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Jetzt werden Geschichten und Wünsche für eine grüne Georg-Schumann-Straße gesammelt

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    Selbst Leipzigs Stadtverwaltung war jahrelang ratlos, was man mit den großen alten Magistralen anstellen sollte. Und wie man die Anwohner für so eine elend lange Straße begeistern könnte. Geht das überhaupt? Können Magistralen wie die Georg-Schumann-Straße eine eigene Identität entwickeln? Das ist ein Thema, mit dem sich die Gruppe Liminale Räume (LMN) beschäftigt. Liminal? Ist die Straße vielleicht krank?

    Es hat  tatsächlich nichts mit nasal, bronchial oder oral zu tun. Es geht um den Schwellenzustand eines Ortes, seine Liminalität. Was ja auf die Georg-Schumann-Straße zutrifft. Sie ist nicht mehr die vergessene alte Straße, die sich über Kilometer durch den Leipziger Nordwesten zieht und wo kein Mensch wohnen möchte. Seit das Magistralenmanagement seine Arbeit aufgenommen hat und auch die ersten Aufwertungsbausteine umgesetzt wurden (wie der Möckersche Markt, der Huygensplatz oder die neue Haltestelle am S-Bahnhof Möckern), hat sich die Straße nicht nur sichtlich belebt – sie zeigt dann und wann auch schon Ansätze zu einem eigenen Charakter und Lebensgefühl.

    Sie ist also an der Schwelle zu einem neuen Zustand, auch wenn noch nicht recht klar ist, wie sich das in Bildern und Erwartungen verdichtet.

    Und daran arbeitet das Projekt „Die Straße“ von LMN Liminale Räume.

    Die Gruppe sammelt Wünsche, Geschichten, Anekdoten und Vorschläge für die Georg-Schumann-Straße. Diese sollen dann auf künstlerische Art – durch Theater, Video und Musik – bearbeitet und auch in kleine, aber konkrete Aktionen umgesetzt werden.

    Das Projekt wurde zum ersten Mal in 2016 durchgeführt. Und die Rückmeldungen zeigten, dass die Stadt da bei der Planung des steingewordenen Huygensplatzes wohl etwas falsch gemacht hat. Die Teilnehmer des Projekts äußerten am häufigsten Wünsche nach mehr Natur – z.B.: „mehr Grün, Ruhe“.

    Also fokussiert sich das Projekt dieses Jahr auf das Thema Umwelt.

    Das Anliegen der Gruppe komprimiert: „Mit dem Projekt möchte die Gruppe LMN Liminale Räume dem kulturellen und sozialen Leben des Bezirkes neue Möglichkeiten eröffnen. Ziel ist es, den Ort und die Menschen zusammenzuführen, indem die Georg-Schumann-Straße aus neuen Blickpunkten betrachtet und erlebt werden kann. Im Rahmen von Die Straße werden dort kulturelle und ökologische Projekte organisiert, die die Bevölkerung partizipatorisch in ihrer Gesamtheit ansprechen und auffordern, sich für den eigenen Wohnort, seine Geschichte und seine Gestaltungsmöglichkeiten zu interessieren.“

    Man könnte auch sagen: Es ist eure Straße. Überlasst es nicht Ämtern und Behörden, was draus wird, sondern gestaltet sie selbst.

    Denn alle Leipziger Erfahrungen zeigen, dass eine Straße umso lebendiger wird, je mehr die Anwohner, Anlieger und Macher vor Ort sich einbringen und ihre Ideen in die Entwicklungsprozesse einfließen lassen. Das ist nicht immer berechenbar. Es können völlig unterschiedliche Ergebnisse dabei herauskommen – wie man an der „KarLi“ im Leipziger Süden sieht und an der Eisenbahnstraße im Osten.

    Die Georg-Schumann-Straße wird möglicherweise einmal eine Kette unterschiedlicher Erlebniswelten. Das von der Stadt getragene Projekt der „Perlenschnur“ tendiert da hin. Aber unübersehbar braucht diese noch bis 2012 allein als Durchfahrtspiste genutzte Magistrale mehr Ruhepunkte, mehr grüne Inseln, auch mehr Straßengrün.

    Denn die Aufenthaltsqualität hängt nun einmal aufs Engste auch mit Dingen wie Sauberkeit und mehr Grün zusammen.

    Dafür ist gleich die nächste Aktion des Projekts gedacht.

    Das Projekt beteiligt sich am Samstag, 18. März, zum Auftakt des Leipziger Frühjahrsputz des Managements „Möckern in Aktion“. LMN unterstützt den an der Straße liegenden Ortsteil bei einer Aufräumaktion um 14 Uhr am Möckerschen Markt, wobei auch ein erstes kleines Beet bepflanzt werden soll. Dazu gibt es Kaffee, Kuchen und Live-Musik. Dort gibt es auch die Möglichkeit, den Organisatoren weitere Wünsche und Geschichten zur Georg-Schumann-Straße mitzuteilen.

    Wer die Vor-Ort-Begegnung nicht schafft, kann seine Wünsche und Geschichten auch online an die Projektgruppe schicken:

    info@liminalraum.org / diestrasse.wordpress.com

    Zur Nacht der Kunst am 2. September ist dann geplant die Aufführung eines Videos am Möckernschen Markt, wo auch das Kunstprojekt mit Anwohnern und Blick ins Wohnzimmer von Möckern in Aktion stattfinden wird.

    In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

    https://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/03/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

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