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Am Eutritzscher Freiladebahnhof muss eine direkte Radschnellverbindung unbedingt berücksichtigt werden

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    Am Mittwoch, 13. März, entscheidet die Ratsversammlung über den Masterplan Eutritzscher Freiladebahnhof. Auch der ADFC Leipzig begrüßt das Konzept des autoarmen Quartiers und den Änderungsantrag für einen baulich getrennten Radweg entlang der Bahntrasse. Für den Radschnellweg Leipzig-Halle entlang des Bahnbogens Gohlis ist dieser Abschnitt entscheidend. Langjährige Beschlüsse sehen dort eine hochwertige Radverkehrsverbindung vor und müssen nun auch umgesetzt werden. Genau das fordert ja ein Änderungsantrag von SPD, Linken und Grünen.

    Denn in der Vorlage zum Masterplan scheint genau das zu fehlen. Immer stärker zeigt sich, wie schwer es der Stadt fällt, auf wertvollen innerstädtischen Baugrundstücken die notwendigen städtischen Infrastrukturen zu sichern, wenn ihr die Grundstücke nicht gehören. Und längst beschlossene sinnvolle Radrouten gehören nun einmal dazu.

    Eine Radschnellverbindung stellt für den Alltagsradverkehr eine attraktive, sichere und direkte Verbindung ohne Zeitverluste durch Kreuzungen in die Innenstadt dar, betont der ADFC. Mit der Bebauung des Eutritzscher Freiladebahnhofs bietet sich die einmalige Gelegenheit, ein wichtiges Teilstück der Radschnellverbindung in Richtung Halle von Beginn an mit zu bauen. Hierdurch können attraktive Mobilitätsalternativen für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort angeboten werden.

    Der ADFC Leipzig favorisiert eine direkte, umwegfreie und kreuzungsfreie Radschnellverbindung parallel zur S-Bahn, die vom Leipziger Hauptbahnhof durch Gohlis und Wahren bis nach Lützschena, Schkeuditz und weiter verläuft. Diese kann entscheidend dazu beitragen, die verkehrspolitischen Ziele der Stadt zu erreichen.

    Und auch Pendlerinnen und Pendler aus dem Stadtgebiet und dem Umland profitieren vom Angebot einer umwegfreien und komfortablen Radverkehrsverbindung in das Stadtzentrum. Dazu muss bei der Neubebauung des Eutritzscher Freiladebahnhofs der Raum für eine solche hochwertige Radinfrastruktur mitgedacht und freigehalten werden.

    Schon 2012 hat sich der Stadtrat im Radverkehrsentwicklungsplan (2010-2020) bereits für den Bahnbogen Gohlis, direkt neben den Gleisen ausgesprochen. Die Trasse am östlichen Rand des Plangebiets wurde im städtebaulichen Vertrag mit dem Investor als übergeordnete Hauptradroute festgeschrieben. Zusätzliche Bedeutung erhält diese Trasse durch die Studie der Radschnellwegkommission des Freistaates Sachsen, die ein großes Potential auf dem Korridor Leipzig – Halle (Saale) identifiziert hat. Eine umfassende Machbarkeitsstudie für die Metropolregion Mitteldeutschland ist gerade in Arbeit und soll bis Juni 2019 vorliegen und entsprechende Trassenpotenziale und Trassenführungen detailliert untersuchen.

    Verfügbare Flächen sind auch in einem komplett neuen Quartier kostbar. Sollte daher nach gründlicher Abwägung ein gesondert geführter Radweg nicht möglich sein, ist aus Sicht des ADFC eine Fahrradstraße, die den technischen Regelwerken für Radschnellverbindungen entspricht, am Ostrand des Geländes eine weitere denkbare Lösung. Der ADFC Leipzig spricht sich unabhängig von der letztendlich gewählten Führungsform für eine leistungsfähige, geradlinige Trasse aus, die sinnvoll und kreuzungsfrei nach Norden und Süden verlängert werden kann und einen deutlichen Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen auf ihren Wegen mit dem Fahrrad durch die Stadt bietet.

    Auch der Leipziger Ökolöwe begrüßt den Antrag zu einem richtigen Radweg am Bahnbogen. Aber er hat noch ein anderes Problem. Denn in den letzten Wochen wurde schon so gut wie jede Bebauung auf dem Gelände abgerissen. Doch trotz mehrmaliger Aufforderung werden dem Ökolöwen bis heute die artenschutzrechtlichen Unterlagen vorenthalten.

    „Nach Umweltinformationsgesetz ist die Behörde gesetzlich verpflichtet, die artenschutzrechtlichen Unterlagen zugänglich zu machen. Die einmonatige Frist zur Aushändigung ist schon längst verstrichen“, sagt Friederike Lägel, umweltpolitische Sprecherin des Ökolöwen. „Aktuell finden Abrissarbeiten statt und uns wird das Gutachten verwehrt. Diese Hinhaltung wirft Fragen auf. – Brachflächen sind Hotspots für biologische Vielfalt in Stadtgebieten. Das haben eigene Kartierungen 2016 auf dem Gelände des Freiladebahnhofs gezeigt. Damals wurde der Artenschutz missachtet!“

    Auf dem Gelände des ehemaligen Freiladebahnhofs wurden Rodungen vorgenommen und Lebensräume zerstört, obwohl bekannt war, dass dort die europäisch streng geschützte Zauneidechse angesiedelt ist. Seitens der Umweltschutzbehörde musste damals ein Baustopp veranlasst werden.

    In dem Verfahren werde deutlich, dass die Politik die Entscheidungen des Investors und der Verwaltung unter Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger aufmerksam prüfen muss. Daher begrüße der Ökolöwe den gemeinsamen Änderungsantrag von Grüne, Linke und SPD zum Bahnbogen Gohlis im Masterplan Eutritzscher Freiladebahnhof.

    Der Ökolöwe hat sich zusammen mit dem Bürgerverein Gohlis und weiteren Akteuren im Nachbarschaftsforum dafür stark gemacht, den Bahnbogen Gohlis im Masterplan festzuschreiben. „Der Bahnbogen Gohlis ist die grüne Radverbindung von Gohlis über Eutritzsch und dem Freiladebahnhof direkt zum Hauptbahnhof. So können Leipzigerinnen und Leipziger zukünftig abseits von stark befahrenen Hauptstraßen aus dem Leipziger Norden bis direkt ins Stadtzentrum gelangen, ohne mit dem Autoverkehr in Berührung zu kommen“, erklärt Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher des Ökolöwen.

     

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