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Studie belegt Falle, durch die Kreditnehmer auf dauerhaft hohen Zinsen sitzen bleiben

Weihnachtseinkäufe besser ohne Dispo

In den nächsten Wochen werden die Deutschen wieder sehr viel Geld für Weihnachtseinkäufe ausgeben. Manch einer überzieht dabei auch sein Konto. "Da kann die Freude schnell vergehen", sagt Andrea Heyer, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Sachsen. "Die Zinsen für Dispositionskredite sind nach wie vor zu hoch und viele Banken und Sparkassen haben dafür gesorgt, dass es auch so bleibt." Das hat eine aktuelle Untersuchung des Marktwächters Finanzen ans Licht gebracht.

Im Unterschied zu üblichen Ratenkrediten kennzeichnen den Dispokredit variable Zinsen. Das bedeutet, dass sich Geldmarktschwankungen – also steigende oder fallende Zinsen – direkt auf die Höhe des Dispozinssatzes auswirken. Schon in der Vergangenheit ist aufgefallen, dass verbraucherfreundliche Zinsentwicklungen nicht so schnell an Kunden weitergegeben werden. Bei sinkenden Zinsen warten Kreditnehmer oft lange auf Anpassungen nach unten.

Eine aktuelle Untersuchung des Marktwächters Finanzen zeigt nun: Etliche Banken und Sparkassen verwenden Zinsanpassungsregeln, die ihnen dieses verbraucherunfreundliche Recht einräumen. Gemeint sind Klauseln, nach denen der Zinssatz vom Kreditinstitut erst angepasst werden muss, wenn sich der Referenzzinssatz (Zinssatz, der den Markt abbildet) um einen bestimmten Wert, etwa um 0,25 Prozentpunkte, geändert hat. „Diese so genannten Treppenklauseln führen dazu, dass trotz anhaltend sinkender Marktzinsen einige Geldhäuser über viele Monate diesen Vorteil nicht an die Kreditnehmer weitergegeben haben“, kritisiert Heyer. Betroffen sind in Sachsen zum Beispiel die Kunden der Sparkasse Leipzig, der HypoVereinsbank (UniCredit Bank AG, München) und der TARGOBANK AG & Co. KGaA (Düsseldorf).

Verbraucher sollten beim Dispokredit daher nicht nur auf die aktuelle Höhe des Zinssatzes achten, sondern auch auf das Datum, zu welchem die letzte Anpassung erfolgte. Liegt dieser Tag über Monate zurück, ist zu vermuten, dass eine für die Kunden nachteilige Treppenklausel verwendet wird. Die Kombination von hohen Dispozinsen über 10 Prozent und einer Treppenklausel ist besonders teuer. Insbesondere Verbraucher, die den Dispo wiederholt oder ein paar Wochen länger nutzen müssen, sollten diese Situation meiden. „Eine Alternative kann ein günstiger Ratenkredit ohne Restkreditversicherung sein. Im Zweifel kann auch über einen Wechsel der Bank nachgedacht werden“, so Heyer abschließend. Zu den Themen Ratenkredit, Restkreditversicherung und Kontowechsel kann man sich in der Verbraucherzentrale beraten lassen.

MelderVerbraucherzentrale Sachsen
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