Leipzig zeigt wieder Courage! Das traditionsreiche und engagierte Musikfestival, rockt Ende April auf der Moritzbastei. Heute wurde verkündet, welche Bands auf der Bühne stehen. Ganz ohne Bässe hat gestern bei Leipzig die Erde gebebt – das Landesumweltamt resümiert. Und: Wird Leipzigs Rekordsieger rechtzeitig fit zur erneuten Marathon-Titelverteidigung? Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 15. April 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Line up für „Leipzig zeigt Courage!“ verkündet

Es ist bereits die 29. Ausgabe des Festivals „Leipzig zeigt Courage!“, das gleichzeitig auch eine Kundgebung ist, um ein weiteres Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Auf einer Pressekonferenz in der Moritzbastei – auf deren Dach die Veranstaltung auch wieder stattfindet – wurden dafür heute offiziell das Line up bekanntgegeben.

Am 30. April, startet ab 17:30 Uhr eröffnet die Gewinnerband des Newcomer Contests „Junge Künstler für Toleranz & gegen Gewalt und Rassismus“ den Musikabend. Anschließend folgen die Gruppa Karl-Marx-Stadt, die Berliner Punkband Team Scheisse, die Singer-Songwriterin Mola und der Berliner Rapper Savvy. Moderiert wird das Programm von Tim Thoelke und André Herrmann. Bereits ab 16 Uhr kann auf dem Kurt-Masur-Platz vor der Moritzbastei der „Markt der Demokratie“ besucht werden. Hier stellen sich Initiativen wie die Stiftung Friedliche Revolution, der CSD Leipzig und der Verein „Land in Sicht“ vor, die sich für Demokratiebildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren.

„Courage beginnt nicht auf großen Bühnen, sondern im Kleinen – in dem Moment, in dem wir mutig sind, nicht wegsehen und Haltung zu zeigen“, betont Leipzigs Demokratiebürgermeisterin Vicki Felthaus. „Das Courage-Festival bringt genau das zum Klingen: Es ermutigt, verbindet und macht Haltung hörbar. Wir feiern an diesem Abend die Musik, die wunderbaren Bands und die Haltung, die uns trägt: leise im Alltag, laut auf der Bühne und unübersehbar in unserer Stadt.“

„Gerade in diesen bewegten Zeiten ist es wichtiger denn je, für Menschenrechte einzustehen, Weltoffenheit zu fördern und sich klar gegen Demokratiefeinde zu positionieren“, lässt auch Festival-Initiator und Sänger Sebastian Krumbiegel keinen Zweifel an der Notwendigkeit und Aktualität einer solchen Veranstaltung.

Drittes April-Erdbeben bei Leipzig

Südlich von Leipzig hat am gestrigen Abend um 18:22 Uhr die Erde gewackelt. Das Erdbeben, dessen Epizentrum zwischen Neukieritzsch und Groitzsch lag, hat eine Stärke von 3,2 auf der Richterskala erreicht. Das berichtete heute das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Stattgefunden hat das Beben in einer Tiefe von ungefähr 22 Kilometern. Bis hinein ins Erzgebirge waren die Erschütterungen wahrnehmbar.

In unserer Region war es bereits das dritte Erdbeben, das in den vergangenen elf Jahren stattgefunden hat. Immer war es im April, und auch die Stärke war dabei jeweils nahezu identisch: Am 29. April 2017 lag diese bei 3,0 und am 16. April 2015 bei 3,2. Weit weg also vom bisher stärksten registrierten Beben aus dem Jahr 1872. Dieses brachte es auf der Richterskala auf einen (geschätzten) Wert von 5,2 und fand im Raum Gera/ Posterstein statt.

