Der neue Besitzer plant mit drei Mal so vielen Wohnungen

2013 war eigentlich schon alles in Sack und Tüten für die Parkstadt Dösen. Doch dann verfiel das ehemalige Parkkrankenhaus wieder in Dornröschenschlaf. Dabei sollten hier doch neue Wohnungen entstehen. Was ist da los? Die Grünen haben nachgefragt und bekamen auch Antwort.

Erstaunlich, dass sich überhaupt noch jemand an die Beschlüsse von 2012 und 2013 erinnert. Selbst den Grünen wurde es ganz märchenhaft, als sie jetzt nachfragten: „Weit im Südosten liegen an der Chemnitzer Straße das ehemalige Parkgelände Dösen und darin die Gebäude des ehemaligen Parkkrankenhauses in einem Dornröschenschlaf. Der Stadtrat hatte im Jahr 2012 den Aufstellungsbeschluss ‚Bebauungsplan Nr. 398 Parkstadt Dösen; Stadtbezirk Leipzig Südost; Ortsteil Meusdorf – Aufstellungsbeschluss‘ beschlossen, der die weitere Entwicklung für eine zusätzliche Bebauung und die Sanierung der von Hugo Licht und Otto Wilhelm Scharenberg 1901 gebauten Gebäude festschreiben und regeln sollte. Das weitere B-Plan-Verfahren kam 2013 zum Stillstand, die vorgelegte Drucksache V/3128 Bebauungsplan Nr. 398 ‚Parkstadt Dösen Stadtbezirk Leipzig Südost, Ortsteil Meusdorf, Freigabe zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung‘ ist weiterhin offen.“

Das wunderschöne Ensemble hatte 2012 ein Investor aus Arnstadt von der Stadt Leipzig gekauft. Im Mai 2015 wurde das Gelände in Dösen wiederum an einen Leipziger Bauträger weiterverkauft. Das Gesamtensemble ist eine hochwertige Anlage, die durch Alleen, wertvollen Pflanzenbestand und die freizügigen offene Flächen mit vielen Sichtachsen auch heute noch zum Besuch einlädt.

„Leider sind seit 2012 große Teile des Geländes und die Gebäude mit Absperrzäunen unzugänglich gemacht. Eine baldige behutsame Entwicklung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wäre wünschenswert“, formulierten die Grünen und wollten jetzt wissen, ob das Bebauungsplanverfahren von 2013 nun mit dem neuen Eigentümer fortgesetzt wird oder ob eine Projektentwicklung ohne Satzungsbeschluss durch den Stadtrat vorgesehen ist.

„Ja, das Planverfahren wird fortgesetzt“, teilt die Verwaltung nun mit. „Derzeit erfolgen, aufbauend auf den Ergebnissen der vorangegangenen Beteiligungsverfahren, die Abstimmungen zur Erarbeitung des Entwurfs zum Bebauungsplan. Es wird angestrebt, die Vorlage zum Billigungs- und Auslegungsbeschluss im IV. Quartal 2017 in den Stadtrat einzubringen.“

Einen weiteren Eigentümerwechsel habe es auch nicht gegeben. Der eine hatte schon völlig ausgereicht, das Projekt noch einmal in eine neue Runde zu schicken.

„Die Gründe für die Verzögerung des Baubeginns liegen im Eigentümerwechsel. Der neue Eigentümer kam Mitte 2016 mit einer geänderten Entwicklungsstrategie auf die Stadt Leipzig zu. Aufgrund der geänderten Entwicklungsziele waren und sind (nochmals) umfassende Abstimmungen mit der Verwaltung erforderlich“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Ein Ergebnis dieser „geänderten Entwicklungsstrategie“ ist die Tatsache, dass jetzt augenscheinlich auf die Etablierung von Gewerbe bzw. medizinischen Einrichtungen verzichtet wird. Dafür ist jetzt ein Nahversorger geplant.

