Das veränderte Klima sorgt auch dafür, dass vermehrt Schädlinge nach Mitteleuropa einwandern, die hier zuvor nicht zu Hause waren. Die entsprechenden Schäden sind selbst in unseren Parks zu sehen. Und manche dieser eingewanderten Insekten können auch für zufällige Passanten gesundheitliche Folgen haben. Weshalb das Amt für Umweltschutz jetzt einen neuen Weg geht, um die stark gestiegene Population des Eichenprozessionsspinners biologisch zu regulieren.
Das bedeutet: An befallenen Eichen der besonders stark genutzten Leipziger Grünanlagen wie dem Clara-Zetkin-Park, dem Friedenspark und dem Alten Johannisfriedhof wird ein neues Verfahren – das Ausbringen von Nematoden – getestet. Fadenwürmer, das klingt nicht ganz so schön. Aber mit ihnen könnte man den Eichenprozessionsspinner in den Griff bekommen.
Dieser ist seit geraumer Zeit auch in Mitteleuropa heimisch und vermehrt sich immer öfter in großen Mengen. Bei Kontakt mit den feinen Brennhaaren der Raupen oder den Nestern können allergische Reaktionen, wie Hautekzeme oder Reizungen der Augen und Atemwege ausgelöst werden. In unmittelbarer Nähe von Häusern, Wegen oder Spielplätzen wurden Nester bisher abgesaugt und die Areale mit befallenen Bäumen mit Warnhinweisen gekennzeichnet, schildert das Amt für Umweltschutz das bislang geübte Verfahren.
Eine neue Methode
Neben diesen Maßnahmen wird in diesem Jahr eine weitere Methode eingesetzt: In den genannten Parkanlagen werden in den Abendstunden an befallenen Bäumen gezielt Nematoden zur biologischen Bekämpfung der Raupen ausgebracht. Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die natürlicherweise in Böden vorkommen. Sie dringen in die Raupen des Eichenprozessionsspinners ein und führen dazu, dass diese absterben.
Für Menschen, Haustiere und andere Tiere sind die eingesetzten Nematoden völlig harmlos, betont die Stadt. Auch für Pflanzen besteht keine Gefahr. Die Anwendung erfolgt gezielt und umweltschonend und wurde mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Die Ausbringung erfolgt in den Abendstunden, da die Nematoden hinsichtlich Temperatur und Feuchtigkeit wirksamer sind.
Und die Leipziger sind auch gefragt, dem Amt für Umweltschutz bei der Suche nach befallenen Bäumen zu helfen.
Das Amt für Stadtgrün und Gewässer ist dankbar für Hinweise an die E-Mail-Adresse eps@leipzig.de. Die Angabe des Fundorts des Eichenprozessionsspinners sollte möglichst genau sein, gern ergänzt um ein Foto. Weitere Informationen findet man auf der städtischen Internetseite.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:









Keine Kommentare bisher