Alles bereit für 48. Leipzig Marathon

Der diesjährige Leipzig-Marathon steht voll motiviert in den Startlöchern. Am kommenden Sonntag, dem 19. April, fällt dafür der Startschuss. Ginge es nach Veranstaltungsleiter Michael Mamzed vom Stadtsportbund Leipzig, könnte das Event auch morgen schon starten: „Wir sind soweit und startklar!“, verkündete er fingerschnippend auf der heutigen Pressekonferenz zum Spektakel.

Für die insgesamt sechs Wettbewerbe, die am Sonntag über Leipzig Straßen gehen werden, haben sich bisher fast 14.000 Lauffans angemeldet. Das ist neuer Rekord. Es sind 80 Nationen aller Kontinente (außer Antarktis) vertreten. Funfact: Immerhin 33 Geburtstagskinder werden ihren ganz persönlichen Feiertag laufend verbringen. Ganz oben in der Gunst der Strecken steht der Halbmarathon, für den sich mehr als 6.400 Menschen in die Startlisten eingetragen haben, fast 1.000 mehr als noch im Vorjahr.

Für den kompletten Marathon werden rund 1.700 Läuferinnen und Läufer die Schuhe schnüren. Ein großes Fragezeichen steht dabei allerdings hinter Lokalmatador und Rekordsieger Nic Ihlow vom SC DHfK Leipzig. Er musste seine Teilnahme an der Pressekonferenz kurzfristig krankheitsbedingt absagen. Ob der 30-Jährige rechtzeitig wieder fit ist, um seinen fünften Sieg in der Heimatstadt zu erringen, ist aktuell noch unklar.

Schlägt dann vielleicht die Stunde von Jakob Lange? Der einstige nordische Kombinierer aus Rosenheim geht mit der Starnummer 2 ins Rennen und drängt an die deutsche Spitze. Aber auch Habtamu Agumas Geleta (Startnummer 4) von der SG Motor Gohlis-Nord will ein ernstes Wörtchen um den Sieg mitsprechen. Es wird spannend.

Hier sind die genauen Startzeiten der einzelnen Läufe:

09:30 Uhr – Marathon (1.688 Anmeldungen)
09:40 Uhr – 4 km Lauf/Walken (827 Anmeldungen)
09:50 Uhr – Stadtwerke Schülermarathon (2.210 Anmeldungen)
11:00 Uhr – Stadtwerke Kinderlauf (442 Anmeldungen)
12:15 Uhr – Halbmarathon (6.418 Anmeldungen)
13:15 Uhr – 10 km Lauf/Walken (2.411 Anmeldungen)

Los geht es jeweils auf der Straße „Am Sportforum“. Den Streckenplan hat LZ-Kollege Benjamin Weinkauf ja bereits in seinem heutigen „Hallo Leipzig“ präsentiert.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Nonnenstraße soll Fahrradstraße werden: Ökolöwe fordert mehr als nur ein paar Schilder

Hallo Leipzig: So startet Mittwoch, der 15. April 2026

Pass auf was du draußen sagst: Eine Jugendnovelle aus den beklemmenden 1980er Jahren der DDR

Bücher, Skandale und Gespenster: Neue Lesereihe im Laden auf Zeit

Fotovortrag im Panometer zur ersten deutschen Südpolar-Expedition 1901–1903: Zum Kontinent des eisigen Südens

Premiere im Schauspielhaus am 18. April: „deutsche märchen (& super creeps)“

Was sonst noch wichtig war:

Der ungarische Wahlsieger Péter Magyar hat Staatspräsident Tamás Sulyok zum Rücktritt aufgefordert.

Vier Jahre lang will der Bund hoch verschuldeten Kommunen mit jährlich insgesamt rund einer Milliarde Euro unter die Arme greifen.

Nach dem Untergang eines überfüllten Flüchtlingsbootes im Indischen Ozean werden 250 Menschen vermisst. Es handelt sich dabei um Rohingya und Bangladescher.

Rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa sowie deren Regionaltochter CityLine sind seit Mitternacht im Streikmodus. Es wird mit hunderten Flugausfällen gerechnet.

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar