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AIDS

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Sarah Buddeberg. Foto: DiG/trialon

AIDS bekämpfen – Prävention ausbauen, auch in Pandemiezeiten

Inmitten der Corona-Pandemie gibt es auch positive Meldungen. So hat Deutschland nach Angaben der Deutschen Aidshilfe (DAH) das Etappenziel der UNAIDS-Programm für 2020 erreicht. In Sachsen sind die gemeldeten Neuinfektionen um 37,5 Prozent auf 75 Fälle zurück gegangen. Verantwortlich dafür ist laut RKI vor allem der Rückgang der Sexualpartner/-innen, insbesondere während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020.

Haupteingang zum Klinikum St. Georg. Foto: Ralf Julke

Welt Aids Tag

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Weltweit leben etwa 38 Millionen Menschen mit HIV. Obwohl das Virus mittlerweile gut erforscht ist und es wirksame Medikamente gibt, haben viele Menschen noch keinen Zugang zu diesen Medikamenten, die ihr Leben retten können.

Sarah Buddeberg. Foto: DiG/trialon

AIDS-Pandemie nicht vergessen – öffentlichen Gesundheitsdienst verstärken

Die Deutsche Aidshilfe warnt vor Versorgungslücken im Bereich der HIV-Vorsorge. Ursache sei insbesondere die Corona-Pandemie. Weil die Gesundheitsämter vielerorts überlastet sind, gebe es weniger kostenlose HIV-Testangebote. Zudem seien viele Präventionsangebote ausgefallen. So leben immer mehr Menschen mit dem Virus, ohne davon zu wissen – und stecken so womöglich auch andere Menschen an.

Barbara Klepsch, Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz. Foto: Pawel Sosnowski

Welt-AIDS-Tag: Zu viele Menschen kennen ihre HIV-Diagnose nicht

Aus Anlass des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember 2019 macht Sachsens Gesundheitsministerin erneut darauf aufmerksam, dass in Sachsen nach RKI-Schätzungen nur 79% der HIV-Infizierten ihre positive Diagnose kennen. Das ist weniger als im Bundesdurchschnitt (88%) und damit noch weit vom WHO-Ziel (90%) entfernt. Daher müssen HIV-Teste noch gezielter bei Risikopersonen wie MSM und Drogenkonsumenten, aber auch bei heterosexuellen Personen mit riskantem Sexualleben angeboten werden.

Barbara Klepsch, Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz. Foto: Pawel Sosnowski

HIV/AIDS-Jahresbericht 2018: HIV-Diagnosen in Sachsen nicht gesunken

Im Jahr 2018 wurden in Sachsen 120 HIV-Neudiagnosen gestellt. Das sind mehr als im Vorjahr 2017 mit insgesamt 103 Neudiagnosen. Damit liegt Sachsen gegen den Deutschlandtrend. Die Zahlen gehen aus dem aktuellen Jahresbericht 2018 zu HIV/AIDS der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) hervor.

Barbara Klepsch, Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz. Foto: Pawel Sosnowski

Welt AIDS-Tag: Hohe Dunkelziffer bei HIV-Infektionen in Sachsen

Entgegen des Deutschlandtrends sind in Sachsen die HIV-Neuinfektionen leicht angestiegen. So infizierten sich nach Schätzungen im Jahr 2017 150 Menschen neu mit HIV. Während dabei die Anzahl der Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), sank, gab es einen Anstieg der Neuinfektionen bei Frauen bzw. heterosexuellen Menschen.

Kassensturz mit letztem Knopf. Foto: L-IZ

Es gibt keinen Grund, bei Aids-Aufklärung in Sachsen zu sparen

Am 1. Dezember war Welt-Aids-Tag. Auch mit Veranstaltungen in Leipzig. Ein Tag, der daran erinnerte, dass HIV und Aids nicht aus unserem Alltag verschwunden sind. Im Gegenteil. Jahr für Jahr werden neue Erkrankungen festgestellt. In Sachsen zumindest mit leicht rückläufiger Tendenz.

Simone Lang, SPD Sachsen. Foto: Götz Schleser

Welt-AIDS-Tag: Stigmatisierung bekämpfen – Aufklärung stärken

Simone Lang, Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag zum Welt-AIDS-Tag: „Die HIV-Therapie hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Dadurch sinkt die Ansteckungsgefahr. Dies darf aber nicht dazu führen, dass die Sorglosigkeit steigt. Schutz und regelmäßige Tests bleiben enorm wichtig. Ziel muss es sein, Neuinfektionen zu verhindern und Infektionen schnell zu diagnostizieren, um eine rechtzeitige Behandlung beginnen zu können.“

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember: „Positiv zusammen leben“

Die nationale Kampagne zum Welt-AIDS-Tag „Positiv zusammen leben“ wendet sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV. Seit 29 Jahren wird am 1. Dezember der Welt-Aids-Tag begangen, ein Tag der zu Solidarität mit Betroffenen aufruft und sich gegen Vorurteile und Stigmatisierung von Menschen mit HIV und Aids wendet. Auch in Leipzig laden verschiedenen Akteure zu Veranstaltungen ein (siehe unten).

Prof. Dr. Uwe Gerd Liebert, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), sagt, trotz guter Forschungserfolge sei das Virus aus vielen Gründen immer noch schwer zu bekämpfen. Foto: Stefan Straube/UKL

Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember

Gute bis sehr gute Erfolge wurden im Kampf gegen das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) und dessen Folge, das Abwehrschwäche-Syndrom AIDS, erreicht, sagt Prof. Dr. Uwe Gerd Liebert, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Dennoch infizieren sich in Deutschland jedes Jahr Tausende neu, auf der Welt insgesamt waren es im vergangenen Jahr 1,8 Millionen. „HIV und AIDS haben in Deutschland ihren Schrecken verloren, weil es inzwischen sehr gute Medikamente gibt“, so der Leipziger Virologe im Interview. Dabei wäre heute durch Kondome und eine neuartige Prophylaxe-Tablette ein nahezu hundertprozentiger Schutz möglich.

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember: „Positiv zusammen leben“

Die diesjährige Kampagne zum Welt-AIDS-Tag „Positiv zusammen leben“ wendet sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV. Auf Plakaten konfrontieren HIV positive Frauen und Männer mit ihren Botschaften „Gegen HIV hab ich Medikamente. Gegen dumme Sprüche nicht“ oder „Mit HIV komm ich klar. Mit Ablehnung nicht.“ Sandra Gödicke fordert im Namen der AIDS-Hilfe Leipzig den Abbau von Diskriminierung: „HIV ist heute eine medizinisch gut behandelbare Infektion. Worunter jedoch viele Menschen mit HIV leiden, ist die Stigmatisierung durch ihre Mitmenschen.“

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