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Wie Licht die Geschlechterbestimmung im Hühnerei ermöglicht und damit das millionenfache Kükensterben beendet​ werden kann

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    In gut einem Jahr, ab 1. Januar 2022, soll das Töten von männlichen Eintagesküken in Deutschland verboten werden. Eine Forschungsgruppe der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig haben eine Methode entwickelt, mit der sich wenige Tage nach der Befruchtung feststellen lässt, ob in dem Ei eine Legehenne heranwächst oder ein männliches Tier. Diese Erkenntnisse sollen nun in die Praxisreife überführt werden, um das Kükensterben zu beenden. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium fördert dazu eine Fortsetzung des Projektes der Technischen Universität Dresden.

    Tausende männliche Küken werden täglich kurz nach dem Schlüpfen durch die Gabe von Kohlendioxid erstickt. Der Grund: Sie sind für die Eier- und Fleischproduktion in der Massentierhaltung wertlos. Dieses Vorgehen birgt ethische Konflikte und steht im Widerspruch zu geltenden Tierschutzgesetzen. Um diese Situation zu entschärfen, ist ein kostengünstiges, schnelles und zuverlässiges Verfahren erforderlich, mit dem die Geschlechtsbestimmung bereits zu Beginn des Brutprozesses durchgeführt werden kann.

    Bereits 2013 hatte eine gemeinsame Forschungsgruppe der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig damit begonnen, das neue Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zu entwickeln. Es beruht auf einer optischen Methode, dem sogenannten „spektroskopischen Sexen von Bruteiern“. Analysegegenstand ist u.a. das  Blut, das sich bei weiblichen und männlichen Embryonen in seiner molekularen Zusammensetzung unterscheidet.

    Dazu wurden bebrütete Hühnereier innerhalb einer kleinen Schalenöffnung mit Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt. Das zurückgeworfene Lichtspektrum wurde registriert und lässt – beseitigt um alle störenden Einflüsse – eindeutige Rückschlüsse auf das Geschlecht des Embryos zu. „Die Analyse mit dem spektroskopischen Sexen von Bruteiern funktioniert momentan bei Eiern, die zirka 3,5 Tage bebrütet wurden“, erklärt Gerald Steiner, Koordinator des Forschungsprojektes.

    In der Fortsetzung des Projektes, für die das niedersächsische Landwirtschaftsministerium 248.000 Euro bereitstellt, soll das Verfahren nun in die Praxis überführt werden. „Ganz konkret bedeutet es, dass wir die Methode für Eier entwickeln, die zirka fünf  Tage bebrütet sind. Diese spätere Geschlechtsbestimmung wird von den Großbrütereien als vorteilhaft angesehen“, ergänzt Prof. Steiner.

    Sie benötigten dann nur Spektrometer und eine Datenauswertung, um Eier mit männlichen Embryonen  sofort zu erkennen und auszusortieren. Sie könnten als wertvolle Eiweißquelle beispielsweise zu Tierfutter weiterverarbeitet werden. Die neue Testmethode ist sehr schnell, so lassen sich die 15 Eier pro Reihe einer Standardpalette potenziell innerhalb weniger Sekunden kontrollieren.

    „Uns war es wichtig, ein Verfahren zu entwickeln, das eine Geschlechtsbestimmung vor dem kritischen Tag sieben ermöglicht, an dem nach wissenschaftlichen Erkenntnissen davon ausgegangen werden muss, dass das Schmerzempfinden des Hühnerembryos beginnt. Aufgrund der hohen Tierzahlen sehe ich Niedersachsen dabei besonders in der Verantwortung“, begründet Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast die finanzielle Beteiligung ihres Bundeslandes an dem Forschungsprojekt.

    Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) plant eine entsprechende Änderung des Tierschutzgesetzes, mit dem Brütereien die Tötung von Eintagesküken ab dem 1. Januar 2022 verboten wird.

