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Gesund leben statt Kalorien zu zählen

Es ist jedes Jahr das Gleiche: An Weihnachten wird genascht, Silvester ausgiebig beim Raclette geschlemmt und ab null Uhr geht es dann an die guten Vorsätze. Dazu zählen für viele Abnehmen, mehr Sport und gesünder zu leben. Doch oft hält die Motivation nicht lange an.

Wer sich im Januar im Fitnessstudio zu sehr verausgabt, bleibt schon im Februar zu Hause und der Salat wird schnell durch Pizza ersetzt. Ein straffes Sportprogramm und strenge Diäten lassen sich im Alltag schwer durchziehen. Besser ist es, langfristig die Ernährung umzustellen und regelmäßig Sport zu treiben.

Crash-Diäten oder Diätdrinks versprechen einen schnellen Effekt. Sie sind jedoch oft mit Nebenwirkungen verbunden. „Am bekanntesten ist der Jo-Jo-Effekt: Nach der Diät wird wie vorher weitergegessen. Es kommt zu Hungerattacken, weil der Körper nicht mehr zufriedengestellt ist“, erklärt Arnd Förster, Bezirksdirektor der Barmenia Versicherungen Leipzig.

Nicht selten leiden Diäthaltende unter Nährstoffmangel, der zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gereiztheit führen kann. Zusätzlich verlangsamt sich der Stoffwechsel. Der Körper schaltet in den „Hungermodus“ und verbraucht weniger Energie. So wird die Einlagerung von Fettreserven stimuliert – genau das Gegenteil vom gewünschten Effekt tritt ein.

Viel wichtiger als Kalorien zu zählen, ist es darauf zu achten, was gegessen wird. Ein Erwachsener sollte täglich fünf Portionen Gemüse und Obst essen.* Nüsse, Samen und Kerne sind wichtig für die Verdauung, da sie viele Ballaststoffe enthalten. Anders als oft angenommen, sind nicht alle Fette schlecht. Ungesättigte Fettsäuren, die in pflanzlichen Ölen oder in Fisch vorkommen, schützen die Organe und wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus.

Gesättigte Fettsäuren sollten hingegen nur in geringen Mengen verzehrt werden, dazu zählen zum Beispiel Fleisch, Vollmilchprodukte, Chips und Schokolade. Immer wieder werden für eine gesunde Lebensweise auch Superfoods angepriesen: Gesund und günstig sind regionale Superfoods. Dazu gehören zum Beispiel Grünkohl, Leinsamen, Äpfel und rote Trauben. Chia-Samen und Goji-Beeren hingegen haben meist eine lange Reise hinter sich und ihr Transport belastet so die Umwelt. Darüber hinaus können sie Pestizide enthalten.

Doch nicht nur die Ernährung spielt eine große Rolle, genügend Bewegung ist ebenfalls wichtig für einen gesunden Lebensstil. Bereits ein Spaziergang in der Mittagspause macht einen Unterschied. „Häufiger mal Fahrrad anstatt Auto zu fahren, eine Station eher aus zu steigen und den restlichen Weg zu laufen, Treppen zu steigen anstatt den Aufzug zu nehmen – kleine Veränderungen sind gut für die Fitness“, sagt Förster. Weder Sport noch Ernährung dürfen in Stress ausarten. Und wer bewusst mit sich und seinem Körper umgeht, darf sich zwischendurch auch ein Stück Kuchen gönnen.

*https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/5-am-tag/

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