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Neue Parkplätze und Falschparker sorgen für Ärger in der Universitätsstraße

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    Manchmal liegen die Semesterferien dazwischen, und dann kommen die Studenten wieder zum neuen Semester nach Leipzig und finden die Stadt verändert. Manchmal zum Guten, manchmal zum Schlechten. Dass am 16. November die Karl-Liebknecht-Straße wieder für den Verkehr freigegeben wurde, freut auch die radfahrenden Studis. Aber dass die Universitätsstraße zum Parkplatz wurde, sorgt für Ärger.

    Also gab’s gleich mal Süßes und Saures zugleich. Zur Freigabe der umgestalteten Karl-Liebknecht-Straße samt Peterssteinweg freute sich der Student_innenRat der Universität Leipzig über die damit einhergehende bessere Anbindung der Universität für radfahrende Studierende. Mit dem Abschluss der seit Januar 2014 andauernden Bauarbeiten auf der wichtigsten Verkehrsachse für den Radverkehr in Leipzigs Süden sei es nun möglich, direkt den Ring zu überqueren. Damit sei die Universität für Radfahrer_innen aus dem Süden besser erreichbar.

    Aber dann?

    Dann biegen sie in die Universitätsstraße ein und sehen sich einem neuen Autogewühl gegenüber.

    Mit Bedauern stellt der StuRa deshalb fest, dass die Universitätsstraße mit zusätzlichen Parkplätzen ausgestattet worden ist.

    Johannes Groß, Referent für Nachhaltige Mobilität des StuRa dazu: „Die Markierung von Parkflächen auf der Universitätsstraße verengt die Fahrbahn für Auto- und Fahrradfahrer_innen auf unerträgliche Weise. Schon vor der Markierung wurde hier wild geparkt. Die Markierung manifestiert diesen unhaltbaren Zustand dauerhaft.“

    Parkende Autos vorm Städtischen Kaufhaus: Hier soll eigentlich mal eine Ladezone hin. Foto: Ralf Julke
    Parkende Autos vorm Städtischen Kaufhaus: Hier soll eigentlich mal eine Ladezone hin. Foto: Ralf Julke

    Thema war das schon zum diesjährigen PARK(ing) Day am 18. September. Da hat auch der StuRa der Uni Leipzig auf der Universitätsstraße eine Aktion gestartet. So nebenbei wurde bei einer Fahrzeugzählung auch noch festgestellt, dass die Universitätsstraße von doppelt so vielen Fahrradfahrer_innen wie Autofahrer_innen genutzt wird. Durchschnittlich fuhren pro Stunde 104 Autos durch die Straße. Eigentlich schwer vorstellbar, denn eigentlich ist die Universitätsstraße eine Sackgasse. Über die Grimmaische Straße dürfen eigentlich nur Lieferfahrzeuge weiterfahren.

    Dem gegenüber stehen über 250 Fahrradfahrer_innen im selben Zeitraum, so der StuRa. Und das war sogar noch außerhalb der Semestervorlesungen. Die Zählung fand in der vorlesungsfreien Zeit statt. Es sei wohl anzunehmen, dass der Anteil der Fahrradfahrer_innen während des Studienbetriebs noch höher liegt, kommentiert der StuRa das Ergebnis.

    Friedemann Goerl, Geographiestudent und Initiator der Zählung, bewertet dies so: „Die Universitätsstraße ist eine der wichtigsten Schlagadern des Fahrradverkehrs in Leipzig. Diesem Umstand sollte endlich Rechnung getragen werden. Eine Fahrradstraße mit zusätzlichen Stellplätzen für den Radverkehr würde sich an dieser Stelle viel mehr am tatsächlichen Bedarf und der Realität messen.“

    Aber auch ein Besuch am Wochenende zeigt, dass in der Universitätsstraße nicht nur auf den neu ausgewiesenen Kurzzeit-Parkplätzen geparkt wird, sondern dass wildes Parken in Parkverbotszonen die Regel ist. Was natürlich die zur Einspurigkeit geschrumpfte Strecke zwischen Schillerstraße und Kupfergasse erst recht zum Engpass macht.

    Die geplanten Maßnahmen des Verkehrs- und Tiefbauamtes in der Innenstadt. Karte. Stadt Leipzig
    Die geplanten Maßnahmen des Verkehrs- und Tiefbauamtes in der Innenstadt. Karte. Stadt Leipzig

    Tatsächlich gehört die Ausweisung von Kurzzeitparkplätzen in diesem Teil der Straße zum Arbeitsprogramm des Verkehrs- und Tiefbauamtes, das auch hier irgendwie das Prinzip der „autoarmen Innenstadt“ versucht umzusetzen. Dazu gehört die künftige Ausweisung einer Ladezone vor dem Städtischen Kaufhaus, die aber noch – wie man sieht – Dauerparkplatz ist. Ebenso gibt es auf der gegenüberliegenden Straßenseite ebenfalls eine Ladezone, die freilich genauso als Dauerparkplatz genutzt wird. Der Rest der Straße ist entweder Halteverbotszone (wie direkt vorm Campus-Zugang) oder strikte Parkverbotszone. Doch auch diese wird rigoros zum Falschparken genutzt.

    Eine kleine Strecke, die von lauffaulen Innenstadtbesuchern nicht zum Parken genutzt wird, ist justament ein kleiner Abschnitt vorm Städtischen Kaufhaus, wo Fahrradbügel das Abstellen von Autos verhindern. Und das alles an einem ruhigen Wochenende ohne Campus-Betrieb. In der Woche ist praktisch die komplette Ostseite der Straße mit Fahrrädern zugestellt und die Autofahrer, die hier unbedingt einen Parkplatz suchen müssen, sorgen vermehrt für Konfliktsituationen, die das Konzept „autoarme Innenstadt“ eigentlich verringern sollte.

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