„Wir verlieren nicht durch Teilen, sondern inspirieren uns dadurch gegenseitig“, ist Notenspur-Initiator Werner Schneider überzeugt. Ohne den europäischen Austausch hätte sich Leipzig nicht zur Musikstadt von internationalem Rang entwickeln können.

Nach der Gründung des Leipziger Konservatoriums – der heutigen Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ (HMT) – im Jahr 1843 zog es besonders viele junge Musiker nach Leipzig. Umgekehrt bereisten berühmte Lehrkräfte des Konservatoriums wie z.B. Clara Schumann ganz Europa. Auch der Norweger Edvard Grieg und der Litauer Mikalojus Konstantinas Čiurlionis folgten dem guten Ruf Leipzigs, studierten hier und entwickelten sich später zu Nationalkomponisten ihrer Heimatländer.

Diesen Gemeinschaftsgedanken nimmt der Notenspur Leipzig e.V. mit dem Festival „Europäische Notenspuren“ vom 12. bis zum 14.10.2018 auf. Musiker aus Litauen und Norwegen sowie der HMT begegnen sich, um in einer Probenwoche unter künstlerischer Leitung von Professoren der HMT ein kammermusikalisches Programm zu erbarbeiten und anschließend dem Leipziger Publikum zu präsentieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Komponisten: M. K. Čiurlionis, E. Grieg und C. Schumann als Botschafter unseres gemeinsamen europäischen Erbes. Dieses Erbe und die Liebe zur Musik miteinander zu teilen, ist ein zentrales Anliegen des Festivals.

Deshalb geben die jungen Musiker nicht nur drei Konzerte, sondern lassen Leipziger Schüler an ihren Proben teilhaben und machen die Leipziger Bürger durch kleine Straßenkonzerte neugierig. „Gerade die Musik, die alle Sprachen spricht, zeigt uns, wie viel uns in Europa miteinander verbindet“, freut sich Projektkoordinatorin Karoline Konrad.

Und Eszter Fontana vom Vorstand des Notenspur-Vereins setzt hinzu: „Ich kann es nach der Vorbereitungszeit kaum noch erwarten, endlich die drei so unterschiedlichen Komponisten, welche ihre Heimatländer so nachhaltig prägten, in einem Programm zu hören. Ebenso bin ich gespannt darauf, wie das gemeinsame Musizieren auf die jungen Musiker selbst wirkt und wie das Erarbeitete beim Publikum ankommt.”

Das Festival bildet zugleich den Auftakt für die mehrjährige Zusammenarbeit des Notenspur-Vereins mit Partnern aus Litauen und Norwegen, gefördert im EU- Programm „Creative Europe“. Neue europäische Projekte sind durch die Verleihung des Europäischen Kulturerbe-Siegels an neun Musikerbe-Stätten und die Leipziger Notenspur zu einer dauerhaften Aufgabe für Leipzig geworden.

Und noch eine Premiere ist mit dem Festival verbunden: Die Grafikdesignerinnen Annemarie Bich und Camille Le Lous haben ein Corporate Design für das Projekt Europäische Notenspuren entwickelt. Ihnen war dabei wichtig, die Energie und Bewegung sichtbar zu machen, die aus der Begegnung unterschiedlicher Menschen und Kulturen entsteht. Die ersten Visualisierungen dieser Zusammenarbeit werden beim Festival „Europäische Notenspuren“ in der Stadt Leipzig sichtbar.

Konzerte:
Freitag, 12.10.2018, 19:30 Uhr
Musik von M. K. Čiurlionis
Kammermusik, Klaviermusik sowie Klavierimprovisationen mit Musikern aus Litauen und Norwegen sowie der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und Stephan König.
Ort: Galerie THE GRASS IS GREENER, Baumwollspinnerei Spinnereistr. 7, Halle 10

Samstag, 13.10.2018, 15:00
Musik von C. Schumann, M. K. Čiurlionis und E. Grieg
Kammermusik, Klaviermusik sowie Lieder mit Musikern aus Litauen und Norwegen und der HMT. In der Pause werden kulinarische Spezialitäten aus Litauen und Norwegen angeboten.
Ort: Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Grassistraße 8

Sonntag, 14.10.2018, 15:00
Musik von E. Grieg
Kammermusik, Klaviermusik sowie Lieder mit Musikern aus Litauen, Norwegen und der HMT.
Ort: Grieg-Begegnungsstätte, Talstraße 10

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