Ein dreijähriger Junge aus Angola wurde über das Friedensdorf International für eine spezialisierte medizinische Behandlung an das Klinikum St. Georg Leipzig vermittelt. Aufgrund einer schweren Knochenentzündung und einer Sichelzellenanämie war er nicht mehr gehfähig. Nach intensiver Therapie und mehreren Operationen kann das Kind heute wieder selbstständig laufen.

Überstellung nach Leipzig für medizinische Expertise

Im Juni 2025 übermittelte das Friedensdorf International den damals zweijährigen Francisco (Name geändert) an das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums St. Georg Leipzig. Ziel war eine spezialisierte medizinische Versorgung, die in seinem Heimatland Angola nicht zur Verfügung stand. Der Junge leidet an einer Sichelzellenanämie, einer erblichen Erkrankung der roten Blutkörperchen, die unter anderem Schmerzen, Blutarmut sowie Organ- und Gewebeschäden verursachen kann.

Zusätzlich bestand bei Francisco eine chronische Knochenentzündung, eine sog. Osteomyelitis, im linken Oberschenkel. Die Infektion war mit multiresistenten Keimen belastet, sodass zunächst keine wirksame medikamentöse Therapie möglich war. Sein Allgemeinzustand war deutlich eingeschränkt, eigenständiges Laufen nicht möglich.

Mehrmonatige Therapie mit Operationen und Antibiotika

Am Klinikum St. Georg erhielt Francisco eine mehrmonatige Behandlung mit intravenöser Antibiotikatherapie sowie mehreren operativen Eingriffen. Die medizinischen Maßnahmen zeigten Wirkung, so dass er im Oktober 2025 zur Nachsorge zurück ins Friedensdorf nach Oberhausen durfte.

Im Januar 2026 stellte sich Francisco zur Nachkontrolle erneut in Leipzig vor. Der Zustand des Kindes ist stabil, er bewegt sich altersgerecht und kann wieder eigenständig laufen.

Dr. Bettina Knothe, Funktionsoberärztin der Abteilung für Kinderorthopädie, begleitete die Behandlung operativ und medizinisch: „Die Entwicklung des Kindes ist sehr erfreulich. Im Juni war selbstständiges Gehen nicht möglich, heute läuft Francisco allein, spielt unbeschwert und wirkt insgesamt deutlich fröhlicher. Die frühe und konsequente Behandlung war entscheidend, um ihm gute Voraussetzungen für sein weiteres Wachstum und eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.“

Nachsorge über das Friedensdorf International

Bis voraussichtlich Mai 2026 bleibt Francisco zur weiteren Nachsorge im Friedensdorf International in Oberhausen. Dort erhält er weiterhin Medikamente zur Prophylaxe der Sichelzellenanämie. Die medizinische Betreuung und die Vorbereitung auf seine Rückkehr nach Angola wird eng mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums St. Georg abgestimmt.

Begleitet wurde Francisco unter anderem von Leonie Petrik aus der Berliner Außenstelle des Friedensdorfs International, die die medizinische Vermittlung koordiniert: „Viele Familien in Angola verfügen nicht über die finanziellen Mittel für eine medizinische Behandlung. Obwohl es leistungsfähige Krankenhäuser gibt, sind die Kosten oft nicht tragbar. Wir unterstützen die Familien und suchen gezielt Kliniken in Deutschland, die über die passende Expertise verfügen und eine Behandlung ermöglichen können.“

Internationale Hilfe für schwer erkrankte Kinder

Familien aus Kriegs- und Krisengebieten können ihre Kinder beim Friedensdorf International vorstellen. Nach festgelegten Aufnahmekriterien wird entschieden, für welche Kinder eine Behandlung ermöglicht werden kann. Pro Jahr erhalten auf diesem Weg rund 200 Kinder medizinische Hilfe.

Die medizinische Betreuung im Friedensdorf International beginnt in der Heimeinrichtung in Oberhausen, wo ein eigenes Medizinzentrum mit Fachpersonal angesiedelt ist. Nach der Diagnose wird ein geeignetes Klinikum für eine spezialisierte Behandlung ausgewählt und für die Aufnahme des Kindes angefragt. In Leipzig arbeitet das Friedensdorf mit vier Kliniken zusammen.

Nach dem Krankenhausaufenthalt werden die Kinder in Oberhausen weiter medizinisch betreut, erhalten unter anderem Physiotherapie und werden auf die Rückkehr in ihr Heimatland vorbereitet. Falls erforderlich, stellt das Friedensdorf auch langfristig die Versorgung mit notwendigen Medikamenten sicher.

Auch Francisco wird nach seiner Rückkehr nach Angola weiterhin mit Medikamenten versorgt. Er war bereits das zweite Kind, das vom Friedensdorf International an das Klinikum St. Georg Leipzig vermittelt wurde und eine erfolgreiche Behandlung erhalten hat.

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