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Etwas schief ins Leben gebaut – RingelnatzSommer 2018 in Wurzen

135. Geburtstag von Ringelnatz – wo war der gleich mal geboren. Ach ja Wurzen! Die Geburtsstadt des reisenden Artisten, Poeten, Schriftstellers und Malers lädt zum 12. Male zum RingelnatzSommer rund um den 7. August ein.

An diesem Tage erblickte 1883 um 11 ¾ im Crostigall 14 im Zimmer über dem Flur der Knabe Hans Gustav Bötticher Licht von Wurzen. Und kaum hatte er sich einen Namen als Ringelnatz gemacht, begann seine Geburtsstadt zu sammeln, was er auf den Kunstmarkt warf. Auch zu Zeiten, wo andernorts Ringelnatz Bücher auf Scheiterhaufen landeten und seine Bilder als entartet verfemt wurden.

2018 gibt es einen weiteren Grund zu feiern. Das Ringelnatz-Geburtshaus im Eigentum der Stadt wird endlich saniert. Als (zu) teures Kulturgut hatten Stadträte es schon aussortiert und für den Verkauf vorgesehen. Mit deutschlandweiten Protesten, Gesprächen und einem Konzept stemmte sich der Wurzener Ringelnatz-Verein dieser Absicht entgegen. Im notdürftig hergerichteten Geburtshaus ist er seit 2016 für Führungen, Ausstellungen und ein von Ringelnatz und seiner vielseitigen Familie inspiriertes kulturelles Angebot zuständig, das mit wachsender Begeisterung von Ringelnatzfans von überallher angenommen wird.

Käthe Just: „Ich liebe Ringelnatz“. Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Käthe Just: „Ich liebe Ringelnatz“. Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Wurzens strategisch günstige Lage am S-Bahn-Netz des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (20 Minuten vom Hauptbahnhof Leipzig) war für den Verein ein Argument, das kulturelle Geburtstagsbuffet mit anspruchsvollen Offerten und für mehr Gäste anzurichten.

Die städtische Galerie zeigt die Ergebnisse einer künstlerischen Begegnung: Feliks Büttner, renommierter Grafiker aus Rostock, trifft Ringelnatz in Warnemünde, wo er als Mariner im Krieg auf Minensuche ging. Er eröffnet in Wurzen eine Hommage an Ringelnatz, dem alltagsweisen, auf den Seilen des Humors balancierenden, tiefgründigen Poeten. Die entstandenen Arbeiten füllen ein ganzes, im Hinstorff-Verlag Rostock erscheinendes Buch, das zur Ausstellungseröffnung am 5. August in Wurzen Premiere hat.

Kleine und große Podien der Stadt gehören zum RingelnatzSommer Zeitgenossen und verwandten künstlerischen Seelen. Johannes Kirchberg, Unterstützer des Ringelnatz-Vereins, gastiert im Wurzener Schloss mit seinem Tucholsky-Chanson-Programm „Heute zwischen gestern und morgen“. Sandra Kreisler interpretiert unter dem Titel „KREISLERismen“ Chansons ihrer Wahl – auch aber nicht nur von Georg Kreisler.

„Ich bin etwas schief ins Leben gebaut“ meinte Ringelnatz von ich und auf dieser Spur bewegen sich Stephan König, Michael Breitenbach, Elisabeth Fues und Franziska Klimpel mit ihrem literarischen Konzert zum Abschluss der literarischen Woche. Außer montags lohnt sich jeden Tag ein Besuch in der Geburtsstadt zwischen dem 4. und 12. August. Sei es zu einer Lesung im Museum, einem Bummel über den Ringelnatz-Kunstpfad, zu einem Besuch im Ringelnatzkabinett des Museums oder im Geburtshaus, wo der neue Ringelnatzkalender von Arndt Weigend gezeigt wird.

Alle Informationen auf: www.ringelnatz-verein.de
Kartenvorbestellungen: Tourist-Information Wurzen, Domgasse 2, 04808 Wurzen
Tel.: 03425/8560400.

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„Reiß‘ dich zusammen und suche dir Hilfe!“ – Kampf gegen Essstörungen, für Melanie Apitzsch der härteste Langstreckenlauf
Melanie Apitzsch: „Es ist kein Schritt zurück, sondern ich nehme nur Anlauf.“ Foto: Daniel Halangk

Foto: Daniel Halangk

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Klärwerk im Rosental. Foto: KWL

Foto: KWL

Für alle LeserAuch die Kommunalen Wasserwerke Leipzig haben das Geschäftsjahr 2019 mit einem deutlichen Plus abgeschlossen. Auch wenn die Wasserwerker damit hadern, dass die Leipziger immer noch so wenig Wasser pro Kopf verbrauchen. Obwohl dieses Hadern überhaupt keinen Grund hat, denn auch das ziemlich wasserarme Jahr 2019 hat gezeigt, dass auch die Wasserwerke Leipzig die Wasserbereitstellung nicht einfach mal so aus der Hüfte erhöhen können.
Sächsische Arbeitsagentur versucht, Folgen der Umstellung auf E-Auto-Bau zu modellieren
Pkw-Produktion in Deutschland und weltweit. Grafik: Arbeitsagentur Sachsen / IAB

Grafik: Arbeitsagentur Sachsen / IAB

Für alle LeserEin paar Klicks genügen, und man ist mitten in den sächsischen Debatten um eine Krisenindustrie, die gerade die größte Transformation ihrer Geschichte vor sich hat: die Automobilindustrie. Im Januar und Februar diskutierten Wirtschaftskammern und Politiker heftig darüber, wie man den Strukturwandel im Automobilbau auffangen könnte. Da war von irgendwelchen Corona-Einschränkungen noch gar keine Rede. Die Autobauer sind nicht erst mit dem Export-Einbruch durch Corona in schweres Fahrwasser geraten.