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Montag, 18. Januar 2021

Sieben StadträtInnen bringen das Schösserhaus wieder auf die Tagesordnung des Stadtrats

Von Ralf Julke

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    Ein Weilchen war es jetzt recht ruhig geworden um das ehemalige Gut Kleinzschocher und das historische Schösserhaus. Die Initiative vom Kantatenweg war sichtlich frustriert, nachdem sie von der Stadtverwaltung immer nur „Geht nicht“-Antworten bekommen hat. Jetzt beantragen sieben Stadträte und Stadträtinnen ganz förmlich eine „Überarbeitung des B-Plan Nr. 318 ‚Gut Kleinzschocher‘ sowie Konzeptverfahren Schösserhaus“.

    Von der Linksfraktion sind es Mathias Weber und Reiner Engelmann, aus der Grünen-Fraktion Mandy Gerth, Michael Schmidt, und Petra Sejdi und aus der SPD-Fraktion Ute Köhler-Siegel und CDU-Stadträtin Jessica Heller Und wenn ihre Fraktionen hinter ihnen stehen, dürfte das auch zur Hausaufgabe für die Stadtverwaltung werden, die sich gern darauf herausgeredet hätte, dass sie hier in die Planungen der LWB nicht eingreifen dürfe. Aber selbst bei größeren privaten Bauvorhaben hat die Verwaltung ja selbst die Mitwirkung erhandelt, um wichtige soziale Einrichtungen für die Stadt zu sichern.

    Warum also nicht auch am Kantatenweg?

    Das halten die sieben Antragsteller der Stadtverwaltung jetzt auch vor: „Mit den Elementen eines solchen Verfahrens konnten gute Erfahrungen im Bereich des Eutritzscher Freiladebahnhofs gesammelt werden. Daran gilt es anzuknüpfen. So können schon in der Planungsphase die Bedürfnisse und Ideen der Bürger und Anwohner integriert werden. Es entstehen Synergien und spätere Verzögerungen können im Nachgang des Bebauungsplanverfahrens vermieden werden. Die LWB erlangt so weitere Erfahrungen im Umgang mit partizipativen Planungsverfahren, welche im Zuge der sich verdichtenden Interessenlagen einer wachsenden Stadt mit geringer werdenden Freiflächen häufiger auftreten werden.“

    Das ist schon beinahe freundlich formuliert: Auch die stadteigene Wohnungsgesellschaft könne ja mal was lernen, wenn sie Bürger an der Planung beteilige.

    Die Tafel mit der Geschichte der Bauernkantate am Torweg neben dem Schösserhaus. Foto: Ralf Julke
    Die Tafel mit der Geschichte der Bauernkantate am Torweg neben dem Schösserhaus. Foto: Ralf Julke

    Aber der Streitpunkt ist ja das historische Schösserhaus, das auch schon da gestanden haben muss, als Johann Sebastian Bach hier seine „Bauernkantate“ aufführen ließ. Für das ortsbildprägende Schösserhaus gibt es längst schon Ideen, es als soziokulturelles Zentrum für den Ortsteil zu nutzen.

    „Gemäß der aktuell in Arbeit befindlichen überarbeiteten Integrierten Kinder- und Jugendhilfeplanung Leipzig ist der Ortsteil Kleinzschocher immer noch ein Schwerpunktraum der Kinder- und Jugendhilfe. Diesem Tatbestand ist durch die Einplanung weiterer sozialer Einrichtungen auf dem Gelände auch über den Kindergarten hinaus zu entsprechen“, schreiben die sieben Antragsteller der Verwaltung ins Stammbuch.

    „Unsere Stadtteile leben von ihrer Bevölkerungsmischung und den sozialen Einrichtungen vor Ort. Gemeinwohlorientierte und soziale Einrichtungen müssen deswegen nach wie vor auch innerhalb des Gründerzeitrings der Stadt in urbaneren Lagen errichtet werden. Ein ausschließliches Ausweichen auf Randlagen führt zu Versorgungsproblemen in den inneren Stadtteilen sowie längeren Anfahrtswegen und wird den Genehmigungshürden diverser sozialer Einrichtungen nicht gerecht.“

    Und dann die kleine Mahnung an die stadteigene Wohnungsgesellschaft: „Gerade mit der LWB als kommunales Tochterunternehmen verfügt die Stadt über die Möglichkeit, dies beispielhaft in wirtschaftlich tragfähiger Weise darzulegen. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen, um in künftigen Verhandlungen mit Investoren konkrete, nachhaltige Beispiele für die Leipziger Neubauareale von morgen vorzeigen zu können. Durch positiv gemachte Erfahrungen (…) bzgl. der Konzeptverfahren des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung sowie des Liegenschaftsamtes kann das Schösserhaus als letzter noch erhaltener Teil der ehemaligen Schlossanlage und ältestes Baudenkmal Kleinzschocher nach Jahrzehnten des Leerstands noch gerettet werden.“

    Und baulich würde das hier genau passen: „Die baulichen Erfordernisse eines Kindergartens decken sich hierbei mit den städteplanerischen Überlegungen einer zum Landschaftsschutzgebiet hin abnehmenden Gebäudehöhe. Die Erfordernisse an Außenflächen ergeben Synergien mit der ohnehin nur eingeschränkten Nutzbarkeit des Landschaftsschutzgebiets für die Errichtung von Neubauten.“

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