Die Klimabuchmesse (13. bis 15. Juni 2022) erschuf mit ihrer ersten Ausgabe in Präsenz einen Raum für spannende Gespräche und Begegnungen zu Klimabüchern.

Am Montag fanden im Audimax der Universität Leipzig Gespräche zu den Büchern „Autokorrektur“ von Katja Diehl und „Wie kann ich was bewegen?“ von Raúl Krauthausen und Benjamin Schwarz statt. MDR-Programmchef Klaus Brinkbäumer sprach mit Mobilitätsexpertin Katja Diehl über ihr Buch und die Verkehrswende. 

„Wie unbequem wird das Leben werden?“, fragte Brinkbäumer Diehl, doch die Bestseller-Autorin schlägt eine andere Blickweise vor: „Bequem wäre es doch, wenn Elternmobilität nicht shuttlen heißen würde und Bereiche wieder enger aneinanderrücken würden.” Brinkbäumer zog zum Ende des Gesprächs diese Bilanz: „Ich kann ihnen nur sagen, dass Autokorrektur Spaß machen kann.“

Die zweite Gesprächsrunde drehte sich um die Frage des Buchtitels: „Wie kann ich was bewegen?“. Krauthausen und Schwarz zeigen, was konstruktiver Aktivismus ist. „Beim Aktivismus geht um eine progressive Verbesserung der Gesellschaft“, definierte Schwarz auf der Klimabuchmesse. Klimabuchmesse-Schirmherr Wolfram Günther, stellvertretender sächsischer Ministerpräsident, betonte, dass die Demokratie dieses Engagement auch braucht: „Ich würde mich wundern, wenn ich Demokratie nur im Landtag verorten würde.”

„Am Montag ging es viel um Politik und Aktivismus – und auch darum, wie wir anderen Menschen zum Handeln aktivieren können“, sagt Klimabuchmesse-Kuratorin Gisela Wehrl: „Für den Dienstag hatten wir einen etwas anderen Zugang zum Thema geschaffen und ins Gohliser Schlösschen geladen. Dort konnten wir die Kinder aktivieren, sich mit dem Thema auseinandersetzen und mit Illustratorin Lena Steffinger, Autor Roland Bock und der Eichhörner AG des Freundeskreis Buchkinder in den Austausch zu gehen.“

Beim anschließenden literarischen Abend stellte Dr. Katrin Schumacher, Autorin und MDR-Redakteurin, mit Lesung und Gespräch den Fuchs als Wappentier des Anthropozäns vor: „Der Fuchs ist schneller als wir Menschen.“ Im Gespräch betonte Autorin Carolin, wie Literatur etwas ändern kann: „Über eine Geschichte das Herz berühren und dann in die Handlung gehen.“

Besonders spannend fanden die Autor/-innen auch den Austausch mit den Schulkindern bei den drei Lesungen am Dienstag und Mittwoch im Halle 5 Kinder- und Jugendzentrum, die auch digital übertragen wurden.

Die Klimabuchmesse war in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse und Leipzig Liest geplant gewesen, viele Planungen wurden mit diesem Support durchgeführt. Nach dem Corona-bedingten Ausfall der Leipziger Buchmesse, wollte das Team der Klimabuchmesse nicht komplett bis 2023 warten. Die kommende Ausgabe 2023 planen die ehrenamtlichen Organisator/-innen wieder parallel zur Leipziger Buchmesse (27. bis 30. April 2023).

„Wir haben für die Klimabuchmesse unglaublich viel Support von ganz vielen unterschiedlichen Gruppen bekommen. Von der Buchmesse, über die Verlage, Klimabewegung, viele Vereine, Universität, Schulen, Unternehmerverband und selbstverständlich den Autor/-innen “, sagt Klimabuchmesse-Kuratorin Wehrl: „Wir merken, dass die Menschen Geschichten suchen, mit denen wir gemeinsam Wege aus der Klimakrise finden. Und für diese Geschichten wollen wir mit der Klimabuchmesse einen Raum schaffen.“

Kommende Woche, am 23. Juni, gibt es in Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar noch zwei hybride Veranstaltungen, die auch im Internet zu sehen sein werden. Die dortige „Lange Nacht des wissenschaftlichen Schreibens“ steht dieses Jahr unter dem Motto „Writing for Future“. Theresa Hannig stellt dort ihren utopischen Roman „Pantopia“ vor. Stefanie Rückert gibt einen Schreibworkshop unter dem Motto: „Stell Dir vor: eine Reise in die klimagerechte Zukunft“.

Gemeinsam mit der VISIXgroup konnten die Veranstaltungen am Montag hybrid durchgeführt werden. Die Gespräche zu „Autokorrektur“ und „Wie kann ich was bewegen“ stehen dem interessierten Publikum weiterhin auf dem YouTube-Kanal der Klimabuchmesse zur Verfügung:

youtu.be/VRtZMOsFWDM

Unterstützt wurde die Klimabuchmesse u.a. von der Stadt Leipzig, den Stadtbezirksbeiräten Mitte und Nord, dem Unternehmerverband Sachsen, Parents for Future Germany, sowie den Schriftsteller/-innen der Writers for Future mit Unterstützung vom Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Und ganz, ganz vielen ehrenamtlichen Helfer/-innen.

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