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Kann man den Kraftverkehr vorm Hauptbahnhof komplett unter die Erde verlegen?

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    Nicht kleckern, klotzen. Mit ihrem Vorschlag, am Hauptbahnhof eine Troglösung für den Kfz-Verkehr zu bauen, hat die CDU-Fraktion im Stadtrat eine durchaus rege Diskussion darüber angeregt, wie man die Verkehrsprobleme auf dem Innenstadtring angehen könnte. Die Bandbreite der Vorschläge ist durchaus spannend für die Stadtpolitik. Die CDU setzt jetzt noch eins drauf: Warum nicht den ganzen Kfz-Verkehr vorm Hauptbahnhof unter die Erde stecken?

    Dafür hat die CDU-Fraktion ihren eigenen Antrag noch einmal überarbeitet, nachdem die Stellungnahme der Stadtverwaltung zu ihrem Antrag doch etwas differenzierter ausfiel und andere Fraktionen mit eigenen Änderungsanträgen vorpreschten, die vor allem ein nachhaltiges Verkehrskonzept für den Innenstadtbereich fordern. Insbesondere die Stadtverwaltung möchte den Verkehr im Innenstadtbereich integriert denken – mit Wirkung auf alle Verkehrsarten und das Gesamtverkehrsaufkommen.

    Das ist eine andere Herangehensweise, als sie die CDU bevorzugt.

    Die findet die Lösung eines separierten Kfz-Verkehrs besser. Und zwar nicht nur auf der Nordseite der LVB-Haltestelle, wo die Konflikte zwischen Kraftfahrern, Radfahrern, Fußgängern und Straßenbahnnutzern unübersehbar sind, immer wieder nervende Rückstaus entstehen und auch Straßenbahnen in den wichtigsten Belastungszeiten das Nadelöhr verstopfen. Das braucht eine Lösung.

    Ganz so, wie es die CDU-Fraktion in ihrem ersten Antrag formulierte: „In den Hauptverkehrszeiten ist der Ring regelmäßig überlastet, Staus und stockender Verkehr prägen die Verkehrssituation. Wachsende Bevölkerungszahlen und damit ein wachsender Kfz-Bestand lassen für die nächsten Jahre keine Entlastung, sondern eher eine Mehrbelastung erwarten. Der problematischste Abschnitt ist dabei der vorm Hauptbahnhof. Hier überlagern sich auf relativ geringem Raum drei große Verkehrsströme: Straßenbahnen und Busse der LVB, der Fußgängerverkehr vom und zum Hauptbahnhof und der Kfz-Verkehr.

    Die Zentralhaltestelle der LVB mit den Gleisen 1-4 ist das Nadelöhr für fast den gesamten Straßenbahnverkehr und einige Buslinien und der zentrale Umsteigepunkt Leipzigs. Bereits jetzt ist dieser Umsteigepunkt in der Hauptverkehrszeit und zu besonderen Höhepunkten (Konzerte, Fußballspiele, Weihnachtsmarktwochenenden…) bis an die Grenze belastet, was nicht nur Stress verursacht, sondern auch die Sicherheit der Fahrgäste gefährdet. Zusätzliche Flächen für wartende und umsteigende Fahrgäste durch eine entsprechende Verbreiterung der Haltestelle sind angezeigt, aber unter den jetzigen räumlichen Bedingungen nicht machbar.“

    Daraus resultierte dann der Vorschlag einer Troglösung.

    Aber jetzt geht die CDU-Fraktion noch einen ganzen Schritt weiter und beantragt zusätzlich zur Prüfung der Troglösung noch eine zweite Lösungsvariante.

    Und zwar mit den Eckpunkten:

    „- komplette Tieferlegung beider Ringfahrbahnen als geschlossener Tunnel

    – nachfolgende Neugestaltung des so entstandenen Bahnhofsvorplatzes ohne ebenerdigen Autoverkehr.

    Das Ergebnis der Machbarkeitsprüfung wird, zusammen mit einer ersten Kostenschätzung und einem Entscheidungsvorschlag zum weiteren Vorgehen, dem Stadtrat bis zum III.Quartal 2017 vorgelegt.“

    Und das begründet die Fraktion so: „Mit der Neufassung greifen wir die Anregung aus dem ÄA-01 auf, eine noch konsequentere Neuorganisation des Verkehrs vor dem Hauptbahnhof prüfen zu lassen. Eine Komplettuntertunnelung würde die Möglichkeit eröffnen, dass der damit entstehende großflächige Bahnhofsvorplatz ohne ebenerdigen Autoverkehr (mögliche Ausnahme: Taxis) vollständig für den Fußgängerverkehr und den ÖPNV, mit deutlich erweiterter Zentralhaltestelle, genutzt werden kann.“

