Die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur sind auch im Landkreis Leipzig deutlich zu spüren. So steigt der Anteil der ab 65-Jährigen und der Hochbetagten stetig an und liegt bereits jetzt über dem Durchschnitt in Sachsen. Der Großteil der älteren Generation lebt in privaten Haushalten und möchte auch so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben, auch wenn dann mit dem höheren Alter häufiger Unterstützung benötigt wird.

Der Austausch zu den regionalen Erfahrungen war der Anlass für den Besuch von Sachsens Seniorenbeauftragte, Christiane Schifferdecker, beim Sozialamt in Borna. Ein Schwerpunkt bildeten die umfangreichen Unterstützungs- und Hilfsangebote, die der Landkreis Leipzig für Senioren ab 60 Jahre bereithält, sowie die Seniorenarbeit.

Flexible Hilfen haben sich bewährt

Im Zentrum stand das Pflegenetzwerk des Sozialamtes, das in den letzten 11 Jahren aufgebaut wurde. Über dieses Netzwerk können Senioren mit und ohne Pflegebedarf, Beratung sowie unverzichtbare Unterstützung erfahren. Eine große Rolle spielen dabei die Pflegekoordinatoren, die über den Freistaat finanziert werden. „Über die Koordinatoren konnten wir die guten Beratungsstrukturen im Sozialamt und den Kommunen weiter ausbauen“, erläuterte Ines Lüpfert, 2. Beigeordnete im Landkreis.

Sozialamtsleiterin Karina Keßler zeigte auf, wie wichtig eine schnelle und unbürokratische Hilfe ist. „Gerade in der Pandemie hat sich deshalb das flexible Hilfesystem des Sozialamtes bewährt“, so die Einschätzung der Praktikerin. Zu den Hochphasen der Infektionen war Karina Keßler auch die erste Ansprechpartnerin für viele Pflegeeinrichtungen und mobilen Pflegedienste im Landkreis.

Digitale Kompetenz für Ältere

Um den Zugang zu den modernen Kommunikationstechniken zu erleichtern, hat die Volkshochschule Angebote speziell zur digitalen Kompetenz für Ältere entwickelt. Ganz praxisnah widmete sich ein Projekt beispielsweise der „Aufrechterhaltung von Kontakten per Videotelefonie während der Kontaktbeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und des Lockdowns“.

Einen Einblick in die Sichtweise der Betroffenen war beim abschließenden Besuch der Volkssolidarität Borna unter Leitung von Anika Kammer möglich. Beim Rundgang durch die Senioren-Begegnungsstätte, das betreute Wohnen, Servicebüro und Sozialstation kamen auch die Senioren zu Wort.

Die Seniorenbeauftragte des Landes zeigte sich am Ende der Besuchsreise beeindruckt von der Summe aller bestehender und vernetzter Angebote für Senioren, damit nehme der Landkreis Leipzig eine Vorbildstellung im Freistaat Sachsen ein.

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