Geht der Eiertanz um Hochwasser und Naturschutz um Schlobachs Hof jetzt von vorn los?

Alles wie gehabt bei Schlobachs Hof, könnte man sagen nach der Versteigerung am 12. Mai am Amtsgericht Leipzig. Weder die Stadt Leipzig, die für das direkt im Naturschutzgebiet gelegene Grundstück geboten hat, noch die Initiative um den NuKla e.V. hat den Zuschlag bekommen. Mindestens 1 Million Euro war das Mindestgebot. Den Zuschlag bekam eine Verwaltungsgemeinschaft.
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„Jetzt ist abzuwarten, wer der Bieter hinter der Gesellschaft ist und was er mit dem Hof vorhat“, sagt Anja Werner vom Leipziger Ökolöwe und drückt ihre Hoffnung aus, dass das Gelände nun doch endlich dem Naturschutzgebiet Burgaue zugeschlagen wird. Denn Probleme hatte Schlobachs Hof ja bekommen, weil das Gelände gleich zwei Mal – bei den Hochwassern 2011 und 2013 – überschwemmt worden war. Der Hof, vom Sägewerksbesitzer Schlobach mitten in die Auenniederung bei Böhlitz-Ehrenberg gebaut, liegt direkt im Flutungsgebiet des Nahleauslasswerkes. Wenn das im Hochwasserfall geöffnet werden muss, wird auch das Gelände von Schlobachs Hof geflutet. Dabei wird auch der Gebäudebestand in Mitleidenschaft gezogen. Eine wirtschaftliche Nutzung verbietet sich hier eigentlich. Jetzt ist natürlich die Frage, wie der Höchstbieter mit dem Gelände umzugehen gedenkt und ob er den Weg zu einer Renaturierung des Geländes freigibt. „Es wäre eine riesige Chance, das Gelände für den Hochwasser- und den Naturschutz zu nutzen“, sagt Anja Werner. „Die 14 Hektar Auwaldgebiet könnten der natürlichen Entwicklung zurückgegeben werden.“

Das Problem an dieser Stelle ist unübersehbar: Denn der Auwald trocknet immer stärker aus – und die Gebäude befinden sich inmitten eines Hochwasserpolders. Deshalb war Schlobachs Hof in der Vergangenheit mehrfach vollgelaufen, der Reiterhof musste schließen und erlebt gerade eine Wiederauferstehung in anderer Form am Schladitzer See. Eigentlich hätte das Gebäudeensemble nie in der Elsteraue errichtet werden dürfen.

„Das ist die Tragik bei Bauwerken, die inmitten einer Aue errichtet werden. Doch für die Aue selbst ist das Wasser lebensnotwendig. Sie braucht das Wasser, um all die verschiedenen Lebensräume entwickeln zu können, die sie auszeichnen und die eine unglaubliche Artenvielfalt mit sich bringen. Und: lassen wir der Aue ihren Platz und lassen zu, dass das Wasser sie flutet, kann sie den Leipzigern große Dienste erweisen: Denn sie schützt dann die Siedlungsgebiete vor Hochwasser“, erklärt Anja Werner. „Wir würden uns freuen, wenn der Investor dieses große Ganze im Blick hat und das Wasser im Gebiet zulässt. Der Ökolöwe kann bei der Erstellung eines Konzeptes hierzu gern unterstützen“, sagt Werner.

Die Dienstberatung des Leipziger OBM hatte erst im April Grünes Licht zum Erwerb von Schlobachs Hof gegeben. Doch es ist wie so oft, wenn für Leipzig wichtige Grundstücke öffentlich zum Kauf stehen: Im Ernstfall kann die Stadt bei den Geboten privater Bieter nicht mithalten und wird immer wieder überboten. Das ist auch jetzt wieder der Fall gewesen. Laut L-IZ – Informationen ging die Stadt bis auf 1.150.000 Euro mit, dann war Schluss.

Der NuKla e.V. war zusammen mit der Grünen Liga Sachsen ebenfalls ins Rennen gegangen, den Hof zu erwerben. Auch sie hatten vor, das Gelände dem Auwald zurückzugeben. Aus den bestehenden Gebäuden wollten sie eine Auwald-Lehrstation machen.

Jetzt kann man wirklich gespannt sein, wer am Ende das höchste Gebot hatte und was die Verwaltungsgesellschaft mit dem Gelände vorhat oder ob hier jetzt Pläne auftauchen, doch wieder wirtschaftliche Nutzung zu verfestigen, die mit den Hochwasser- und Naturschutzbedingungen in der Burgaue nicht vereinbar sind. Oder anders formuliert: 1,25 Millionen Euro hat am Ende die HTT Verwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Leipzig geboten.

Man darf gespannt sein, wofür.

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