„Der Eigentümer möchte das Gelände ausschließlich als Wohnstandort entwickeln“, teilt die Verwaltung mit. „So sollen sowohl die denkmalgeschützten Bestandsgebäude entsprechend umgebaut und saniert wie auch ergänzende Neubauten im Gebiet errichtet werden. Insgesamt sollen im Gebiet ca. 600 WE entstehen. Zusätzlich soll auf einer Fläche an der Chemnitzer Straße ein Nahversorger eingeordnet werden. Rückwärtig zu dem an der Chemnitzer Straße gelegenen Heizhaus soll ebenfalls eine Kita mit max. 120 Plätzen errichtet werden.“

Dadurch, dass auf den medizinisch-gewerblichen Teil verzichtet wird, erhöht sich die Zahl der geplanten Wohnungen deutlich von vormals 180 auf nun rund 600. Damit wird das Quartier dann wirklich zu einem neuen großen Wohnstandort.

Die Grünen wollten auch gern wissen, wann mit dem Bau begonnen wird. Aber in Baufragen braucht es sichtlich immer eine ganze Weile. „Konkrete Aussagen sind nicht bekannt“, teilt die Verwaltung mit. „Ein möglicher Baubeginn steht jedoch in unmittelbaren Zusammenhang mit dem notwendigen Billigungs- und Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan.“

In eigener Sache: Abo-Sommerauktion & Spendenaktion „Zahl doch, was Du willst“

Parkstadt Dösen
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Anstieg der Arbeitslosigkeit in Leipzig im Juni deutlich gebremst
Entwicklung der Arbeitslosenzahl in Leipzig seit 2014. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserEs ist Juli. Das halbe Land ist in Urlaubsstimmung, manche Wirtschaftskommentatoren aber haben ein wildes Geunke angestimmt: „Die Depression kommt im Herbst!“ Als wären sie etwas spät aus dem Winterschlaf erwacht. Doch schon am 24. Juni meldete das „Manager Magazin“: „Ifo-Geschäftsklima steigt so stark wie nie zuvor“. Natürlich ist auch das nur Kaffeesatzleserei. Harte Fakten sind: Umsätze, Auftragslage und Arbeitslosenzahlen. Und danach scheint in Sachsen im Juni erst einmal der Tiefpunkt erreicht worden zu sein.
Film ab: Kino Grimma wieder offen
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Nach monatelanger Pause empfängt das Grimmaer Kino wieder Besucher. Ab Donnerstag, 2. Juli, flimmern die Streifen über die Leinwände. Wie Kinobetreiber Thomas Hildebrand mitteilte, nahm das Gesundheitsamt des Landkreises Leipzig das Hygienekonzept ab.
Mittwoch, der 1. Juli 2020: Vorwürfe gegen Sachsens neuen Verfassungsschutz-Präsidenten
Dirk-Martin Christian, Präsident des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Foto: SMI / Isabelle Starruß

Foto: SMI / Isabelle Starruß

Für alle Leser/-innenEin Tag im Amt und schon im Mittelpunkt eines möglicherweise neuen Skandals in Sachsen: Landesverfassungsschutz-Präsident Dirk-Martin Christian soll laut einem Medienbericht seinen Vorgänger Meyer-Plath dazu gedrängt haben, Daten über AfD-Abgeordnete zu löschen. Auch der Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten steht in der Kritik. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 1. Juli 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Leipzig als „Nutznießer der europäischen Idee“
Oberbürgermeister Jung (l.) und einige Stadträt/-innen hissen die Fahne. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle Leser/-innenCoronakrise, Klimaschutz, Brexit – die deutsche EU-Ratspräsidentschaft steht vor großen Herausforderungen. Kleine Feiern zum Auftakt am Mittwoch, den 1. Juli, gab es in mehreren Städten, darunter Leipzig. Hier bezeichnete Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Stadt als „Nutznießer der europäischen Idee“. Zudem verwies er auf eine besondere Bindung zwischen Leipzig und dem Logo der Ratspräsidentschaft.
Interview mit Projektleiter Alexander Mennicke: „Der AKS hat nicht das Geleckte wie in der Bundesliga“
Der Alfred-Kunze-Sportpark feiert sein hundertjähriges Jubiläum. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit 26. Juni im HandelAlexander Mennicke hat eine große Aufgabe: Er koordiniert 100 Jahre Alfred-Kunze-Sportpark (AKS). Aber wie soll das gehen in Zeiten von Corona und wie feiert man die 100-jährige Existenz eines Fußballstadions angemessen? In Leutzsch sieht man das Stadion nicht nur als Gebäude, sondern als soziokulturellen Raum, der mehr als nur Steine ist. Hier werden Schicksale entschieden, Geschichten produziert, möglicherweise sogar mit historischem Ausmaß.
Der Abgang von Gordian Meyer-Plath und die ungelösten Probleme des Sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz
Der neue LfV-Präsident Dirk-Martin Christian. Foto: SMI / Isabelle Starruß

