23 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Am Bayerischen Bahnhof können 2017 endlich die ersten Bauarbeiten beginnen

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung

    Am Ende mussten alle Beteiligten Geduld wie Drahtseile haben. Seit 2011 zog sich das Tauziehen zwischen der Stadt und dem Investor Stadtbau AG um die künftige Gestaltung des ehemaligen Bahngeländes am Bayerischen Bahnhof und die Nutzungsvereinbarung hin. Am Dienstag, 8. November, ging dann ein Aufatmen durch den Fachausschuss Planung und Bau: Die Ergebnisse des Mediations-Marathons wurden bekanntgegeben.

    Endlich haben sich Stadtverwaltung und Stadtbau AG geeinigt, wie mit diesem kostbaren Baugebiet mitten in der Stadt umgegangen werden soll. Ein ganzer neuer Stadtteil mit 3.000 neuen Wohnungen soll entstehen. Aber noch wichtiger: Die Stadt kann endlich ans Kaufen eines Areals am Dösner Weg denken, wo nun schon seit Jahren ein großer neuer Schulkomplex samt Sporthalle geplant ist und immer wieder vertagt werden musste, weil man sich mit dem Käufer des einstigen Bahngeländes einfach nicht einigen konnte.

    Für Siegfried Schlegel, Sprecher für Stadtentwicklung der Linksfraktion, beginnt sich nach über einem Jahr Stillstand die Beharrlichkeit bei der Kompromisssuche für eine Bebauung beidseitig der künftigen Freiraumachse Bayerischer Bahnhof offenbar auszuzahlen. Ziel der Stadtbau AG, der Stadtverwaltung und des Stadtrates sei es in diesem Verfahren auch gewesen, 30 Prozent bezahlbare Wohnungen für Haushalte mit geringerem Einkommen entstehen zu lassen. „Eine wichtige Voraussetzung für eine Sozialwohnungsbauförderung ist die Wohnungsgröße. Im Wettbewerbsverfahren Dösner Weg war den Architekten daher vorgegeben, dass mit Wohnungsgrößen von 45, 60 und 75 Quadratmeter (+ 10 Quadratmeter für jede weitere Person) eine wichtige Voraussetzung für die Zahlung der Kosten der Unterkunft eingehalten wird.“

    Und auch aus der SPD-Fraktion hört man starke Erleichterung über den gefundenen Kompromiss.

    „Bereits mehrmals haben wir in der Vergangenheit auf die unbefriedigende Situation beim Bayerischen Bahnhof hingewiesen. Umso mehr freut es uns nun, dass Stadt und Eigentümer nun einen Kompromiss gefunden haben, auch wenn dieser eigentlich längst überfällig war“, betont SPD-Stadtrat Heiko Oßwald, zu dessen Wahlkreis das Gebiet gehört. „Vor allem auch im Hinblick auf die Umsetzung des Schulentwicklungsplans ist das ein wichtiger Schritt, denn im Stadtbezirk Mitte ist der Bedarf an Schulplätzen enorm und die geplanten Schulen können hier eine deutliche Entlastung bringen. Ähnlich sieht die Lage auch bei den Kinderbetreuungsplätzen aus und auch in diesem Fall sind die geplanten Betreuungsplätze auf dem Areal ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

    Auch er sieht hier die Chance, endlich einen Teil des notwendigen Sozialwohnungsprogramms für Leipzig umzusetzen.

