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Sea-Watch 3: Freilassung der Kapitänin unterstreicht Bedeutung der Arbeit von Seenotrettern

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    Am Dienstagabend wurde Carola Rackete, Kapitänin der Sea-Watch 3, in Italien aus dem Hausarrest entlassen. Rackete war am Samstag, den 29. Juni 2019, mit dem Rettungsschiff und 40 Geflüchteten an Bord unerlaubt in den Hafen der italienischen Insel Lampedusa gefahren. Mehr als zwei Wochen hatte das Schiff zuvor auf offener See ausharren müssen, weil ihnen kein sicherer Hafen zugewiesen worden war. Carola Rackete wurde festgenommen und stand seit Montagnachmittag in Agrigent vor einem Ermittlungsgericht.

    „Amnesty International begrüßt die Entscheidung des Gerichts, den Hausarrest gegen die Kapitänin aufzuheben. Carola Rackete wurde einzig und allein deshalb festgenommen, weil sie Menschen aus Seenot gerettet und in den nächstgelegenen sicheren Hafen gebracht hat. Dazu ist sie durch das Seerecht verpflichtet. Das wird durch die Entscheidung des Gerichts nun bestätigt. Die Entscheidung unterstreicht die Rechtmäßigkeit der Arbeit von Seenotrettern und die Bedeutung des Menschenrechtsschutzes.“

    „Amnesty wendet sich ausdrücklich gegen die zunehmende Kriminalisierung von Seenotrettern und anderen Menschen, die sich für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten einsetzen. Nichtstaatliche Organisationen retten Leben, während die EU-Mitgliedstaaten ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen zur Seenotrettung ignorieren. Wohlwissend, dass in Libyen Folter und sexualisierte Gewalt an der Tagesordnung sind, überlassen die EU-Mitgliedsstaaten Menschen in die Hände von libyschen Akteuren“ so Beeko weiter. „Wenn  in dieser Situation Politiker über sogenannte ‚Pull Faktoren‘ schwadronieren, ist ihnen dringendst die Lektüre der Berichte von Folterungen und Misshandlungen in Libyen empfohlen.“

    „Die Bereitschaft der Bundesregierung, einen Teil der Geflüchteten von der Sea-Watch 3 aufzunehmen ist wichtig. Zusammen mit den übrigen EU-Mitgliedsstaaten bleibt Deutschland jedoch vor allem gefordert, einen Mechanismus zu schaffen, mit dem schnell und unkompliziert die Erstaufnahme von aus Seenot geretteten Menschen gesichert ist“, so Beeko weiter. „Libyen ist nach internationalem Seerecht kein sicherer Ort. Niemand, der aus Seenot gerettet wurde, darf dorthin verbracht werden.“.

    Am Mittwoch wird Amnesty gemeinsam mit anderen Organisationen bei einer Anhörung des italienischen Parlaments Stellung zu den sogenannten Salvini-Dekreten beziehen. Wenn diese in ihrer bestehenden Form durchs Parlament kämen, würden sie die Arbeit von Seenotrettern und Menschenrechtlern weiter kriminalisieren.

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