Die Komplettsanierung der Leipziger Hauptfeuerwache am Goerdelerring ist nach viereinhalb Jahren Bauzeit abgeschlossen. Mit der Übergabe durch Oberbürgermeister Burkhard Jung, Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal, den Staatssekretär des Inneren Dr. Frank Pfeil sowie den Leitenden Branddirektor Axel Schuh an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branddirektion wurde sie am Donnerstag, 6. Oktober, feierlich wiedereröffnet.

„Mit der abgeschlossenen Sanierung ist die Anforderung an eine moderne Feuerwache im Einklang mit dem Denkmalschutz perfekt umgesetzt worden“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung bei der Gelegenheit.

„Es galt, das Gebäude energetisch zu sanieren und in einen Zustand zu bringen, dass die Kameradinnen und Kameraden der Branddirektion Arbeitsbedingungen vorfinden, die den heutigen Ansprüchen gerecht werden. Gleichzeitig wurde eine architektonische Perle neu entdeckt und der historische Bestand in zentraler Lage, sicht- und wahrnehmbar für die Leipzigerinnen und Leipziger, erhalten.“

„In das historische Gebäude am Ring ziehen insgesamt 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – neben den Einsatzkräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes unter anderem auch die Amtsleitung, die Verwaltung, der Katastrophenschutz und Teile des Einsatzdienstes“, ergänzte Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal. „Zudem werden bei Katastrophenlagen der Führungsstab der Branddirektion sowie der Verwaltungsstab der Stadt Leipzig von der neuen Hauptfeuerwache aus agieren.“

Hinter insgesamt 13 Torausfahrten stehen unter anderem ein Drehleiter-Fahrzeug, zwei Rettungswagen, ein Einsatzleiter-Fahrzeug, ein Kindernotarztwagen, ein Desinfektionsrettungswagen und ein Rüstwagen.

Warum die Sanierung überfällig war

„Der Modernisierungs- und Instandsetzungsbedarf war enorm“, erläutert Axel Schuh, Leiter der Branddirektion. „Alle technischen Anlagen, ob Sanitär, Heizung, Elektro, Werkstatt und Aufzug waren total verschlissen. Fenster und Türen schlossen nicht mehr dicht. Die Fassaden waren in einem schlimmen Zustand und der straßenseitige Dachkasten war schon mit einem Netz notgesichert. Auch der Innenputz bröckelte innen und die Farbe fiel herunter. Die Fußböden gaben unter der intensiven Nutzung nach. Belange des baulichen Brand- und Arbeitsschutzes waren nicht mehr eingehalten.“

Duie sanierte Hauptfeuerwache. Foto: Michael Freitag
Die sanierte Hauptfeuerwache. Foto: Michael Freitag

Das Gebäude der Hauptfeuerwache war im Jahr 1881 vom Leipziger Architekten Max Bösenberg im Stile des Historismus errichtet worden und zwischen 1928 und 1930 von Stadtbaurat Hubert Ritter im Stile der Neuen Sachlichkeit überformt und erweitert worden.

Bei der nun erfolgten Kompletterneuerung wurde das Gebäude fast vollständig entkernt. Neben statischen Ertüchtigungen von Wänden und Decken musste der erforderliche Brandschutz hergestellt werden, was bei Holzbalkendecken bzw. historischen Bundwänden eine besondere Herausforderung darstellte.

Die Stromversorgung ist durch eine Netzersatz-Anlage für einen Stromausfall gerüstet. Eine große Lüftungsanlage versorgt all die Räume mit vorkonditionierter Luft, die sie benötigen. Neben Brandmeldeanlage, Abgasabsaugung für die Einsatzfahrzeuge gibt es auch einen speziellen Wachalarm für die Kameraden des Einsatzdienstes.

30 Millionen Euro für die Komplettmodernisierung

Im Erdgeschoss befinden sich die Fahrzeughallen mit dahinterliegenden Spezialwerkstattbereichen. Im ersten Obergeschoss sind die Ruheräume der Einsatzkräfte untergebracht. Mit nun nur noch maximal zwei Betten pro Zimmer anstatt eines großen Schlafsaals wurden die Bedingungen für den 24-Stundendienst weiter optimiert.

Darüber sind die Büros und Beratungsräume, auch die Küche für die Einsatzkräfte angeordnet. Mit innovativer Technik ausgerüstet sind der für außerordentliche Ereignisse vorgesehene Führungsstabsraum in der zweiten Etage und der Verwaltungsstabsraum in der dritten Etage.

Architektonisch galt es, das historische Erscheinungsbild originalgetreu nach Befundung wiederherzustellen. Straßenseitig wurde ein Wärmedämmputz unter dem Kratzputz integriert, der einen Glimmeranteil besitzt und je nach Sonnenstand wunderbar glänzt.

Hofseitig wurden die Klinkerfassade gereinigt, alle Fugen entfernt und dann neu verfugt. Abschließend wurde die gesamte Fassade noch hydrophobiert. Die aus energetischen Gründen erforderliche Fassadendämmung konnte wegen des Denkmalschutzes nur als noch eine Innendämmung ausgeführt werden.

Begonnen hatte die Kompletterneuerung der Haupt- und Nebengebäude inklusive energetischer Sanierung im März 2018. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 30,6 Millionen Euro. Fördermittelgeber mit zusammen 14,2 Millionen Euro waren dabei der Freistaat Sachsen und der Bund. Aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ werden die Durchführung von Investitions- und Erhaltungsmaßnahmen in die kommunale Infrastruktur unterstützt.

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Keine Kommentare bisher

Also fertig, dann habe ich nur eine Frage wo ist der Schriftzug auf der Vorderseite hin?

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