Die GEW Sachsen warnt vor der steigenden Anzahl von Jugendlichen ohne Schulabschluss und sieht diese als Folge des Qualitätsabbaus an Schulen. Sie fordert ein Umsteuern zu mehr Unterstützungsangeboten, mehr Deutsch als Zweitsprache, faire Ausgleichsregelungen für Kinder und Jugendliche mit nicht-deutscher Herkunftssprache und mehr Zeit für Lehrkräfte, um auf einzelne Schülerinnen und Schüler einzugehen.

Dazu erklärt Claudia Maaß, Oberschullehrerin und stellvertretende Vorsitzende der GEW Sachsen: „3.210 Jugendliche haben im letzten Jahr die Schule ohne Abschluss verlassen, so viele wie noch nie. Jedes Kind, das uns in der Schule verloren geht, ist eine Tragödie. Leider ist diese Negativentwicklung ein Bundestrend. Insgesamt blieben 62.000 Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss. Das sind knapp 8 Prozent.

Ebenso steigt bundesweit der Anteil von Schulabbrechern mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit immer weiter auf mittlerweile 25 Prozent. Jahr für Jahr neue Negativrekorde, welche durch irrelevante Vergleiche seitens des Sächsischen Kultusministeriums bagatellisiert werden. Wer jetzt nicht handelt, wird alsbald 10 Prozent Abbrecherquote mit Krokodilstränen quittieren.

Nur bessere personelle und finanzielle Ausstattung der Schulen, mehr hochqualifiziertes Fachpersonal wie Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache, kleinere Klassen und mehr anstatt weniger Schulsozialarbeit werden diese traurige Entwicklung stoppen können. Wir benötigen bedarfsgerechte und wirksame Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit nicht-deutscher Herkunftssprache sowie faire Ausgleichsregelungen in den Prüfungen. Als GEW setzen wir hier auf eine Null-Toleranz-Strategie: Kein Jugendlicher darf ohne Abschluss die Schule verlassen.“

Hinweis: Die zugehörige Antwort des SMK auf die Kleine Anfrage (Drs. 8/5557) ist hier zu finden: https://edas.landtag.sachsen.de/redas/download?datei_id=48391

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