Die Frage, ob Frieden notfalls auch mit militärischen Mitteln gesichert werden darf, beschäftigt die Menschen seit jeher. Im biblischen Sinn nach dem Schlag auch die andere Wange hinhalten? Oder es dem Igel von Wilhelm Busch gleich tun: „Und also gleich macht er sich rund, schließt seinen dichten Stachelbund. Und trotzt getrost der ganzen Welt – bewaffnet, doch als Friedensheld.“
Uneinigkeit innerhalb der Kirchen
Unter dem Titel „Frieden schaffen – mit oder ohne Waffen? Ein Dilemma christlicher Friedensethik“ widmet sich heute am 12. Juni in der Leipziger Peterskirche eine Diskussionsveranstaltung einer der derzeit wichtigsten gesellschaftlichen Kontroversen, nicht nur in Deutschland. Dabei geht es um Themen wie Waffenlieferungen an die Ukraine, Aufrüstungspolitik, die Debatte um die Wehrpflicht sowie die veränderte Haltung der Kirchen zu Fragen von Sicherheit und Verteidigung.
Im Fokus steht insbesondere die Auseinandersetzung zwischen evangelischen und katholischen Sichtweisen. Seit Jahren wird innerhalb der Kirchen darüber diskutiert, ob das traditionelle pazifistische Leitbild weiterhin Bestand haben kann oder ob der Schutz angegriffener Menschen unter bestimmten Umständen auch den Einsatz militärischer Mittel rechtfertigt. Ähnliche Debatten prägen derzeit Akademien und Friedensforen in ganz Deutschland.

Experte im Gespräch mit Geistlichen
An der Gesprächsrunde beteiligen sich Andreas Zumach, freier Journalist, Autor sowie langjähriger UNO-Korrespondent in Genf und einer der bekanntesten deutschen Kommentatoren zu Abrüstung und internationaler Sicherheitspolitik, Landesjugendpfarrer Peter Herrfurth von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland sowie die Leiterin des Katholischen Büros Sachsen, Ordinariatsrätin Dr. Daniela Pscheida-Überreiter.
Die Moderation übernimmt die religionspolitische Sprecherin und Vorsitzende der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Franziska Schubert. Die Veranstaltung in der Peterskirche (Schletterstraße) beginnt um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

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