    „Neben der Errichtung von Schulen und Kitas werden die Flächen auch dringend für den Bau von Wohnungen gebraucht. Für uns ist hierbei sehr erfreulich, dass ein Teil der vorgesehenen 3.000 Wohnungen auf dem Areal so geplant werden soll, dass hier auch sozialer Wohnungsbau stattfinden kann. Es ist wichtig, dass auf dem Gelände des Bayerischen Bahnhofs Wohnungen für unterschiedliche Einkommen entstehen, weil damit eine Durchmischung des Viertels möglich wird. Wir sind erleichtert, dass nun endlich ein Kompromiss gefunden wurde und die ersten Bauschritte 2017 beginnen werden. Mit mehreren Kindergärten und Schulen, zahlreichen Wohnungen und vielen Grünflächen wird dieser Stadtteil eine wichtige Funktion, sowohl für das Zusammenwachsen der Leipziger Südvorstadt als auch für das weitere Bevölkerungswachstum der Stadt haben. Wir werden die Entwicklung des Areals auch künftig kritisch begleiten“, so Oßwald weiter.

    Grünflächen sollen vor allem rechts und links des S-Bahn-Trogs entstehen, sie sollen als Parkanlage mit integrierten Spielflächen angelegt werden.

    Im Südteil des Geländes soll sogar noch eine weitere Grundschule gebaut werden und sogar für die im Süden dringend benötigte Schwimmhalle gibt es schon Visionen.

    Blick über Leipzig mit der Schneise des Vorgeländes des Bayrischen Bahnhofs. Foto: Matthias Weidemann
    Blick über Leipzig mit der Schneise des Vorgeländes des Bayerischen Bahnhofs. Foto: Matthias Weidemann

    „Im Zuge des Sportprogramms wurde beschlossen, dass im Leipziger Süden eine Schwimmhalle entstehen soll. Dass eine Schwimmhalle bei den Verhandlungen mit der Stadtbau AG eine Rolle spielte, zeigt, dass die Verwaltung diesen Ratsbeschluss möglichst schnell umsetzen möchte und das freut mich ausdrücklich“, sagt SPD-Fraktionschef Christopher Zenker und gibt zu bedenken: „Hoffentlich wird dieses Vorhaben dann nicht wieder von CDU, AfD und Grünen verhindert, wie das jüngst mit der Schwimmhalle Ost auf dem Runki-Platz geschehen ist.“

    Linke-Stadtrat Siegfried Schlegel freut sich, dass auf dem gleichen Standort zeitnah auch eine dritte, schon in den 1960er Jahren geplante Kindervorschuleinrichtung entstehen soll und mit der Freiflächengestaltung der längst überfällige Abriss der Ruine „Gurken-Schumann“ endlich in Aussicht steht. „Dieser hätte bereits vor drei Jahren erfolgen sollen. Fördermittel und Abrissunternehmen standen bereit“, so Schlegel. „Nicht hinnehmbar ist für die Linke hingegen, dass der Erwerb des Grundstücks für eine 3- bis 4-zügige Grundschule erst nach 2018 erfolgen soll, obwohl dessen Verfügbarkeit Voraussetzung für die Planung und die Beantragung von Fördermitteln ist und im Zentrum-Südost ein weiterer Grundschulstandort dringend benötigt wird. Trotzdem gebührt allen Beteiligten am Mediationsverfahren und dem Mediator Christoph von Berg ein großes Dankeschön.“

    Womit man wieder beim Schulbauprogramm der Stadt Leipzig wäre, das der Entwicklung der Schülerzahlen um Jahre hinterherhängt. Bislang geplant ist erst der Neubau einer fünfzügigen Oberschule am Dösner Weg für die Jahre 2019 bis 2022 für 17 Millionen Euro. Von einem weiteren Gymnasium ist die Rede, aber dafür gibt es noch keine genaueren Planungen.

    Der Investor selbst will am Dösner Weg mit dem Bau von Wohnungen beginnen, wenn alles klappt, schon 2017. Und wie die LVZ verriet, ist auch eine Rekonstruktion des Ostflügels des Bayerischen Bahnhofs geplant, der damit wieder sein historisches Flair zurückgewinnt.

    In eigener Sache: Für freien Journalismus aus und in Leipzig suchen wir Freikäufer

    https://www.l-iz.de/bildung/medien/2016/11/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

     

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige