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Gemeinsamer Lösungsansatz weiter auf Erfolgskurs

Assistierte Ausbildung in Sachsen – Hilfe für Auszubildende und Unternehmen

Die Rahmenbedingungen für den sächsischen Ausbildungsmarkt könnten kaum besser sein: Die Wirtschaft wächst, Fachkräfte werden überall dringend gebraucht und die Ausbildungsbilanz ist weitestgehend ausgeglichen. Im Jahr 2018 kam auf jeden Bewerber eine offene Ausbildungsstelle. Doch so manche Schwierigkeit gibt es noch.

Unternehmen haben einerseits zu-nehmend Probleme, offene Ausbildungsplätze zu besetzen: Die Bundesagentur für Arbeit weist für Ende September 2018 einen Anstieg der unbesetzten Berufsausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr von mehr als 19 Prozent aus. Außerdem gibt es weiterhin eine zu hohe Zahl an Ausbildungsabbrüchen und immer noch junge Menschen, die trotz der positiven Ausbildungsmarktsituation keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

„Hier schauen wir nicht einfach zu, sondern unterstützen je nach Problemlage sowohl die Jugendlichen als auch die Unternehmen“, erklärt Arbeitsminister Martin Dulig.

Die Bundesagentur für Arbeit hat von 2016 bis 2018 in Sachsen insgesamt 1,3 Millionen Euro in die Assistierte Ausbildung investiert. Auch für das Jahr 2019 stehen ausreichend Gelder zur Verfügung, um Jugendlichen mit Schwierigkeiten bei der Ausbildungssuche zu unterstützen. Der Freistaat Sachsen ergänzt dazu im Jahr 2019 das gesetzliche Angebot der Bundesagentur für Arbeit bereits zum dritten Mal mit einer Förderung.

Damit werden Jugendliche unterstützt, die nicht durch die Agenturen für Arbeit gefördert werden können. Mit rund 4,5 Mio. Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und Landesmitteln werden bis 2020 rund 650 Plätze in vier regional- oder branchenspezifischen Angeboten ergänzend zur gesetzlichen Assistierten Ausbildung angeboten.

„Die intensive gemeinsame Betreuung der Jugendlichen in der Jugendberufsagentur trägt dazu bei, dass keiner verloren geht. Auch wenn rechnerisch für jeden Jugendlichen ein Ausbildungsplatz zur Verfügung steht, gibt es viele junge Menschen, die auf eine individuelle Begleitung während der Schule und im Betrieb angewiesen sind. Die Assistierte Ausbildung setz genau dort an.

Jeder Ausbildungsbewerber muss eine Ausbildung in einem sächsischen Betrieb finden – dafür setzen wir uns gemeinsam ein“, erklärt Reinhilde Willems, Geschäftsführerin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Der Ansatz lebt davon, dass die Teilnehmer durch umfassende Vorbereitungs- und Unterstützungsangebote bereits bei der Ausbildungssuche und bei Bedarf bis zum regulären Berufsabschluss individuell begleitet werden können.

„Die Unternehmen nutzen mit dem Unterstützungsangebot die Möglichkeit, jungen Menschen eine zweite Chance zu geben“, so Minister Dulig. „Die sehr betriebsnahe Vorbereitungsphase und die Teilnahme am Förderunterricht ermöglicht es den Jugendlichen, die Betriebe von ihren praktischen Fähigkeiten und Ausbildungswillen zu überzeugen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht alle Anforderungen vollständig erfüllen.“

Einmal den Ausbildungsvertrag in der Tasche hilft auch hier das Angebot weiter und begleitet die Jugendlichen bei Bedarf bis zum erfolgreichen Abschluss – nicht zuletzt, um einen Abbruch zu vermeiden. Die Assistierte Ausbildung bietet dann nicht nur den Jugendlichen, sondern auch den Betrieben ein umfassendes Unterstützungs- und Dienstleistungsangebot.

Und der Aufwand lohnt sich: Seit Beginn der Einführung im Jahr 2015 profitieren von der Landesförderung bereits 1295 Jugendliche mit Startschwierigkeiten in die Ausbildung von dem Angebot. Davon haben 717 junge Menschen eine betriebliche Ausbildung begonnen und bereits 92 erfolgreich beendet. Weitere 117 erhielten über das Programm eine berufliche Anschlussperspektive, beispielsweise eine Einstiegsqualifizierung oder das Nachholen eines höheren Schulabschlusses.

Mit Hilfe der Bundesagentur für Arbeit konnten 368 junge Menschen mit der Assistierten Ausbildung unterstützt werden.
Kein Talent darf verloren gehen, darin sind sich Minister Dulig und BA-Sachsen-Chefin Willems einig. Dafür müssen die vorhandenen Potentiale noch besser erschlossen werden. Gemeinsames Anliegen ist es deshalb, das Modell der Assistierten Ausbildung in Sachsen bedarfsgerecht und langfristig zu verankern.

Hintergrund:

Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem sächsischen Ausbildungsmarkt war im Jahr 2018 nahezu ausgeglichen. Insgesamt haben rund 22.300 Jungen und Mädchen mit Hilfe der Berufsberatung eine Ausbildungsstelle gesucht. Gleichzeitig wurden im vergangenen rund Jahr 21.500 betriebliche Ausbildungsstellen angeboten.

Durch regionale Unterschiede, Differenzen im Anforderungsprofil der Betriebe und den Leistungen der Schüler sowie durch feste Berufswünsche der Jugendlichen blieben jedoch knapp 2.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Knapp 800 Menschen hatten keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche.

Um das zu ändern, setzen sich das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam für Unterstützungsinstrumente ein, die den direkten Übergang in betriebliche Ausbildung ermöglichen.

MelderAssistierte Ausbildung
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