Dem Wiederaufbau symbolträchtiger, zerstörter Baudenkmäler wurde und wird bis heute immer wieder eine wichtige Rolle für nationale Bewusstseinsbildung, Selbstbehauptung und oftmals auch Abgrenzung beigemessen. Dies gilt besonders für werdende, junge und im Umbruch befindliche Nationalstaaten.

Die Rekonstruktionder Architektur vergangener Epochen wird als ein visuell wirksamesMittel der Konstruktion und zuweilen auch der symbolischen Korrektur derNationalgeschichte eingesetzt, mitunter kann sie sogar der Legitimation staatlicher Souveränität und territorialer Ansprüche dienen. Dieses Buch richtet den Blick vor allem auf die östliche Hälfte Europas und schlägt dabei einen großen Bogen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Autoren analysieren eine Fülle von großteils weitgehend unbekannten Projekten in verschiedenen Ländern zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer. Das besondere Interesse gilt den nationalpolitischen Motiven, die bei der Rekonstruktion in diesem Teil des Kontinents bis in die jüngste Zeit vielfach im Vordergrund stehen. Der Eintritt ist frei.

Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO), Specks Hof, Reichsstr. 4–6, 4. Etage am Donnerstag, 15.03.2018, 18:00-19:00 Uhr.

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