32.3 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Im „Melder“ finden Sie Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also um aktuelle, redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Für die Inhalte sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen. Bei Fragen dazu wenden Sie sich gern an redaktion@l-iz.de.

Interview zu Fördermöglichkeiten für langzeitarbeitslose Kunden

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung

    Interview zu den Fördermöglichkeiten bei Beschäftigungsaufnahme für langzeitarbeitslose Kunden mit Tilo Schrot (Jobcenter Leipzig - Teamleiter Umsetzung § 16i SGB II).

    Herr Schrot, seit Beginn des Jahres 2019 gibt es für langzeitarbeitslose Kunden des Jobcenters neue Fördermöglichkeiten bei der Beschäftigungsaufnahme. Können Sie diese noch einmal kurz benennen?

    Tilo Schrot: „Es gibt zwei neue Förderinstrumente bei der Beschäftigungsaufnahme. Menschen, die zwei Jahre und länger arbeitslos sind, können wir bei der Beschäftigungsaufnahme am allgemeinen Arbeitsmarkt mit der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen (§ 16e SGB II) unterstützen. Die Unternehmen erhalten einen Lohnkostenzuschuss von 75% im ersten Jahr und 50% im zweiten Jahr.

    Bei Menschen, die in den letzten sieben Jahren mehrjährig und durchgängig Arbeitslosengeld II erhalten haben und kaum einer Beschäftigung nachgegangen sind, können wir über die Förderung Teilhabe am Arbeitsmarkt (§ 16 i SGB II) bis zu fünf Jahren einen Lohnkostenzuschuss gewähren, beginnend mit einer hundertprozentigen Förderung.

    Des Weiteren unterstützen wir bei beiden Instrumenten sowohl den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber durch ein ganzheitliches und beschäftigungsbegleitendes Coaching durch einen Dritten. Darüber hinaus können Weiterbildungskosten für notwendige Qualifizierungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zu 3.000,00 € je Förderfall übernommen werden.

    Die Förderung zielt mittel- bis langfristig auf die Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit und die Aufnahme eine dauerhafte Eingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt ab.“

    Wie können interessierte Arbeitgeber zu Ihnen und Ihrem Team Kontakt aufnehmen, um individuell beraten zu werden?

    Tilo Schrot: „Die Unternehmen können wie gewohnt ihren Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service kontaktieren. Dieser leitet dann die Kontaktdaten an uns weiter. Oder Sie schreiben uns über unser Teampostfach an (Jobcenter-Leipzig.Team577@jobcenter-ge.de). Auch dann nehmen wir schnellstmöglich Kontakt zu den interessierten Unternehmen auf.“

    Kann man die Antragunterlagen auch auf der Internetseite des Jobcenters Leipzig abrufen?

    Tilo Schrot: „Jede Anfrage wird individuell an Hand der Kundendaten geprüft, um feststellen zu können, welches Instrument bei der Beschäftigungsaufnahme für unsere Kundinnen und Kunden in Frage kommt. Im Anschluss werden die Antragsunterlagen an die Unternehmen versendet.“

    Wie ist bisher die Resonanz auf die neuen Fördermöglichkeiten?

    Tilo Schrot: „Da das Teilhabechancengesetz bereits im letzten Jahr bundesweit beworben wurde, ist die Nachfrage sehr groß. Allerdings können wir nicht jede Vorstellung der Unternehmen auch wirklich umsetzen, weil wir die Möglichkeiten und Grenzen der Zielgruppe beachten müssen.
    In erster Linie sprechen wir Wirtschaftsunternehmen an, welche langfristigen Personalbedarf decken möchten und dauerhafte Beschäftigungsperspektiven ermöglichen können.“

    Worin besteht die Motivation der Unternehmen sich für Langzeitarbeitslose als neue Arbeitnehmer zu entscheiden – die Fördergelder oder auch soziale Aspekte?

    Tilo Schrot: „Der Personalmangel in den Unternehmen ist das Hauptmotiv. Die Förderung wird eher als Risikoausgleich für das zeitliche Investment betrachtet. Die sozialen Aspekte werden eher von Trägern angesprochen.

    Die guten Beispiele geben uns Recht, dass die Instrumente langzeitarbeitslose Kundinnen und Kunden unterstützen wieder am allgemeinen Arbeitsmarkt eine Chance zu erhalten und somit allgemein wieder im sozialen Umfeld Fuß zu fassen.

    Eine Unternehmerin aus Leipzig beispielsweise hat drei Frauen als Haushaltshelferinnen eingestellt; eine war über zehn Jahr arbeitslos, die zweite hat einen Grad der Behinderung und die dritte hat keinen Beruf erlernt und war überdies noch nie berufstätig. Sie möchte auch weiteren Bewerberinnen und Bewerbern die Chance einräumen, über ihr Unternehmen einen dauerhaften Platz am Arbeitsmarkt zu erhalten.“

    Herr Schrot, herzlichen Dank für das Interview! Was wünschen Sie sich abschließenden von weiteren Unternehmen?

    Tilo Schrot: „Leipzigs Wirtschaft boomt. Die Nachfrage nach Personal wird auch weiter steigen. Geben Sie auch Menschen aus unserer Region eine Chance, die bisher noch nicht von der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes profitieren konnten und bauen Sie sich langfristig Arbeitskräfte für Ihr Unternehmen auf.“

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige