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Moor-Revitalisierung in der Modellregion Westerzgebirge

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    Sachsenforst startet ein großes Moor-Projekt im Westerzgebirge. Mit MoorReSax („Moorwissen umsetzen – Moorrevitalisierung in der Modellregion Westerzgebirge“) werden nicht nur zehn Moore im Landeswald aktiv wiedervernässt, sondern auch umfangreiche Fachinformationen für ein langfristiges Entwicklungskonzept für Waldmoore erarbeitet. Die Laufzeit des Projektes beträgt vier Jahre. Die Finanzierung teilen sich der Bund und der Freistaat Sachsen.

    Umweltminister Wolfram Günther: „Ich freue mich, dass wir Moore in Sachsen auf diese Weise stärken können. Mehr als 650.000 Euro werden aus dem Förderprogramm Waldklimafonds des Bundes bereitgestellt. Mein Ministerium unterstützt das Projekt mit weiteren 440.000 Euro. Das ist eine wichtige Investition in den Natur- und Klimaschutz. Moore sind faszinierende und artenreiche Lebensräume. Vor allem aber sind sie wichtige und hocheffiziente CO2-Senken. Das ist die gute Nachricht: Nachdem Moorflächen vor vielen Jahrzehnten durch Entwässerung verloren gegangen sind, können wir sie heute wiederbeleben und ihr Fortbestehen sichern.“

    MooReSax: Ganzheitlicher Ansatz zur Moorrevitalisierung

    Das neue Projekt umfasst die Zusammenführung und Bereitstellung von Fachinformationen zu Waldmoor-Standorten sowie die Planung, Umsetzung und Dokumentation von Revitalisierungsmaßnahmen im Wald. Ein Monitoring dokumentiert die Entwicklung der wiederbelebten Moore. Auf insgesamt 80 Hektar werden zehn Moorstandorte im Landeswald in den Forstbezirken Eibenstock und Neudorf im Rahmen des Projektes revitalisiert.

    Dr. Dirk-Roger Eisenhauer, Leiter des federführenden Kompetenzzentrums Wald und Forstwirtschaft von Sachsenforst, erklärt: „Wir wollen mit dem Projekt nicht nur aktiv Waldflächen wiedervernässen, sondern auch praxisnahe und effiziente Revitalisierungsmaßnahmen für verschiedene Waldmoore erarbeiten.“ Die Ergebnisse sollen in einem Moorentwicklungskonzept für den Landeswald in den sächsischen Mittelgebirgen zusammenfließen.

    Eines der zehn Revitalisierungsobjekte ist das Moor am Pfahlberg bei Oberwiesenthal – ein besonders wertvolles Kleinod. Dessen Zustand kann durch eine Wassereinspeisung aus dem Umfeld gesichert und weiter verbessert werden. Andere entwässerte Moore im Projektgebiet sind noch von dichten Fichtenforsten bewachsen. Hier kann mit einer gezielten Auflichtung, dem Verschluss der Entwässerungsgräben und der Wiederherstellung des Wasserzuflusses aus dem Einzugsgebiet eine positive Entwicklung der wertvollen Ökosysteme angestoßen werden.

    Besondere Sorgfalt bei Revitalisierungsmaßnahmen notwendig

    Bei der Planung und Durchführung von Revitalisierungsmaßnahmen ist besondere Sorgfalt notwendig. Denn Moore sind äußerst sensible Ökosysteme. Ihr Bestand ist als Folge von Entwässerungsmaßnahmen im Zuge des mittelalterlichen Bergbaus, durch intensive Landnutzung und Torfabbau in den letzten Jahrhunderten und in den letzten Jahrzehnten durch den Klimawandel stark bedroht. Dabei sind Moore für eine lebendige und intakte Kulturlandschaft genauso wichtig wie für den Klimaschutz.

    Gesunde Moore wirken als Wasserspeicher und können dadurch Dürre- und Hochwasserphasen abmildern. Aufgrund der mächtigen Torfauflagen binden gesunde Moore mit einer intakten Biodiversität Kohlenstoff, während Moore mit einem gestörten Wasserhaushalt Kohlenstoff an die Atmosphäre freigeben. Weiterhin beeinflussen Moore auch die Wasserqualität. In Trinkwassereinzugsgebieten müssen Revitalisierungsmaßnahmen mit der Landestalsperrenverwaltung und den Wasserbehörden abgestimmt werden, um den Eintrag von schwerlöslichen organischen Kohlenstoffverbindungen in die Talsperren gering zu halten.

    Die überwiegend dauerhafte Wassersättigung in Mooren führt zur Entwicklung spezieller Biotope für seltene Tier- und Pflanzenarten, die in anderen Teilen der Kulturlandschaft keinen Lebensraum finden (zum Beispiel der prächtige Dukatenfalter, die scheue Waldeidechse, die Moos- und Rauschbeere und das Wollgras). Vor allem die Randbereiche der Moore im Erzgebirge haben einen hohen Wert als Lebensraum für das Birkhuhn und die seltene Bergkiefer.

    Hintergrund

    Rund 2.100 Hektar Moore und Moorwälder kommen natürlicherweise im sächsischen Staatswald vor, sind aber nur noch in Teilen intakt bzw. wiederherstellbar. Die Mehrzahl dieser wertvollen Ökosysteme liegt im Erzgebirge. Der Gesamtbestand der Moore (Moorböden) in Deutschland wird auf 1.419.000 ha geschätzt (etwa 4% der Bundesfläche). Sachsenforst engagiert sich bereits seit mehr als 15 Jahren erfolgreich für die Wiederherstellung von Waldmooren und konnte vor allem im Erzgebirge bislang fast 700 Hektar wiedervernässen.

    Die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft und für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördern aus Mitteln des Waldklimafonds Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Weitere Informationen finden Sie unter www.waldklimafonds.de/.

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