Die ver.di Tarifkommission hat in ihrer Sitzung am 6. März 2026 beschlossen, Warnstreiks in den ÖPNV-Verkehrsbetrieben, die den Tarifvertrag der AVN-Gruppe Sachsen anwenden, durchzuführen.
Hintergrund ist die festgefahrene Tarifrunde zu den Tarifverträgen Vergütung, Rahmen sowie Rahmentarifvertrag für Auszubildende in der AVN-Gruppe Sachsen. Die dritte Verhandlungsrunde am 4. März 2026 endete ohne Ergebnis. Die Arbeitgeber waren nicht bereit, auf Basis eines verbesserten Angebots die Verhandlungen in einer vierten Runde fortzusetzen.
Die Beschäftigten in den betroffenen ÖPNV-Betrieben sehen daher keine andere Möglichkeit, als ihren berechtigten Forderungen nun mit Streikmaßnahmen Nachdruck zu verleihen. ver.di hatte in der laufenden Tarifrunde bislang aus Rücksicht auf Fahrgäste sowie insbesondere auf Schülerinnen und Schüler auf Arbeitskampfmaßnahmen verzichtet.
„Ziel ist es, die Arbeitgeber zurück an den Verhandlungstisch zu bewegen und einen tragfähigen Kompromiss zu erreichen“, erklärt Sven Vogel, Verhandlungsführer von ver.di.
Den Auftakt der Streikaktionen bildet die Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH (RVSOE). Dort werden die Beschäftigten vom 10. März 2026, 3:00 Uhr, bis zum 11. März 2026, 3:00 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen.
Darüber hinaus sind in der 11. Kalenderwoche Warnstreiks in den Landkreisen Erzgebirge, Meißen und Zwickau sowie im Stadtgebiet Chemnitz geplant.
In der 12. Kalenderwoche sind weitere Warnstreiks in den Landkreisen Mittelsachsen, Zwickau, Görlitz, Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie in den Stadtgebieten Chemnitz, Dresden und Görlitz vorgesehen.
Damit ist in den kommenden beiden Wochen mit erheblichen Einschränkungen bis hin zu Stillständen im ÖPNV, im Schienenersatzverkehr sowie bei Sonderfahrten zu rechnen.
Die konkreten Streiktermine werden jeweils mindestens 48 Stunden vor Beginn bekanntgegeben.
ver.di bittet die betroffenen Fahrgäste sowie Schülerinnen und Schüler um Verständnis und hofft auf ein schnelles Einlenken der Arbeitgeber – auch mit Blick auf die bevorstehenden Prüfungsphasen an Schulen und Gymnasien.
Das letzte Angebot der Arbeitgeber vom 04.03.2026:
Vergütungstarifvertrag:
- Erhöhung der Vergütung um 1,9 % ab 1. April 2026
- Facharbeiter im Einstieg 57,32€ brutto/Monat
- Facharbeiter nach 14 Jahren Tätigkeit 65,53€ brutto /Monat
- weitere 1,9 % ab 1.1.2027,
- Facharbeiter im Einstieg 58,41€ brutto/Monat
- Facharbeiter nach 14 Jahren Tätigkeit 66,78€ brutto /Monat
- sowie 1,0 % ab 1. Januar 2028
- Facharbeiter im Einstieg 31,33€ brutto/Monat
- Facharbeiter nach 14 Jahren Tätigkeit 35,81€ brutto /Monat
- Für den Zeitraum Januar bis März 2026 soll eine Einmalzahlung von 200 Euro (brutto) erfolgen.
- Laufzeit: bis 30. Juni 2028
Rahmentarifvertrag:
- Erhöhung der Nachtzulage auf 25 % ab 1. April 2026, jedoch erst ab 21.00 Uhr (bisher ab 22.00 Uhr)
- Erhöhung der Zulage beim Zusammentreffen mehrerer Zeitzuschläge von 15 % auf 20 % ab 1. April 2026
- Einführung einer Samstagszulage von 25 %, ab 1. Januar 2027 jedoch nur noch 15 % ab 13.00 Uhr
- Erhöhung der Zulage für geteilte Dienste von 13 Euro auf 15 Euro ab 1. April 2026
- Laufzeit: bis 31. Dezember 2030
Aus Sicht der ver.di-Verhandlungskommission war dieses Angebot insgesamt unzureichend und wurde daher zurückgewiesen. Auch zu weiteren zentralen Forderungen der Gewerkschaft, legten die Arbeitgeber keine Angebote vor.
Dazu gehören unter anderem:
- eine Erhöhung der Jahressonderzahlung,
- mehr Urlaub,
- eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen,
- eine verbindliche Übernahme von Auszubildenden nach bestandener Abschlussprüfung,
- Regelungen zur 5-Tage-Arbeitswoche auch im Schichtdienst
- sowie ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.
Die AVN-Tarifverträge der Gruppe Sachsen gelten unter anderem für folgende Unternehmen:
Regionalverkehr Westsachsen (Zwickau), ETP Chemnitz, Regionalverkehr Erzgebirge, Regiobus Mittelsachsen, Verkehrsgesellschaft Meißen, DVS Dresden, Regionalverkehr Sächsische Schweiz–Osterzgebirge, Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda, Regionalbus Oberlausitz, Görlitzer Verkehrsbetriebe, Omnibusverkehr Oberlausitz sowie DB Regio Bus Ost (Zittau).






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