Am vierten Tag der WM greifen erstmals Deutschland und die Niederlande ins Geschehen ein. Bei vielen früheren Turnieren hätte man da Turnierfavoriten zu Gesicht bekommen. Würde eines der beiden Teams diesmal den Titel holen, wäre das aber eine Überraschung. Während Deutschland gegen einen krassen Außenseiter spielt, steht die Niederlande vor einer echten Herausforderung.

Curaçao heißt der Gegner für Deutschland am Sonntagabend. Genau wie die andere Karibikmannschaft Haiti zählt das Team aus dem 150.000-Einwohner-Staat zu den großen Außenseitern dieser Weltmeisterschaft. Es ist die erste WM-Teilnahme überhaupt und auch ansonsten hat Curaçao nicht allzu viele Erfolge vorzuweisen. 2019 erreichte das Team bei der Kontinentalmeisterschaft von Nord- und Mittelamerika das Viertelfinale.

Die Spieler von Curaçao sind alle im Ausland tätig; ungefähr die Hälfte spielt in der Niederlande. Das ist vor allem damit zu erklären, dass der Inselstaat zum sogenannten Königreich der Niederlande gehört – er ist aber autonom. Innenverteidiger Armando Obispo von der PSV Eindhoven, Mittelfeldspieler Tahith Chong von Sheffield United und Sontje Hansen vom FC Middlesbrough sind die Akteure mit dem höchsten Marktwert.

Japan kommt mit Offensivpower

Gegen diesen WM-Neuling ist Deutschland klarer Favorit. Etwas anders gestaltet sich die Lage für die Niederlande, die es mit technisch starken Japanern zu tun bekommt. Aus der Bundesliga sind mehrere Spieler mit dabei; Chancen auf die Startelf haben vor allem Hiroki Ito von Bayern München und Ritsu Doan von Eintracht Frankfurt.

In der Qualifikation zur WM konnte Japan zahlreiche Kantersiege feiern. Von den 16 Quali-Spielen endeten sieben mit mindestens fünf Toren für Japan. Die Gegner trafen in diesen sieben Spielen nicht ins Tor. Seit seiner ersten WM-Teilnahme 1998 war Japan immer dabei, kam aber nie weiter als ins Achtelfinale. Würde es diesmal für das Viertelfinale reichen, wäre das keine allzu große Überraschung.

Das gilt auch für Marokko, allein schon deshalb, weil die Afrikaner vor vier Jahren in Katar bis ins Halbfinale kamen und auf dem Weg dahin Belgien, Spanien und Portugal besiegten. Am Samstagabend sah es zunächst nach einem weiteren Ausrufezeichen aus: Marokko ging mit 1:0 gegen Brasilien in Führung und war die deutlich bessere Mannschaft. Doch der Rekordweltmeister konnte noch in der 1. Halbzeit ausgleichen und danach kam von Marokko nicht mehr viel.

Spiele am Sonntagabend und in der Nacht zu Montag:

19 Uhr: Deutschland gegen Curaçao (ARD)

Prognose: deutlicher Sieg für Deutschland

22 Uhr: Niederlande gegen Japan (nur MagentaTV)

Prognose: kein Favorit

1 Uhr: Elfenbeinküste gegen Ecuador (ARD)

Prognose: kein Favorit

4 Uhr: Schweden gegen Tunesien (nur MagentaTV)

Prognose: knapper Sieg für Schweden

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

René Loch über einen freien Förderbetrag senden.
oder

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar