Die Welt sei nicht genug, hieß es vor knapp drei Jahrzehnten im Titel eines „James Bond“-Films. Leicht abgewandelt könnte man heute formulieren: Ein (einziges) Eröffnungsspiel bei der Weltmeisterschaft ist nicht genug. Klar, offiziell gibt beziehungsweise gab es auch nur eines davon, aber die kommenden Auftaktspiele der Gastgeber Kanada und USA könnte man schon mitzählen.
Das nördlichste der drei Gastgeberländer startet am Freitagabend gegen Bosnien-Herzegowina ins Turnier. Im Gegensatz zu Mexiko und den USA ist es für Kanada das erste Mal, dass das Land eine Fußball-WM der Männer austrägt. Kanada hofft bei dieser Premiere auch auf seinen ersten WM-Sieg überhaupt. Bei den bisherigen beiden Teilnahmen vor vier und vor 40 Jahren war das nicht gelungen.
In einer Gruppe, in der neben dem Favoriten Schweiz auch noch Katar und eben Bosnien-Herzegowina dabei sind, sollte das durchaus möglich sein. Problem: Der wichtigste Spieler wird wohl nicht rechtzeitig fit. Linksverteidiger Alphonso Davies, der Bayern-Spieler, hat anhaltende Oberschenkelprobleme und wird möglicherweise erst in der K.o.-Phase eine Option – wenn überhaupt.
Immerhin ist Kanada nicht vollständig von einem Spieler abhängig. Mit Jonathan David von Juventus Turin und Cyle Larin vom FC Southampton gibt es speziell im Angriff ordentlich Qualität. Gegner Bosnien-Herzegowina hat ebenfalls prominente Verletzungssorgen. Weltstar Edin Dzeko, mit 38 Jahren aktuell bei Bundesligaaufsteiger Schalke 04 aktiv, sollte aber rechtzeitig wieder einsatzfähig sein.
USA verweigern Fans der Elfenbeinküste die Einreise
Wenige Stunden nach Kanada greifen dann auch die USA ins Turnier ein. Gemeint ist dabei natürlich die Fußball-Nationalmannschaft. Die USA als Staat greifen schließlich schon seit Tagen ins Turnier ein, indem sie Schiedsrichter, Delegierte oder Fans wieder nach Hause schicken oder gar nicht erst einreisen lassen.
Wie am Donnerstag bekannt wurde, erwischte es nun auch die Anhänger*innen der Elfenbeinküste. Die USA hätten „klar zum Ausdruck gebracht“, dass Fans aus dem afrikanischen Staat nicht erwünscht seien, hieß es seitens eines Fanvertreters. Mehr als 500 Reisewillige wären es aber wohl sowieso nicht geworden. Vor allem für Menschen in Afrika sind die Kosten für Tickets, Unterkunft und Mobilität kaum zu bewältigen.
Die USA, die wohl gerne mal wieder über das Achtelfinale hinauskommen würden, so wie zuletzt 2002 beim Viertelfinalaus gegen Deutschland, treffen auf Paraguay, das sich erstmals seit 2010 wieder für eine WM qualifiziert hat. Das bislang einzige Duell beider Mannschaften bei einer Weltmeisterschaft liegt schon einige Jahre zurück. 1930 gab es einen 3:0-Erfolg der USA.
Mexiko besiegt desolate Südafrikaner
Der dritte WM-Gastgeber Mexiko ist am Donnerstagabend mit einem 2:0 gegen Südafrika ins Turnier gestartet. Dass es zum Auftakt ein Erfolgserlebnis gab, lag aber weniger an der eigenen Stärke und mehr an der desolaten Vorstellung des Gegners. Südafrika blieb über 90 Minuten chancenlos und holte sich zudem zwei Rote Karten wegen Notbremse und Tätlichkeit ab. In der Nacht besiegte Südkorea Tschechien im zweiten Spiel der Gruppe A mit 2:1.
Spiele am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag:
21 Uhr: Kanada gegen Bosnien-Herzegowina (ARD)
Prognose: knapper Sieg für Kanada
3 Uhr: USA gegen Paraguay (nur MagentaTV)
Prognose: knapper Sieg für die USA
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