Foto: SMI / Isabelle Starruß

Für alle LeserEs war eine zumindest unglückliche Entscheidung, dass die sächsische Regierung nach dem Bekanntwerden des in Sachsen untergetauchten NSU-Terror-Trios 2012 ausgerechnet Gordian Meyer-Plath zum neuen Chef des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz berief. Er stand eben leider nicht für einen Neuanfang. Sein Abgang war eigentlich schon nach der Sachsenwahl 2018 fällig. Doch erst am Dienstag, 30. Juni, gab der ebenfalls in der Kritik stehende Innenminister Roland Wöller seine Ablösung bekannt.
Der ernüchternde Blick in die Peanuts-Welt der Leipziger Solo-Selbstständigen
Entwicklung der Einkommen der Selbstständigen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserDie Kommunale Bürgerumfrage informiert regelmäßig über die Entwicklungen der Stadt und schildert ein Bild der Meinungen und Vorstellungen ihrer Bürgerinnen und Bürger, auch wenn aufgrund mehrerer großer Wahlen die Veröffentlichungen zuletzt etwas stotterten, sodass jetzt die Kurzauswertung der Bürgerumfrage 2019 zusammen mit der Gesamtauswertung der Bürgerumfrage 2018 erscheint. Die Daten spiegeln die Stadtgesellschaft also in der Zeit vor ca. 0,5 bis 1,5 Jahren wider, somit vor der COVID-19-Pandemie.
It is like it is: Ein Mahnmal zur Coronakrise vor dem Leipziger Gewandhaus
Der Künstler Dennis Josef Meseg. Foto: Dennis Josef Meseg

Foto: Dennis Josef Meseg

Für alle LeserEinerseits ist es verständlich. Der Mensch hält es nicht ewig aus in seinen vier Wänden. Er möchte mit anderen zusammen sein, möchte feiern und das Leben genießen. Und so machen „alarmierende“ Party-Geschichten aus Stuttgart, München und Berlin die Runde. Andererseits aber zeigen immer neue Ausbrüche von Corona, dass das Virus weder besiegt noch verschwunden ist. Dass wir also gut daran tun, weiterhin vorsichtig und achtsam zu sein. Der Kunststudent Dennis Josef Meseg aus Bonn macht das zu seinem Thema.
Mehrheit der befragten Leipziger/-innen gibt dem 365-Euro-Ticket Rückenwind
Wie stehen Sie zum 365-Euro-Ticket? Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2019

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2019

Für alle LeserAm Dienstag, 30. Juni, stellte das Amt für Statistik und Wahlen gleich zwei wichtige Veröffentlichungen vor: zum einen die lang erwartete Auswertung der „Bürgerumfrage 2018“, zum anderen schon einmal den kleinen Schnellbericht zur „Bürgerumfrage 2019“. Der hat es natürlich in sich, auch weil er zum Beispiel ein großes Diskussionsthema aufgreift: das 365-Euro-Jahresticket.
Ernst Pinkert – ein „rassistischer und kolonialer Täter“?
Eingang zum Leipziger Zoo. Foto: Zoo Leipzig

