmühlgasse die Kennzeichen abriss. Anders lässt kaum erklären, dass er gestern Abend die Kennzeichen direkt neben den Autos, einem BMW 520 d, einem Ford Focus und einem Smart fortwo coupe fallen ließ. Jedenfalls waren die Halterungen beschädigt und die Kennzeichen zum Teil verbogen. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung.

Überraschung auf dem Balkon

 

Gestern Nacht wurde ein Streifenteam auf zwei Personen aufmerksam, die in Höhe der Gohlis-Arkaden in stadteinwärtige Richtung liefen. In Höhe der Kreuzung Lützowstraße/Blumenstraße entschloss sich das Streifenteam, das Pärchen anzuhalten. Noch bevor der Funkstreifenwagen wenden und anhalten konnte, setzten beide zur Flucht an. Die Beamten reagierten blitzschnell und forderten noch weitere Einsatzkräfte an, um nach den beiden flüchtigen Personen zu suchen, denn irgendetwas mussten sie ja zu verbergen haben. Kurze Zeit später konnten auf einer abgezäunten Grünfläche, unter einer Birke hockend, der Mann und die Frau entdeckt und angesprochen werden. Wie auf frischer Tat ertappt, bekamen die beiden erneut flinke Füße und versuchten, über einen Zaun den Beamten erneut zu entwischen. Geglückt ist der Sprung über den Zaun beiden, aber der Frau gelang das weitere Katz-und Maus Spiel nicht. Sie versuchte, sich unsichtbar im Gebüsch vor den Beamten zu verstecken, dies half ihr aber nichts, denn sie konnte entdeckt und festgehalten werden.

Ihr Partner war weiterhin flüchtig. Zu ihrem Begleiter wollte die junge Dame (27) zunächst keine Angaben machen. Die Beamten gaben die Verfolgung nicht auf, kurzzeitig geriet der flüchtige Begleiter aus dem Blickfeld der Beamten, verriet sich aber dann durch ein Rascheln im Dunklen. Aber auch jetzt reagierte der Mann immer noch nicht auf die mehrmaligen Aufforderungen, stehen zu bleiben und setzte seine Flucht fort. Sein Entkommen vor den Polizisten erwies sich als sehr waghalsig, denn er überwand nicht nur einen 2,30 Meter hohen Zaun, sondern kletterte über eine Feuerwehrleiter auf das Dach der Gohlis-Arkaden. Aber auch da sollte seine Flucht noch nicht zu Ende sein, er sprang auf ein angrenzendes, ca. 3 Meter tieferliegendes Dach, welches an ein Mehrfamilienhaus angrenzte. Nach dem waghalsigen Sprung verloren die Beamten erneut zunächst den Sichtkontakt. Die Beamten ließen sich davon jedoch nicht beirren und suchten das Mehrfamilienhaus auf. Nach kurzer Schilderung der Situation öffnete eine Familie, welche die Dachgeschosswohnung des Mietshauses bewohnt, die Tür und ließ die Beamten eintreten. Ein Beamter lief bis zur Balkontür, schob den Vorhang bei Seite und traute seinen Augen kaum, als er dort den flüchtigen jungen Mann am Boden liegend sah. Der Mann wurde durch die Beamten vorerst mit zum Revier genommen.

Nach nochmaliger, genauer Überprüfung und Absuche der Fluchtorte des Pärchens konnten mehrere Gegenstände festgestellt werden, die womöglich aus einem Einbruch in eine Pizzeria stammen könnten. Den Hinweis auf einen möglichen Einbruch in die Gaststätte gaben unausgefüllte Gutscheine, die am Fluchtort lagen. Unvermittelt gingen die Beamten der Spur zur Pizzeria nach, wo sich der Einbruch tatsächlich bestätigte. Die eingesetzten Kriminaltechniker konnten am Tatort zahlreiche Spuren sichern, wo das Ergebnis der Spurenauswertung noch abzuwarten bleibt.

Beide Beschuldigte wurden zum geschilderten Sachverhalt und dem Einbruchsdelikt durch die Kriminalpolizei vernommen mit dem abschließenden Ergebnis, dass das Pärchen dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Leipzig vorgeführt und folglich beide in Justizvollzugsanstalten verbracht worden sind.

Waschbecken in Schule beschädigt

In einer Schule in der Georg-Schwarz-Straße mussten Schüler gestern feststellen, dass die Waschbecken nicht mehr funktionierten. Das Wasser floss durchs Becken auf den Boden. An insgesamt sechs Waschbecken in einer Toilette waren die Siphons beschädigt; als hätte jemand dagegen getreten und sie so zerstört. Dies muss bei vollem Schulbetrieb zwischen zwei Pausen passiert sein. Ob es Schüler waren oder sich Fremde zur Schule Zugang verschafft hatten, blieb unklar. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Feng Shui-Diebin

In einem Feng-Shui-Geschäft in Plagwitz hat alles seinen bestimmten Platz, damit Energieströme auch optimal fließen können. Der Platz des Portemonnaies der Verkäuferin förderte jedoch gestern Mittag nicht nur die Kaufenergie der Kundschaft, vielmehr beflügelte es die Energie einer Diebin, die sich erst im Laden umschaute, dann aber die Geldbörse ergriff und damit in unbekannte Richtung verschwand. In der Geldbörse waren Dokumente, Geldkarten und ein vierstelliger Bargeldbetrag.

Fahren wie auf Schienen

Mancher Werbeslogan prägt sich anscheinend ganz tief in das Bewusstsein des Konsumenten ein und bleibt dort dauerhaft kleben – offenbar sogar quer über die Produktpalette anderer Anbieter. Anders lässt sich der morgendliche Verkehrsunfall nur schwer erklären. Denn so nachvollziehbar es noch ist, sich in einer fremden Großstadt beim Abbiegen auf einer mehrspurigen Straße auch mal versehen zu können, so rätselhaft bleibt die Entscheidung eines 24-Jährigen, hernach den Weg unbeirrt fortzusetzen. Als Linksabbieger verpasste der Mann aus Sachsen-Anhalt am Augustusplatz mit seinem Pkw die Spurführung und nutzte stattdessen den befahrbar befestigten Haltestellenbereich der Straßenbahn. Dies machte ihn aber ebenso nicht stutzig, wie das nachfolgende Schotterbett, welchem er noch für etwa 150 Meter folgte. Obwohl er auf dem holprigen Weg zwei im Gleisbett befindliche Betonschächte beschädigte, vermied er immerhin sichtbare Spuren am eigenen Fahrzeug. Bis zur Bergung des Audi A 5 blieb der Gleisstrang gesperrt, weshalb sicherlich einige Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr darüber nachsannen, wie denn nun „Vorsprung durch Technik“ genau zu verstehen sei.

Verhalten im Straßenverkehr – reine Kopfsache

Nach den Erkenntnissen der Verkehrsunfallaufnahme schlug die Fahrerin (38) gestern Nachmittag das Lenkrad ihres Audi A 4 zu weit ein und schnitt beim Linksabbiegen die Kurve. Abgesehen von diesem grundsätzlichen Fahrfehler übersah sie leider auch einen dort haltenden Radler (29) und kollidierte mit jenem. Zum Glück war der Zusammenprall aber nicht so heftig, dass ernsthafte Verletzungen die Folge gewesen wären. Der Mann kam mit leichten Blessuren am Scheinbein und – obwohl er nicht auf sein Haupt gestürzt war – einem ausgelösten Kopf-Airbag davon.

Die LEIPZIGER ZEITUNG ist da: Seit 15. September überall zu kaufen, wo es gute Zeitungen gibt

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