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„scientia halensis“ nimmt Bürgerwissenschaft in den Blick

Von Martin‐Luther‐Universität Halle‐Wittenberg
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    Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler spielen für die Forschung eine immer größere Rolle: Sie sammeln Daten, entziffern alte Schriften und machen so Forschungsprojekte möglich, die es ohne sie nicht geben könnte.

    Citizen Science – so der englische Begriff für die Bürgerwissenschaft – steht im Zentrum der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „scientia halensis“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), die heute unter dem Titel „Alles forscht“ erscheint.

    In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über viele Länder hinweg Daten dazu ausgewertet, wie sich das Vorkommen von Schmetterlingen in Europa verändert hat. Für solche Studien sind große, standardisierte Datensätze aus möglichst vielen Regionen nötig. Ohne die Bürgerwissenschaft gäbe es diese nicht, „wir brauchen das Ehrenamt“, schreibt Prof. Dr. Josef Settele, Agrarökologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und außerplanmäßiger Professor an der MLU, im Vorwort der neuen Ausgabe der „scientia halensis“. Settele hat 2005 das Tagfalter-Monitoring mitgegründet, eines der wohl bekanntesten Citizen-Science-Projekte in Deutschland.

    Die Titelgeschichten des Wissenschaftsmagazins befassen sich mit unterschiedlichen Aspekten von Citizen Science. Zum einen wird ein an der MLU gestartetes Projekt vorgestellt, in dem Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler Daten aus Kirchenbüchern erfassen. Mit deren Hilfe möchten Forschende mehr über Hochzeiten hallescher Familien im 19. Jahrhundert und die soziale Klassenbildung in dieser Zeit herausfinden.

    Ein zweiter Beitrag geht der Frage nach, wie sich Daten aus Citizen-Science-Projekten kontrollieren und einordnen lassen, um möglichen Verzerrungen der Ergebnisse – zum Beispiel durch Wahrnehmungsfehler – vorzubeugen. Zudem wird ein Forschungsprojekt beleuchtet, das sich mit rechtlichen Grenzen von Bürgerwissenschaft insbesondere im medizinischen, therapieorientierten Bereich befasst.

    Weitere Beiträge des Magazins befassen sich zum Beispiel mit der jahrzehntelangen Suche nach den Gründen für ein rätselhaftes Adlersterben in den USA – die Erkenntnisse waren im März Thema der Titelstory im Fachmagazin „Science“ – oder der Frage, ob Halles berühmter Sohn Georg Friedrich Händel ein Plagiator war.

    Das kostenfreie Magazin ist wie gewohnt in der Tourist-Information der Stadt Halle am Marktplatz erhältlich. Exemplare gibt es auch in den Zweigbibliotheken der Universitäts- und Landesbibliothek sowie im Melanchthonianum am Uniplatz. Aktuell kann es auf Anfrage per E-Mail an magazin@uni-halle.de auch direkt versandt werden.

    Im Onlinemagazin „campus halensis“ der MLU gibt es das Heft zudem im PDF-Format sowie englische Fassungen der Artikel aus der aktuellen Ausgabe: www.campus-halensis.de

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