Stadtförster Andreas Sickert stellt das Biotopbaum- und Totholzkonzept der Stadt Leipzig auf dem nächsten Online-Informationsabend am 14. September im Projekt Lebendige Luppe vor.

Das Biotopbaum- und Totholzkonzept wurde in Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartnern erarbeitet und im März 2021 als Bestandteil des jährlichen Fortwirtschaftsplans für das Jahr 2021 vom Leipziger Stadtrat beschlossen. Mit den im Forstwirtschaftsplan aufgestellten Bewirtschaftungsgrundsätzen unterstützt die Stadt Leipzig das Ökosystem Auwald, sich an veränderte Klimabedingungen anzupassen, und erhöht gleichzeitig auch den Erholungs- und Erlebniswert (Mehr unter www.leipzig.de/stadtwald).

Auf den städtischen Waldflächen im Leipziger Auwald (rund 1.200 Hektar von rund 2.100 Hektar Gesamtstadtwaldfläche) wird langfristig ein ständiger Totholzvorrat von 50 Kubikmeter pro Hektar angestrebt. Außerdem ist flächendeckend ein sehr hoher Bestand an Biotopbäumen (mehr als 10 Stück pro Hektar) und eine große Zahl an potenziellen Biotopbäumen zu erhalten, zu schaffen und nachhaltig zu sichern.

Indem Biotopbäume erhalten und der Totholzanteil im Wald erhöht wird, werden vielfältige Lebensräume geschaffen, die den Artenreichtum von den an oder im Holz lebenden Organismen, den  sogenannten Xylobionten fördern. Dazu gehören vor allem die holzbewohnenden Käfer wie z.B. der Eremit (Osmoderma eremita), dessen Larven sich in vermoderndem Holz verschiedener Laubbäume entwickeln.

Solche Alt- und Totholzarten (saproxylische Arten) gehören zu den am meisten gefährdeten Organismen Mitteleuropas. Der Hauptgrund ist die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung und die damit verbundene Armut an stehendem und liegendem Totholz in den meisten Wäldern. Daneben stellt abgestorbenes Holz einen wichtigen Kohlenstoffspeicher dar.

Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, Fragen an Andreas Sickert, Leiter der Abteilung Stadtforsten des Amtes für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig, zu richten. Der Infoabend ist kostenfrei. Eine Anmeldung erfolgt über diesen Link und wird bis zum 13. September erbeten. Die Veranstaltung wird nicht aufgezeichnet. Der Online-Informationsabend startet um 18:30 Uhr. Der Veranstalter ist der NABU Sachsen.

Auf einen Blick:

14. September 2022, Infoabend

18:30–20:30 Uhr

Link zum Anmeldetool: https://www.ufz.de/index.php?de=48154

Das Projekt Lebendige Luppe:

Im Rahmen des Projekts Lebendige Luppe arbeiten die Städte Leipzig und Schkeuditz, die Universität Leipzig, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ und der NABU Sachsen gemeinsam an Förderung und Erhaltung auentypischer Biotopstrukturen auf dem Gebiet der Städte Leipzig und Schkeuditz.

Durch die Wiederbelebung ehemaliger Flussläufe und die Beförderung von naturnahen Überflutungsereignissen sollen dem Auwald neue Lebensadern geschenkt, der Wasserhaushalt des Auensystems soll insgesamt verbessert und die biologische Vielfalt in diesem wertvollen Ökosystem gefördert werden.

Die Lebendige Luppe erhält als erstes sächsisches Projekt eine Förderung im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt, das durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz realisiert wird. Gefördert wird es zudem durch den Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt. Es ist ein Schlüsselprojekt des Grünen Rings Leipzig und des NABU Leipzig und ist seit Mai 2018 offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“.

Weitere Informationen gibt es auf der Projekt-Homepage www.Lebendige-Luppe.de sowie auf der Facebook-Fanpage des Projekts.

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