In der Blutbank am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) steht derzeit ein gesunkenes Blutspenderaufkommen einer immer höheren Nachfrage nach Blutkonserven gegenüber. Unter anderem müssen auf den Intensivstationen am UKL zunehmend Corona-Patienten behandelt werden, von denen viele im Rahmen ihrer Behandlung auf Blutprodukte angewiesen sind.

Die Mitarbeiter des Instituts für Transfusionsmedizin am UKL bitten aufgrund dieser angespannten Versorgungslage alle Blutspendewilligen aus Leipzig und Umgebung dringend um Unterstützung. Am Sonnabend, 20. November, öffnet die Blutbank in der Johannisallee 32, für einen zusätzlichen Spendetermin außer der Reihe von 10-14 Uhr.

Insbesondere der aktuell zu beobachtende Rückgang im Spenderaufkommen schafft eine kritische Situation für die Versorgung der Patienten mit lebensnotwendigen Blutkonserven. „Es melden sich einerseits zu wenig Spender. Andererseits sagen viele auch ihre bereits vereinbarten Spendetermine wieder ab. Unter anderem aufgrund von Infekten, womit wir in dieser Zeit des Jahres natürlich immer rechnen müssen“, erklärt Reinhard Henschler, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin am UKL.

„Doch aufgrund einer deutlich gestiegenen Anzahl an Blutkonservenanforderungen in den vergangenen Wochen sind die niedrigen Spenderzahlen mittlerweile ein ernstes Problem.“ Denn die Nachfrage nach lebensrettenden Blutprodukten ist hoch und im Vergleich zum Vorjahr sogar noch gestiegen: Im Jahr 2021 habe sich der Bedarf gegenüber 2019 und 2020 um 15 Prozent erhöht.

Ein wesentlicher Grund sei laut Prof. Henschler die Versorgung intensivpflichtiger COVID-Patienten: „Wir wissen aus den Erfahrungen in der zweiten und dritten Welle, dass COVID-19 die Blutgerinnung schwächt und Intensivpatienten mit dieser Erkrankung zwei- bis dreimal mehr Blutkonserven benötigen. Wir rechnen daher auch jetzt mit weiter steigendem Bedarf, da Tag für Tag wieder mehr Covid-Patienten auf den Intensivstationen versorgt werden müssen.“

Auf der Corona-Intensivstation im UKL befanden sich am Montag, 15. November, 19 COVID-19-Patienten, auf der Normalstation 24 – verzeichnet wird hier ein starker Zuwachs in den vergangenen 14 Tagen.

Sorgen mache Prof. Henschler auch die reduzierte Reichweite der Blutprodukte: „Normalerweise würde der Bestand in unserem Depot für drei bis sieben Tage reichen, das gibt eine gewisse Sicherheit in der Versorgung. Im Moment ist es uns aber nahezu unmöglich, diesen Vorrat zu halten, fast alle gewonnenen Spenden kommen kurz nach der Verarbeitung in den transfundierenden Einrichtungen des UKL zum Einsatz.“ Blutpräparate wie beispielsweise Erythrozytenkonzentrate (die roten Blutzellen) haben eine maximale Haltbarkeit von 42 Tagen, weshalb eine kontinuierliche Spendenbereitschaft der Bevölkerung notwendig sei.

Am Sonnabend kann gespendet werden

Fast jeder zwischen 18 und 68 Jahren, der mindestens 50 Kilogramm wiegt und gesundheitlich fit ist, darf Blut spenden. Bitte beachten: Für Reiserückkehrer gilt eine Rückstellung von der Spende von 14 Tagen (beginnend von der Einreise bis zum Tag der geplanten Spende). Blutspender, die Kontakt mit Infizierten hatten, müssen eine Frist von vier Wochen bis zu ihrer nächsten Spende einhalten.

Wer mit seiner Blutspende helfen möchte, kann unter Telefon 0341 / 97-25 393 seinen persönlichen Spendetermin für eine Vollblut- oder Plasmaspende vereinbaren. Gern kann alternativ das auf der Instituts-Website http://www.blutbank-leipzig.de vorhandene Terminwunschformular genutzt werden.

Einen Zusatztermin zum Spenden gibt es am Sonnabend, 20. November, von 10 bis 14 Uhr in der Johannisallee 32.

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