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Stadt soll Nutzer für den Bowlingtreff am Wilhelm-Leuscher-Platz finden + Update

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    Ein Uraltantrag der CDU-Fraktion stand am Donnerstag, 19. November, zur Abstimmung im Stadtrat, eingereicht vor einem Jahr, als endlich klar war, dass man im alten Bowlingtreff am Wilhelm-Leuschner-Platz kein Naturkundemuseum würde unterbringen können. Höchste Zeit, dass die Immobilie doch wieder einen Nutzer findet und der Stadt ein bisschen Geld bringt.

    Der spätsozialistische Bau des Architekten Winfried Sziegoleit ist denkmalgeschützt, was ihn vor Abriss schützt. Was aber noch nicht dafür sorgt, dass er auch genutzt werden kann. Seit 1997 steht er leer, wird mühsam gegen Vandalismus geschützt. Der Versuch des Leipziger Kulturdezernats, hier mit aller Macht das Naturkundemuseum unterzubringen, war schon ein Akt der Verzweiflung.

    Logisch, dass die CDU-Fraktion vor einem Jahr darauf drängte, das Bauwerk wieder in Nutzung zu bringen. Denn es stört ja auch durch seine stumme Präsenz: „Derzeit ist die gesamte Fläche ein Unort, der nicht zum Verweilen einlädt, sondern vielmehr zum zügigen Durcheilen. Sie entfaltet eine erhebliche Barrierewirkung zwischen der Innenstadt und dem pulsierenden Leben in der inneren Südvorstadt.“

    Der Antrag schlich sich nun ein Jahr lang durch die Gremien. Bevor er am Donnerstag zur Abstimmung im Stadtrat kam, haben die Grünen noch schnell einen Änderungsantrag eingereicht, der der Stadt den Besitz des Gebäudes sichern soll, auch wenn er in private Nutzung übergeht: „Der Bowlingtreff wird zeitnah zur Vergabe von Erbbaurecht, Pacht und Miete ausgeschrieben, um ihn, auch zur Belebung des Wilhelm-Leuschner-Platzes, wieder nutzbar zu machen“, hieß es im Grünen-Änderungsantrag. „Die Ausschreibung erfolgt im Rahmen eines Konzeptverfahrens. In der Ausschreibung sind die Bewerber aufzufordern, ein Nutzungskonzept für den Bowlingtreff vorzulegen. Den Zuschlag soll der Bieter mit dem Konzept erhalten, das den kommunalen Entwicklungszielen am besten und am nachhaltigsten entspricht. Die Umsetzung des ausgewählten Konzeptes ist bei Vertragsabschluss durch geeignete Regelungen sicherzustellen.“

    Das Anliegen wurde dann in der Erläuterung noch einmal unterstrichen: „Die Liegenschaft soll im kommunalen Eigentum bleiben. Das Vorhaben ist von Interessenten mit einem Nutzungskonzept zu untersetzen. Es soll Angaben hinsichtlich eines kostendeckenden Betriebes bei Gewährleistung eines öffentlichen Nutzens enthalten, des Weiteren den denkmalgeschützten Bau respektieren (weitgehende Erhaltung der Bausubstanz im überirdischen Bereich) und mit den stadtentwicklungspolitischen Zielen im Einklang stehen.“

    Da wird es spannend. Am Donnerstag hob zwar die Mehrheit der Stadträte dazu die Hand. Aber schon die Pläne zum Naturkundemuseum haben ja gezeigt, wie hoch der Investitionsbedarf in dieses tiefergelegte Bauwerk ist. So hatte es auch der CDU-Antrag festgestellt: „Klar ist: jegliche Wiedernutzung dieses Gebäudes ist mit einem Mindestmaß an Investitionen verbunden, um eine sichere Bespielbarkeit im Sinne heutiger Vorschriften zu gewährleisten. Es gilt also, Partner zu suchen, mit denen diese Aufgabe gemeinsam geschultert werden kann.“

    Das kann spannend werden. Denn auch die CDU-Fraktion ging davon aus, dass der Bowlingtreff wieder als zentrale Veranstaltungsstätte reaktiviert wird. Und sie merkte ebenso an, dass die notwendigen Investitionen schon die Möglichkeiten der Stadt überstiegen hätten: „Die Diskussion um das Naturkundemuseum hat gezeigt, dass eine schlüsselfertige Wiederherstellung für die Stadt selbst nicht finanzierbar ist. Darum bleibt nur die Öffnung für private Nutzer und Investoren. Erste Interessenten für eine ‚Baustellenbespielung‘ gibt es. Um aber nicht nach dem erstbesten Vorschlag greifen zu müssen, sollte man mit Erfahrungsträgern der Event- und Kulturwirtschaft die Potenziale gemeinsam erarbeiten und abwägen.“

    Eine „Baustellenbespielung“ ist aber keine Dauerbespielung und schon gar keine Instandsetzung des Gebäudes. Da dürften nicht allzu viele private Interessenten übrig bleiben, die hier erst einmal ein paar Millionen Euro einsetzen, um das Gebäude für neue Veranstaltungsformate herzurichten, die dann auch noch so viel Publikum ziehen, dass sich die Sache refinanziert.

    Wahrscheinlich werden die ersten Konzeptvorschläge zeigen, wie groß diese Lücke zwischen Traum und Wirtschaftlichkeit klafft.

    Der ursprüngliche Antrag der CDU.

     

    Der Änderungsantrag der Grünen.

     

    Und auf eine etwas forsche Bitte der Linksfraktion hin, die ebenfalls einen ganz ähnlichen Änderungsantrag gestellt hat.

     

    Hier der Änderungsantrag der Linksfraktion.

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