    Link: https://tu-dresden.de/med/mf/die-fakultaet/newsuebersicht/wie-licht-die-geschlechterbestimmung-im-huehnerei-ermoeglicht-und-damit-das-millionenfache-kuekensterben-beenden-werden-kann

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    5 KOMMENTARE

    1. Der verschwindet sogar schon im Teig, man schmeckt nichts davon. Auch dem fertigen Kuchen merkt man nicht an dass kein Ei drinsteckt.

    2. Ach, trau dich einfach, liebe Sabine. Anderen Haushalt füttern, Video machen (wegen Ton) ^^
      PS: Essig klingt jetzt nicht so überzeugend, verschwindet der Geschmack beim Backen, wäre da z.B. so eine Frage an den Artikel 😉

    3. „…vielleicht gibt’s da ja demnächst praktische Experimente und Erfahrungen in der Leipziger Zeitung…“

      Gab es in der Tat schon vor einer Weile, die veganen Kuchen mit Essig statt Ei.

      Hier gibts auch noch ein paar Alternativen mehr, auch für Eischnee brauchts nicht wirklich ein Ei: https://www.peta.de/veganleben/ei-alternativen/

      Aquafaba soll übrigens ein hervoragendes Mousse ergeben, hab ich aber selbst noch nicht ausprobiert. Die Dose Kichererbsen steht aber schon bereit, vielleicht trau ich mich zu Weihnachten ja ran.^^

    4. Sicher muss man irgendwo, also z.B. da wo es dem Menschen mit seinem „Frühstücksei“ verständlich ist, mit dem Beenden der Massentierhaltung anfangen.
      Aber die Haupt-„Produktion“ von Hühnerei wird in der Hauptsache für alle möglichen anderen „Lebensmittel“ eingesetzt, von Nudeln über Pizzen etc.
      1 Liter „Fertig-Ei“ sind wohl 30 Eier.
      https://www.huehner-info.de/infos/hs_batterieeier.htm

      Und für diese Eier braucht man Legehennen, weil die so gezüchtet sind, dass diese mind. 200 Eier (bei 12h/Tageswechsel irgendwie entsprechend mehr) legen. (Kückenschlupf 21 Tage, 21 Wochen erstes Ei, Lebensdauer 2 Jahre statt 7 (oder 50)? de.wikipedia.org/wiki/Haushuhn)
      Wenn da jetzt ein Hahn zur Befruchtung dazukommt, gibt’s neue Legehennen, also dann später im Brutkasten.
      Und Hähne-Küken, die man nicht braucht, weil die sich durch die Züchtung (auf eierlegende Hybrid-Hennen) nicht mal als Grill-Hähnchen eignen. Und diese männlichen Küken wurden nach dem Ei-Schlupf getötet.
      (Wenn man so ein Frühstücksei gar nicht bebrüten lässt, ist es egal, ob der Bio-Hahn auf der Bio-Henne war.)

      Wofür braucht man jetzt genau das weitere ‚ethische‘ Jahr, da es die Eier von Legehennen ohne ‚Küken-Töten‘ schon länger im Handel gibt?
      respeggt.com/de/das-verfahren/

      Habe da eher den Verdacht, dass die 5 statt 8 Tage wohl eher der maximalen Optimierung der „technischen Ausbeute“ der Großbrütereien entsprechen. Weil Feder-Flaum im Kuchen. Nicht lecker. Und Wärme-Energie umsonst, rechnet sich auch nicht.

      Als Verbraucher kann man da nur schauen, wie man (auch weltweit in Käfig-Haltung erzeugtes) Hühnereiweiß beim Backen etc. als Binde-, Klebemittel durch pflanzliche Erzeugnisse ersetzen kann bzw. Nudeln ohne Eier, auch im Kleingedruckten kauft.
      Diese Seite fand ich dazu interessant, aber vielleicht gibt’s da ja demnächst praktische Experimente und Erfahrungen in der Leipziger Zeitung, liebe Sabine <3
      https://proveg.com/de/ernaehrung/pflanzliche-alternativen/veganer-ei-ersatz/

    5. Merke: Wer ein Tier quält, wird bestraft. Wer tausende gleichzeitig quält bekommt Subventionen. Kapitalismus-Logik.

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