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Corona-Krise: Stadt sichert Ausbildungsverhältnisse in Leipzig

Die Stadt Leipzig wird ein Sonderhilfeprogramm „Leipzig sichert Ausbildung“ starten, das Unternehmen für ihre Auszubildenden einen Zuschuss von einmalig 927 Euro pro Ausbildungsvertrag gewährt. Damit soll die gesetzliche Kurzarbeitsregelung ergänzt werden, welche für Auszubildende gegenüber Beschäftigten später greift und bis zu diesem Zeitpunkt vom Ausbildungsbetrieb voll finanziert werden müsste.

Den Vorschlag von Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht bestätigte Oberbürgermeister Burkhard Jung in Abstimmung mit dem Ältestenrat heute im Eilverfahren. Anträge können voraussichtlich ab dem 4. Mai 2020 von den Unternehmen online gestellt werden.

„Um die Fachkräfte von morgen zu sichern, hat sich Leipzig als erste Stadt Deutschlands für dieses Soforthilfeprogramm entschieden. Der kommunale Zuschuss wird vielen Unternehmen helfen, ihre Ausbildungsplätze in der aktuellen Krise zu sichern. Die investierten drei Millionen Euro sind somit sehr gut angelegtes Geld.“, informiert Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht.

Aktuell werden in Leipziger Unternehmen rund 9.000 junge Menschen ausgebildet. Für sie gilt zwar auch die Kurzarbeitsregelung, jedoch erst mit einer Verzögerung von sechs Wochen. Ziel des Hilfeprogramms ist es deshalb, diese Zeit zu überbrücken und bestehende Ausbildungsverhältnisse zu sichern. Das Programm richtet sich an ausbildende Klein- und mittelständische Unternehmen sowie Freiberufler und Selbstständige in der Stadt Leipzig. Voraussetzung ist, dass ein Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit, auch für die Auszubildenden, gestellt wurde.

„Die finanzielle Hilfe wird bei einem Großteil der Ausbildungsunternehmen greifen“, so Albrecht. Für den Fall, dass es dennoch nicht allen Unternehmen möglich ist, ihre Auszubildenden erfolgreich zum Abschluss zu führen, prüft die Stadt gemeinsam mit IHK und HWK derzeit, das Angebot der überbetrieblichen Ausbildung zu erweitern.

Auch dieses Instrument dient vorrangig der Überbrückung, bis die Unternehmen wieder selbst in der Lage sind, ihre Jugendlichen auszubilden. Die Eckpunkte des Hilfeprogrammes wurden zwischen der Stadt Leipzig, der Leipziger Agentur für Arbeit, der IHK und der HWK vereinbart.

Steffen Leonhardi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit erklärt: „Für das Erfolgsrezept hervorragend ausgebildeter Fachkräfte im Mittelstand – ja sogar in der gesamten Wirtschaft – ist die duale Ausbildung maßgeblich. Nach meiner Überzeugung wird dies auch nach der Krise bei Belebung der Wirtschaft als absolute Stärke hervortreten. Daher bleibe ich bei meiner Bitte an die Unternehmen, Ihre Auszubildenden und damit Ihre Fachkräfte von morgen zu halten.

Ich begrüße daher ausdrücklich das durch die Stadt aufgelegte Sonderhilfeprogramm „Leipzig sichert Ausbildung“. Das ist in der aktuellen Situation die richtige Investition in die Zukunft für die Stadt und deren Menschen.“

Kristian Kirpal, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig, ergänzt: „Das Programm der Stadt Leipzig ist eine schnelle und konkrete Hilfe zur Sicherung von Ausbildung. Diese Unterstützung ist jetzt dringend notwendig, denn gerade Branchen, die sich traditionell besonders stark in der beruflichen Ausbildung engagieren – Gastronomie und Hotellerie, Handel, Tourismus- und Freizeitwirtschaft – stehen derzeit unter großem wirtschaftlichen Druck.

Der städtische Zuschuss schließt nun die sechswöchige Vergütungslücke zum Kurzarbeitergeld – das kann den Unternehmen helfen, ihre Ausbildungsverhältnisse durch diese Krise zu bringen. Der Freistaat Sachsen muss ebenso mit einem landesweiten Programm nachlegen. Die Auszubildenden dürfen nicht die Leidtragenden dieser Krise sein.“

Claus Gröhn, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig erläutert: „Mit dieser Leistung wird eine zentrale Forderung des Leipziger Handwerks umgesetzt. Wir dürfen nicht zulassen, dass es erneut zu einer Massenabwanderung junger Menschen in andere Bundesländer kommt.“

Auch die Unternehmen der Leipziger Gruppe unterstützen die Stadt: „Aufgrund der bestehenden Krise sehen wir als kommunale Unternehmensgruppe unsere gesellschaftliche Verpflichtung, nach unseren Möglichkeiten zu helfen. So werden wir zusätzliche Kapazitäten schaffen, um Auszubildende, in den von uns angebotenen Berufen, unbürokratisch die Fortsetzung der Ausbildung zu ermöglichen, deren bisherige Betriebe das Ausbildungsverhältnis nicht mehr erfüllen können“, sagt Michael M. Theis, Geschäftsführer LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH.

Beantragung, Abwicklung und Auszahlung der Hilfszahlung erfolgen ausschließlich im Internet unter www.leipzig.de/leipzig-sichert-ausbildung. Derzeit wird mit Hochdruck an einer entsprechenden Programmierung gearbeitet, welche voraussichtlich ab dem 4. Mai 2020 zur Verfügung stehen soll.

Donnerstag, der 9. April 2020: OBM Jung ist „optimistisch“, dass es bald Lockerungen geben wird

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