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Welt AIDS-Tag: Hohe Dunkelziffer bei HIV-Infektionen in Sachsen

Von Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz

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    Entgegen des Deutschlandtrends sind in Sachsen die HIV-Neuinfektionen leicht angestiegen. So infizierten sich nach Schätzungen im Jahr 2017 150 Menschen neu mit HIV. Während dabei die Anzahl der Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), sank, gab es einen Anstieg der Neuinfektionen bei Frauen bzw. heterosexuellen Menschen.

    Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch will deshalb die Präventionsarbeit weiter verstärken: „Die Zahlen zeigen, dass die Präventionsarbeit der letzten Jahre bei der Gruppe der MSM erfolgreich war, nun aber verstärkt auch heterosexuell aktive Menschen erreichen muss. „Mein Haus wird in den nächsten Jahren gemeinsam mit den sächsischen AIDS-Hilfen für die seit Oktober 2018 erlaubte Nutzung von HIV-Selbsttests werben und für Risikogruppen diese Selbsttests auch zur Verfügung stellen“, so Klepsch weiter.

    Nach RKI-Schätzungen kennen nur 78 Prozent der HIV-Infizierten in Sachsen ihre positive Diagnose. Das ist weniger als im Bundesdurchschnitt (87 Prozent) und damit noch weit vom WHO-Ziel (90 Prozent) entfernt. Daher müssen HIV-Teste noch gezielter bei Risikopersonen wie MSM und Drogenkonsumenten, aber auch bei heterosexuellen Personen mit riskantem Sexualleben angeboten werden.
    Haus- und entsprechende Fachärzte tragen ebenfalls eine große Verantwortung, Risiken und Symptome, die für eine HIV-Infektion sprechen, zu erkennen und einen HIV-Test zu empfehlen.

    „Es darf nicht sein, dass in Sachsen circa 570 Menschen leben, die ihre HIV-Diagnose noch nicht kennen und somit ohne Therapie einen fortgeschrittenen Immundefekt oder gar die Krankheit AIDS erleiden und dabei auch weiterhin ansteckend bleiben“, so die Ministerin abschließend.

    Auch wenn viele Menschen HIV und AIDS inzwischen nicht mehr als gefährliche Krankheit wahrnehmen, müssen wir weiter aufklären und die Ausbreitung wirksam bekämpfen. Dazu gehört für mich auch, sich gegen Stigmatisierung und Diskriminierung einzusetzen«, erklärte Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.

    Am 1. Dezember findet der Welt-AIDS-Tag statt. Seit 30 Jahren wird an diesem Datum weltweit an HIV und AIDS erinnert. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum AIDS-Geschehen in der Bundesrepublik lebten Ende 2017 in Deutschland 86.100 HIV-positive Menschen, davon circa 2.600 in Sachsen. Dabei reduzierte sich in Deutschland die Zahl der HIV-Neuinfektionen leicht und lag bei 2.700.

    Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/Eckdaten/Eckdaten.html

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