Foto: Zoo Leipzig

Für alle LeserManchmal schießt man auch mit einem berechtigten Anliegen über das Ziel hinaus. Den Gründer des Leipziger Zoos Ernst Pinkert als „rassistischen und kolonialen Täter“ zu bezeichnen, ist eine Behauptung, die man sich genau überlegen sollte und die sich nicht mit Blick auf ein paar Wikipedia-Artikel untermauern lässt.
Grüne machen den heiß umkämpften Gehweg am Elstermühlgraben zum Thema im Stadtrat
Privates Verbotsschild am Uferweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser7,3 Millionen Euro hat es gekostet, das 150 Meter lange Stück Elstermühlgraben zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Elsterstraße. 2015 wurde es feierlich freigegeben. Prima, sagten sich die Spaziergänger. Wieder ein Stück Wasserspaziergang. Prima, sagten sich ein paar Hausbesitzer und parkten und bauten den nördlichen Uferweg zu. Und brachten sogar Schilder an: Durchgang verboten. Diese dreiste Landnahme wird jetzt Thema im Stadtrat.
These #20: Soziale Arbeit ersetzt niemandem die Übernahme sozialer Verantwortung.
Kalender-These #20 – Juli 2020. Foto: MJA Leipzig e.V.

Foto: MJA Leipzig e.V.

Für alle LeserSoziale Arbeit hat keine Alleinverantwortlichkeit und dient nicht als Kompensator. Soziale Verantwortung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – sie obliegt jedem einzelnen Menschen. Gilt es, soziales Handeln, gesellschaftliche Prozesse und die Profession der Sozialen Arbeit gemeinsam zu betrachten, empfiehlt sich Eingangs einen kurzen Blick auf die Entstehung und Ausgliederung der Sozialen Arbeit zu werfen. Soziales Handeln ist so alt wie die Menschheit selbst.
Das Ende der Leidenszeit ist in Sicht: SC DHfK-Talent Paulina Kayßer hofft nach Knie-OP auf schnelles Comeback
Paulina Kayßer bei der U20-EM 2019 in Schweden. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit 26. Juni im HandelBereits vor einem halben Jahr hatten wir das Langstreckentalent Paulina Kayßer als Neuzugang des SC DHfK Leipzig vorgestellt (siehe LZ 74/ Dezember 2019). Die inzwischen 20-jährige Leichtathletin, die 2019 bei der U20-EM in Schweden einen spektakulären 5. Platz über 5.000 Meter erkämpfte, befand sich allerdings schon damals in einer verletzungsbedingten Zwangspause. Ihr Knie bereitete der gebürtigen Norddeutschen nicht nur dauerhafte Schmerzen, sondern zunehmend auch Kopfzerbrechen. Denn statt der erhofften Heilung kehrten die Schmerzen immer und immer wieder zurück.
SC Verl vs. 1. FC Lok Leipzig 1:1 – Kein Sieger, kein Verlierer, aber einen Aufsteiger
Die Auswärtstorregel bremste Lok im Kampf um den 3. Liga-Aufstieg am Ende aus. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle LeserHängende Köpfe beim 1. FC Lok Leipzig. Die Probstheidaer haben den Aufstieg in die 3. Liga hauchzart verpasst. Nach dem 2:2 im Hinspiel reichte das 1:1 (1:0) im Rückspiel nicht zum Aufstieg. Lok verliert damit nur ein Spiel in der Saison und steigt dennoch nicht auf. In Bielefeld fand Leipzig in der 2. Halbzeit nicht mehr ins Spiel und verspielte erneut eine Führung. Durch die Auswärtstorregel reichte dem SC Verl das Ergebnis zum Aufstieg.
Dienstag, der 30. Juni 2020: „Impulsprogramm“ für sächsische Unternehmen beschlossen
Ex-Chef einer zahnlosen Behörde - Gordian Meyer-Plath, Präsident des sächsischen Verfassungsschutzes. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserIn Chemnitz saß heute das sächsische Kabinett zu einer Sondersitzung zusammen. Dort stellte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) das Impulsprogramm „Sachsen startet durch“ vor, das sächsischen Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro in der Krise unter die Arme greifen soll. Außerdem: ein Verfassungsschutzpräsident wird Touristiker, beim MDR geht ein Programmdirektor vorzeitig und Leipzig demonstriert mal wieder. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag den 30. Juni 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.