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Grünere Agrarpolitik zur Grünen Woche!

Gemeinsam zu einer nachhaltigen Landwirtschaft

Die Proteste und Diskussionen des letzten Jahres zeigen im Brennglas: Landwirtschaft muss sozial und ökologisch nachhaltig gestaltet werden, dazu muss sich die Agrarpolitik neu ausrichten. Es gibt derzeit eine große Unzufriedenheit in der Landwirtschaft. Und über die Landwirtschaft. Jetzt ist politischer Mut gefragt, um beide Seiten zusammen zu bringen.

Und konsequentes Handeln, um eine Agrarpolitik durchzusetzen, die Umwelt und Tiere schützt, und dabei den Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, ein faires Einkommen gewährt.

„Am 18. Januar rollen zahlreiche Trecker durch die Hauptstadt, auch von Demeter-Höfen werden einige dabei sein“, freut sich Demeter-Vorstand Alexander Gerber auf die Demonstration in Berlin unter dem Motto Agrarwende anpacken, Klima schützen! „Es ist ein wichtiges Signal zur Internationalen Grünen Woche in Berlin, dass Bäuerinnen und Bauern, Verbraucherinnen und Verbraucher gemeinsam auf die Straße gehen für eine Agrarpolitik, die Fairness und Ressourcenschutz an die erste Stelle setzt.“

„Die Bäuerinnen und Bauern, die hier auf ihren Treckern mitfahren, haben gute und praktikable Lösungsansätze dabei. Sie machen der Politik und der Gesellschaft das konkrete Angebot, bis 2035 in Deutschland flächendeckend umwelt- und klimaschonenden Ackerbau zu praktizieren und Nutztiere artgerecht zu halten“, ergänzt Gerber.

„Doch dies ist nicht zu Billigstpreisen zu haben! Deshalb fordern sie zu Recht die Unterstützung der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Wirtschaft. Und sie fordern auch klare politische Rahmenbedingungen: Die Politik muss eindeutige Anreize setzen, damit es attraktiver für Betriebe wird, in Richtung mehr Nachhaltigkeit umzusteuern.“

Ministerin Klöckner hat sich zwar an viele relevante Themen herangetraut, allerdings bleiben die meisten Maßnahmen zahnlose Tiger oder gar von vornherein freiwillig. Sie sind nicht in der Lage, den notwendigen gesellschaftlichen Wandel einzuleiten. Demeter setzt sich für eine Wertschätzung der landwirtschaftlichen Arbeit und eine konsequente Weiterentwicklung hin zu einer flächendeckenden ökologischen Landwirtschaft ein, um den Herausforderungen zu begegnen:

Insektensterben stoppen

Gerade wurde mit dem Insektenatlas eine Übersicht zum Insektensterben veröffentlicht. Durch das Insektenschutzprogramm des Bundes und einige Länder-Initiativen kommt Bewegung auf. Wirklich effektiv wird man das Summen und Brummen aber nur dann fördern, wenn man flächendeckend auf nachhaltige Bewirtschaftungsformen wie Ökolandbau setzt.

Demeter-Landwirt*innen leisten seit Jahrzehnten Pionierarbeit, indem sie Hecken pflanzen, auf chemisch-synthetische Pestizide verzichten und Landschaften vielfältig gestalten. Seit 2013 ist in den Demeter-Richtlinien festgeschrieben, dass 10 Prozent der Betriebsfläche mit besonderem Augenmerk auf die Biodiversität bewirtschaftet werden müssen.

Klima schützen

Dürre, Hitze, Starkregenfälle: In der Landwirtschaft zeigen sich die Folgen des Klimawandels schon heute dramatisch. Trotzdem wird Deutschland seine Klimaschutzziele für 2030 im Bereich Landwirtschaft deutlich verfehlen – auch mit dem geplanten Maßnahmenpaket der Bundesregierung (laut Folgenabschätzung des Thünen-Instituts). Mit den Farmers for Future fordern wir konsequente Gegenmaßnahmen wie eine CO2-Besteuerung und gezielten Humusaufbau.

Steuergelder steuernd einsetzen

Dieser Batzen Geld kann den Wandel ermöglichen: Die gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) kostet jeden EU-Bürger, jede EU-Bürgerin durchschnittlich 114 € im Jahr. Dieses Geld könnte weitaus besser angelegt werden als heute – in eine zukunftsfähige, ökologischere Landwirtschaft, wie weite Teile der Gesellschaft sie wollen.

Wir fordern: 70 Prozent der EU-Agrargelder müssen zweckgebunden für Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen ausgegeben werden – statt wie bisher 80 Prozent der Agrargelder in Direktzahlungen ohne wesentliche Steuerungswirkung. Die Umsetzung kann über die kommende Förderperiode schrittweise erfolgen.

Hähne aufziehen statt Küken zu töten

Das Kükentöten wird – gefühlt seit mehreren Jahren – immer mal wieder politisch beendet. Doch noch immer wurde keine gesetzliche Frist festgelegt, ab der das Kükentöten nicht mehr erlaubt sein wird. Die Geflügelbranche experimentiert vor allem mit verschiedenen Formen der Embryonenselektion. Demeter hat bereits 2018 beschlossen, auf einen ganzheitlichen Ansatz zu setzen: Die Aufzucht von Bruderhähnen und die Züchtung von Zweinutzungshühnern.

Tierhaltung konsequent kennzeichnen

Das geplante und auch nur freiwillige Tierwohllabel wird Verbraucher*innen durch lasche Einstiegskriterien und ein neues Stufensystem eher verwirren als informieren. Wir fordern eine vollständige und verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung. Hierbei sollte das bei Eiern bereits seit Jahren bewährte und gelernte System in vier Stufen (0 =Bio bis und 3 =gesetzlicher Standard) Vorbild sein.

Wasser schützen

Die neue Düngeverordnung soll endlich die EU-Nitratrichtlinie von 1991 (!) umsetzen. Es ist auch höchste Zeit – doch um das Problem an der Wurzel anzugehen hilft  nur ein strukturelles Umdenken statt mehr Bürokratie, und standortangepasste Tierhaltung statt Gülleüberschüsse. Zudem dürfen die Stickstoffüberschüsse aus der mineralischen Stickstoffdüngung nicht unberücksichtigt bleiben. Wir fordern eine Abgabe auf synthetische Stickstoffdünger und Pestizide auf Handelsebene, um Wasser und Umwelt zu schützen.

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