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Kommandantenvilla gehört zur Gedenkstatte KZ Sachsenburg – so viel wie möglich erhalten

Die Stadt Frankenberg sammelt in einem Wettbewerb Ideen, wie die ehemalige Kommandantenvilla des „Frühen KZ“ Sachsenburg bei Frankenberg erhalten und in ein Gedenkstättenkonzept integriert werden kann. Der seit langem diskutierte Abriss des maroden Gebäudes scheint vom Tisch zu sein.

Dazu erklärt der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion, Franz Sodann:

„Nirgends war die Dichte der ,Frühen Konzentrationslager‘ mit 103 Lagern in 80 Städten höher als in Sachsen. Für dieses dunkle Vermächtnis sächsischer Geschichte gibt es keinen zentralen Erinnerungs- und Bildungsort. Dabei kommt dem KZ Sachsenburg als einem der ersten Lager eine besondere Rolle zu. Es bildete die Grundlage für die späteren Konzentrations- und Vernichtungslager. Hier wurden SS-Wachmannschaften ausgebildet, welche ihr erlerntes Folterwissen u.a. nach Buchenwald und Sachsenhausen exportierten.

Vor Ort engagieren sich Ehrenamtliche seit Jahren um den Aufbau einer Gedenkstätte. Sie müssen staatlicherseits mit voller Kraft unterstützt werden – da ist der Freistaat genauso gefragt wie die Kommunen. Wir als Linksfraktion setzen uns seit langem dafür ein. Die arg beschädigte ehemalige Kommandantenvilla ist ein zentrales Element eines Erinnerungsortes auf dem Gelände.

Ich freue mich sehr darüber, dass ihr zumindest teilweiser Erhalt nun offenbar doch möglich ist, nachdem ihr Abriss jahrelang als alternativlos hingestellt wurde. Es ist bedauerlich, dass erst der Bund Druck machen musste – indem er seine Zustimmung zum Gedenkstättenkonzept und finanzielle Zuschüsse an die Bedingung geknüpft hat, dass die Villa eingebunden wird.“

Die mittelsächsische Abgeordnete der Linksfraktion, Marika Tändler-Walenta, fügt hinzu:

„Die Gedenkstätte in Sachsenburg ist weit über Mittelsachsen hinaus von großer Bedeutung für die Gedenk- und Erinnerungspolitik. Es ist gut, dass die Stadt Frankenberg nun Ideen sammelt, um die Kommandantenvilla in ein Gedenkstättenkonzept einzugliedern, anstatt sie einfach wegzureißen, weil sie so stark baufällig ist.

Sie ist eben mehr als ein maroder Bürokomplex, der einfach verzichtbar ist. Ich hoffe sehr, dass am Ende mehr übrigbleiben kann als ihr Fundament. Denn auch die Villa kann Ort und Anlass sein, um sich mit den Verbrechen auseinanderzusetzen, die auf diesem Areal und danach an so vielen weiteren Orten stattgefunden haben.“

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 81: Von verwirrten Männern, richtigem Kaffee und dem Schrei der Prachthirsche nach Liebe

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