Stadtbezirksbeitrat beantragt die Änderung der Verkehrsorganisation trotzdem noch 2020

Für alle LeserIm Schatten des für September geplanten EU-China-Gipfels in Leipzig hatte die Stadt einige Pläne storniert, die eigentlich zwingend umgesetzt werden sollten. Dazu gehört auch die schon 2017 vom Stadtrat beauftragte Umgestaltung des Lindenauer Marktes. Die Geschichte kocht seit 2015 und im Stadtbezirksbeirat Alt-West fragt man sich jetzt zu Recht, warum die Stadt nach Absage des Gipfels am Lindenauer Markt vor 2021 trotzdem nichts tut.
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Dass die späte Absage des Gipfels, der vor allem in der Leipziger Innenstadt stattfinden sollte, eine rechtzeitige Ausschreibung der Bauarbeiten nicht möglich gemacht hat, versteht man auch im Stadtbezirksbeirat Alt-West, der seit Jahren darum kämpft, dass der Lindenauer Markt vor allem für Fußgänger sicherer wird.

Doch der EU-China-Gipfel wird 2020 nicht in Leipzig stattfinden. Damit entfällt der Grund der Verschiebung des Umbaus. Zumindest die verkehrsrechtlichen Anordnungen können deswegen bereits jetzt umgesetzt werden, war die einhellige Meinung in der Sitzung des Stadtbezirksbeirates am Mittwoch, 1. Juli.

Dies sei auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie notwendig. Gemäß der sächsischen Corona-Schutzverordnung ist ein Mindestabstand von Personen von 1,5 Meter im öffentlichen Raum angeraten. Dies sollte an einem Hotspot des Fußverkehrs in Leipzig seitens der Stadtverwaltung ermöglicht werden, betont der Stadtbezirksbeirat in seinem Antrag für den Leipziger Stadtrat.

„Auch uns als Stadtbezirksbeirat geht die Umsetzung der Verkehrswende zu langsam. Deswegen haben wir uns entschlossen, die für 2021 angekündigten Veränderungen der Verkehrsbeziehungen am Lindenauer Markt schon für 2020 einzufordern“, betont Volker Holzendorf, der für die Grünen Mitglied im Stadtbezirksbeirat Altwest ist.

„Die fußgängerfreundlichere Verkehrsführung am Lindenauer Markt ist auch wegen der Corona-Schutzmaßnahmen dringend gefordert. Das 1,5 m Abstandsgebot kann nur eingehalten werden, wenn die vor den Geschäften wartenden Kunden und Kundinnen Platz bekommen. Dafür müssen endlich die parkenden Autos weichen!“

Und es ist ja kein Experiment mehr, bei dem unerwartete Folgen zu erwarten wären. Im Gegenteil.

„Der Stadtbezirksbeirat Altwest hat bereits 2018 und 2019 während der europäischen Mobilitätswoche (EMW) den Lindenauer Markt größtenteils autofrei gestaltet“, betont Holzendorf. „Nun ist es an der Zeit, diesen Zustand auf Dauer zu stellen. Das wäre ein schöner Beitrag der Stadtverwaltung Leipzig für die EMW 2020.“

Und die Pläne sind alle fertig, die Umgestaltung ist vom Stadtrat 2019 zur Kenntnis genommen worden. Die verkehrsrechtlichen Änderungen könnten auch ohne Umbaumaßnahmen jetzt schon vorgenommen werden.

Der Antrag des Stadtbezirksbeirats verweist auf diese Vorlage: „Aus der Vorlage VI-DS-03256-Ifo-01 Umgestaltung des Lindenauer Marktes geht hervor, welche verkehrsrechtlichen Anordnungen gemeint sind. Uns geht es insbesondere um die Durchfahrtverbote für den motorisierten Individualverkehr an der Nordseite des Lindenauer Marktes und vor dem Restaurant Olea. Beides ist aufgrund der vorhandenen Verkehrszeichenpläne, die für die Europäische Mobilitätswoche 2018 und 2019 auf dem Lindenauer Markt erstellt wurden, ohne weitere Planung im Prinzip sofort umzusetzen.“

Das mediterrane Restaurant Olea befindet sich an der Spitze zwischen Kuhturmstraße und Dreilindenstraße. Mancher erinnert sich hier noch an die Gaststätte „Zum Schotten“.

Wenn wenigstens die Verkehrsorganisation schon einmal geändert wird, kann der Lindenauer Markt noch in diesem Jahr eine spürbar bessere Aufenthaltsqualität bekommen. Und so beantragt der Stadtbezirksbeirat Altwest: „Die für 2021 geplanten verkehrsrechtlichen Anordnungen am Lindenauer Markt werden bis zum 4. Quartal 2020 umgesetzt. Die finanziellen Mittel werden bereitgestellt.“

2020 wird der Lindenauer Markt endlich fußgängerfreundlich umgestaltet

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