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Wissenschaftsminister Gemkow: Wer in Sachsen studiert hat, bleibt hier auch gerne für den Job

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow und Prof. Dr. Karl Lenz als Projektleiter vom Sächsischen Kompetenzzentrum für Bildungs- und Hochschulforschung an der TU Dresden haben heute die Ergebnisse der 3. Sächsischen Absolventenstudie vorgestellt.

Sebastian Gemkow: „Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die Absolventinnen und Absolventen auch rückblickend mit der Qualität ihres Studiums an einer sächsischen Hochschule äußerst zufrieden sind. Bei hohen Studierendenzahlen haben sich diese Werte von einem hohen Niveau aus sogar noch gesteigert. Ebenso bedeutend ist, dass der sogenannte Klebeeffekt des Studiums wirkt: Wer in Sachsen studiert, egal woher er kommt, bleibt auch für den Job gerne im Freistaat. Unsere Hochschulen bilden damit dringend benötigte Fachkräfte für Sachsen aus!“

Prof. Dr. Karl Lenz: „Nach den Jahrgängen 2006/07 und 2010/11 liegen mit der 3. Absolventenstudie nunmehr für Sachsen zur dritten Prüfungskohorte ausführliche Daten zum Berufseinstieg vor. Da die ersten beiden Kohorten erneut befragt wurden, erstreckten sich die Informationen über einen Berufsverlauf über einen Zeitraum von elf bzw. sechs Jahre nach dem Studiumsabschluss.

Kein anderes Bundesland verfügt über vergleichbar umfangreiche Daten zum Berufseinstieg und Berufsverlauf. Die Sächsische Absolventenstudie besitzt eine hohe Aussagekraft. Dazu trägt auch der wiederum sehr hohe Rücklauf zu den Fragebögen bei, der bei den beiden Nachbefragungen über 50 bzw. über 70 Prozent lag.“

Wichtigste Ergebnisse der Studie:

* Qualität des Studiums wird positiv bewertet – von einem hohen Niveau aus: Die Befragten bewerten Studienorganisation, Lehre, Prüfungsorganisation, fachliche Betreuung und Beratung, räumliche und technische Ausstattung sowie soziales Klima noch höher als die Vorgängerjahrgänge.

* Das Studium bringt mehr als Fachkompetenz: Dass die Alumni beim Studienabschluss nach eigener Einschätzung in hohem Maße über Selbstlernkompetenz, wissenschaftliche Fachkompetenz, Organisations- sowie Kommunikationskompetenz verfügen, konnte schon in den ersten beiden Absolventenstudien gezeigt werden. Die aktuellen Ergebnisse bestätigen das und weisen auf diesem hohen Niveau eine geringfügige Steigerung auf, wobei Führungskompetenzen nicht so ausgeprägt vermittelt werden, wie später im Beruf benötigt.

* Auslandsmobilität der Studierenden nimmt ab: Aus den Prüfungsjahrgängen 2015/16 haben 13 % der Befragten auch im Ausland studiert. In der ältesten Kohorte waren noch 18 % im Ausland. Scheinbar wirken sich ein kürzeres Studium und regelmäßige, laufende Prüfungen negativ auf die Möglichkeit aus, einen Teil des Studiums im Ausland zu verbringen.

* Ausbildung in Sachsen für Sachsen: Fast 60 Prozent der Studierenden bleiben für ihre erste Erwerbstätigkeit in Sachsen – drei Viertel der aus Sachsen stammenden Absolventen und Absolventinnen beginnen im Freistaat ihre Erwerbstätigkeit. Im Vergleich zu den beiden Vorgängerstudien ist dieser Anteil deutlich gestiegen. Aber auch der sogenannte Klebeeffekt des Studiums darf nicht unterschätzt werden: 39 % derjenigen, die erst zum Studium nach Sachsen gekommen sind, beginnen hier ihre Erwerbsbiografie.

* Berufseinstieg hat sich deutlich verbessert: Junge AkademikerInnen kommen nach dem Studium schnell in den Job. Betrachtet nach 24 Monaten, gibt es über alle Fächergruppen hinweg nur eine sehr geringe Arbeitslosenquote von unter 2 Prozent. Die große Mehrheit der Absolventinnen und Absloventen ist mit der aktuellen Erwerbstätigkeit zufrieden oder sehr zufrieden.

* Einkommen steigt: Bei einer Vollzeittätigkeit liegt das durchschnittliche Bruttoeinkommen elf bis zwölf Jahre nach Studienabschluss in den Prüfungsjahrgängen 2006/07 bei ca. 4.800 € und nach sechs bis sieben Jahren bei den Prüfungsjahrgängen 2010/11 bei 4.200 €. In beiden Fällen ist das Durchschnittseinkommen im Zeitverlauf deutlich gestiegen.

* Frauen verdienen weniger unabhängig von der Fächerwahl: Erhebliche Einkommensunterschiede bestehen zwischen den Geschlechtern, der Gender Pay Gap liegt in den Prüfungsjahrgängen 2006/07 bei 25 % und in den Prüfungsjahrgängen 2010/11 bei 18 %. Frauen verdienen dabei in allen Fächergruppen schlechter.

* Etwa 85 Prozent haben unbefristete Verträgen: Schon mit der ersten Stelle nach dem erfolgreichen Abschluss erreicht die Mehrheit der Befragten eine Beschäftigung ohne Befristung. Aus den Prüfungsjahrgängen 2006/07 sind aktuell noch 13 % befristet beschäftigt und im jüngeren Prüfungsjahrgang noch 18 %.

Sächsische Absolventenstudien:

Nach 2010 und 2015 werden in diesem Jahr die Ergebnisse der 3. Sächsischen Absolventenstudie vorgelegt. Die Studie, gefördert vom sächsischen Wissenschaftsministerium und durchgeführt vom Kompetenzzentrum für Bildungs- und Hochschulforschung (KfBH) an der TU Dresden, erstreckt sich auf mehrere Absolventenjahrgänge aller staatlichen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Sachsen. In die 3. Absolventenstudie wurden einbezogen: die Prüfungsjahrgänge 2015/16 im Rahmen einer Erstbefragung und die Prüfungsjahrgänge 2010/11 und 2006/07 im Rahmen von (ersten bzw. zweiten) Nachbefragungen.

Ein Prüfungsjahrgang umfasst alle Studierenden, die in einem Studienjahr ihr Studium erfolgreich abschließen, also vom Beginn des Wintersemesters bis zum Ende des Sommersemesters. Zusätzlich schloss die 3. Sächsische Absolventenstudie noch eine Sondererhebung zum Lehramt ein; diese Ergebnisse wurde bereits im Sommer 2019 vorgestellt. Für die ältere Kohorte konnte eine Rücklaufquote von 74 % und für die jüngere von 56 % erzielt werden. Damit konnten ca. 1.500 bzw. 4.100 Fragebögen ausgewertet werden.

Die ausführliche Pressemitteilungen und die beiden Publikationen – eine zur Erstbefragung und die andere zu den Nachbefragungen – finden Sie unter

https://tu-dresden.de/zqa/forschung/Forschungsprojekte/saechsische-absolventenstudie

Gute Nachricht für Literaturfreunde: Am 20. Oktober startet der Literarische Herbst in Leipzig

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Das dritte Leipziger Ratsbuch 1501 - 1512. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

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