Der Pfarrer der Petersgemeinde Leipzig, Pfarrer Andreas Dohrn, zeigt sich enttäuscht über die Kirchenkritik seines Gemeindegliedes Dr. Frauke Petry in der Eröffnungsrede des AFD-Parteitages in Köln, in der sie sagte: „Wären die Kirchen wirklich moralisch und ehrlich, hätte man vor solchen hässlichen, abwertenden und polarisierenden Bemerkungen einfach mal unser Parteiprogramm gelesen, das war offenbar zu aufwendig. Überraschen kann uns das leider nicht mehr, denn hier gilt für kirchliche Amtsträger offenbar, was für Ideologen jeglicher Couleur richtig ist: Fakten stören die Ideologie und müssen beharrlich ausgeblendet werden.“

Dazu äußert sich Pfarrer Andreas Dohrn folgendermaßen:

  • Als kirchlicher Amtsträger kann ich auf die Gleichsetzung mit „Ideologen jeglicher Couleur“ gut und gerne verzichten.
  • Dass die AFD geeignet ist um einzuschätzen, dass die Kirchen unmoralisch und unehrlich sind, kann ich nicht erkennen.
  • Das Parteiprogramm habe ich mehrmals gelesen.
  • Den Expertenstatus der AFD bei den Themenfeldern „Fakten & Ideologie“  halte ich nicht für nachweislich gegeben
  • Für alle Mitglieder der „Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens“, also auch für Dr. Frauke Petry gilt, was die Landessynode der „Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens“ am 15. November 2015 in ihrer Herbstsynode beschlossen hat: „Als Christen sind wir entsetzt über Gewalt und die Infragestellung der Gleichwertigkeit aller Menschen egal welcher Herkunft und Religion. Organisationen und Bewegungen, die dies dulden oder fördern, rufen unseren entschiedenen Widerspruch hervor. Wir erklären, dass Fremdenhass und Rassismus in jeder Form sowie Gewalt in Worten und Taten nicht mit dem Evangelium Jesu Christi vereinbar sind.“
  • Die strukturellen Verbindungen von Teilen der AFD-Jugend zur „Identitären Bewegung“ sowie  die Äußerungen des sächsischen AFD-Bundestagskandidaten Jens Maier in der Causa „Breijvik“ sind auf diesem Hintergrund kirchlich inakzeptabel.

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