    In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

    https://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/03/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

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    6 KOMMENTARE

    1. Ich sehe dem Plänen in vielerlei Ebenen sehr skeptisch entgegen. Sicher, es ist kein einladender Anblick für Gäste aus aller Welt, der Innenstadtring und deren derzeitigen Verkehrsstrategie. Aber auch nicht sehr schön. Aber anders herum gefragt, was für eine drastische Erhöhung der derzeitigen Feinstaubbelastung, ganz zu schweigen von den Nerven der Verkehrsteilnehmern wird da während der Baumaßnahmen ab verlangt? Während der Hauptstoßzeiten eine längere Verkehrsbeeinträchtigung hin zu nehmen. Endlose Staus an den Ampeln und Umleitungen. Ein Bauprojekt mit zeitlichen (umfassenden) Hindernissen. Während dieser Bauzeit ist mit Sicherheit mit einem rapiden Schwund an Touristen zu rechnen. Und diese sind nun mal ein treibender Teil fürs Stadtsäckel (nicht nur fürs Ordnungsamt). Wieder einige Wände mehr, die mit zeitgenössischer Kunst (oder auch nicht) vesch… werden? Nein, hier sind mehr Zweifel in der Luft als im Kosten-Nutzungsplan vorgesehen. Dieses Projekt muss nicht und hat auf lange Sicht auch keine Zukunftsperspektive (Rettungsgasse / Rettungswege/ Hubschrauberrettungsmöglichkeit bei Gefahr für Leib und Leben). Haben die Planer auch an Unfälle oder Havarien gedacht?
      Also auch für einen schmalen Randstreifen zur Sicherheit der Verunfallten? Ergo, nur noch einen realistische Fahrstreifen weniger mit zukunftsorientierter Zunahme am Straßenverkehr in den nächsten Jahr(-zehnten). Nein, das Projekt ist noch nicht zu Ende gedacht und bedarf einer besseren (allgemein und infrastrukturellen) Neuorientierung der gegebenen Situation.
      Ich bin sicher, das es bessere Denkansätze geben könnte.

    2. Entnehme ich aus der recht gut gelungen Graphik, das eine soziale/ verkehrstechnische Verbesserung erreicht werden soll? Für welchen Preis-/Nutzeneffekt? Wer hat wirklich etwas davon außer Protagonisten?
      Ein bautechnisches Unding mit Repressentationcharakter? Oder doch eine Möglichkeit, auf unliebsame Bürger oder auf Steinwürfe bei einer „Durchfahrt“ zu warten? Ich bin mir sicher, das die erforderlichen Gelder dafür, an sozialen und kulturellen Brennpunkten dringender gebraucht werden.

    3. den stinkenden lauten strassenverkehr im Tunnel waer schon klasse und wuerde den bahnhofsvorplatz und den zugang zur stadt deutlich aufwerten.

    4. Eine komplette Untertunnelung wäre doch fein. Hieße ab Augustusplatz mit noch stärkerem Gefälle in den Tunnel rein und erst hinten am Obi wieder raus. Alles was oberirdisch liegt kommt weg. Und die Goethestr. endet vor dem Hauptbahnhof mit großer Wendeschleife für die Busse, bzw. Weiterfahrmöglichkeit für Taxis / ÖPNV. Offen bleibt nur, wo der Tunnel Richtung Goerdelerring an die Oberfläche kommt… Und wieviele Spuren braucht der Tunnel, da die Ampeln zwar wegfallen, aber jetzt auch vier Spuren bspw. vorm Bahnhof liegen…

    5. Lustig die Bäume vor dem Bahnhof. Sind schon jetzt keine da, aber mit Trog sollen da plötzlich welche wachsen können. Und wie soll der ÖPNV fahren, da der Trog ja mehr Platz in Anspruch nimmt für Ein- und Ausfahrt. Wozu müssen überhaupt Autos dann am Bahnhof tiefergelegt entlang fahren? Es würde doch eine Spur für Taxis reichen und Zugzubringer reichen. Alles andere würde nördlich über den Bahnhof geleitet. Da ist sowieso kein Grün und keine Natur, die geschützt werden müsste. Da ließe sich entsprechend breit und auch in mehreren Ebenen bauen. Sprich einfach intelligente Lösungen für Friedrich-List-Platz bis Berliner Straße. Warum nicht von mir aus einen Tunnel unter der Gleisen nördlich des Bahnhofs, der die Eisenbahnstraße bis Berliner Straße verlängert? Und dann dazu Gerberstraße und / oder Uferstraße / Pfaffendorfer Straße ausbauen.

    6. Auf die Länge der Rampen bin ich gespannt, wenn dann die Fahrbahnen unter den Citytunnel führen sollen …

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