COPD – die chronisch obstruktive Lungenerkrankung – heißt die häufigste Lungenerkrankung in Deutschland. Risikofaktor Nummer 1, an ihr zu erkranken, war und ist das Tabakrauchen. Die in letzter Zeit immer wieder zu hörende Behauptung, E-Zigaretten seien ein probates Mittel, um vom Tabak loszukommen, ist bei Experten hingegen umstritten. Noch gebe es keine langfristigen Studienergebnisse dazu, sagte UKL-Pneumologe Prof. Hans-Jürgen Seyfarth anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai.

Praktisch jeder starke Raucher leidet an chronischer Bronchitis. Tritt zur chronischen Reizung der Bronchienschleimhaut noch die chronische Verengung der Bronchien als nächste Stufe hinzu, sprechen die Experten von COPD. Zirka acht bis zwölf Prozent aller Deutschen leiden mittlerweile an dieser Krankheit. “Bei COPD erfahren die Bronchien eine Veränderung in ihrer Struktur”, erläutert Prof. Seyfarth, Oberarzt der Abteilung Pneumologie am UKL, “daher können Sprays zur Erweiterung der Atemwege nicht so gut helfen wie beim Asthma bronchiale.”

Wer 20 Jahre lang mindestens eine Schachtel Zigaretten am Tag rauche, leide an einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, an COPD zu erkranken, sagt der Lungenexperte des UKL. Er beobachtet zudem, dass diejenigen, die an COPD erkranken, immer jünger werden, da Jugendliche eher anfingen zu rauchen: “Brach die Erkrankung früher zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr aus und erreichte die höchste Häufigkeit im siebenten Lebensjahrzehnt, so beobachten wir heute eine allmähliche Verschiebung nach vorn”, so Seyfarth.

Eine chronische Bronchitis kann dabei wie folgt definiert werden: mindestens drei Monate starker Husten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Der Zigarettenrauch belastet die gesamte Schleimhaut. Um den Rauch als vermeintlichen Fremdkörper loszuwerden, produzieren die Bronchien sehr viel mehr Schleim als üblich. Deswegen müssen starke Raucher morgens den in der Nacht angesammelten Schleim abhusten. Später kommt durch die zunehmende Verengung der Bronchien Luftnot hinzu.

Um das zu verhindern, kennt Oberarzt Seyfarth nur einen wirklichen Rat: “Aufhören mit dem Rauchen!” Wer dies nicht selbst schaffe, sollte sich über die Teilnahme an Entwöhnungsprogrammen unter fachlicher Anleitung informieren.

Bei E-Zigaretten wird zwar kein Tabak verbrannt, was als krebsauslösend gilt, sondern die Inhaltsstoffe werden vaporisiert, also verdampft. “Doch noch gibt es über das Rauchen von E-Zigaretten keine langfristigen Studienergebnisse”, betont Prof. Seyfarth. “Daher kann es keine Empfehlung geben, dass sie ein probates Mittel wären, um vom Tabak wegzukommen”, betont er. “Wir können bisher nicht sagen, dass es nicht auch schädlich ist.”

COPD ist mit Medikamenten, die die Bronchien erweitern, behandelbar, aber nicht heilbar.

“Wir können die stetige Verschlechterung der Lungenfunktion verlangsamen, aber nicht umkehren”, verdeutlicht Prof. Seyfarth. Das Hauptsymptom Luftnot nimmt mit sich verschlechternder Lungenfunktion stetig zu.

Neben COPD sind im Übrigen eine ganze Reihe weiterer Erkrankungen durchs Rauchen bedingt, vor allem Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Kehlkopfkrebs Selbst für die chronische Pankreatitis, die Entzündung der Bauchspeicheldrüse, ist das Rauchen ein Risikofaktor.

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