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Moskauer Studierende wollen im Oktober mithelfen, die Ikonen in der Russischen Gedächtniskirche zu restaurieren

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    Leipzig hat mit der Russischen Gedächtniskirche St. Alexis zu Leipzig ein ganz besonders Kleinod. Seit 1913 erinnert es an die russischen Gefallenen in der Völkerschlacht. Und gleichzeitig ist die Kirche ein bis heute genutzter sakraler Ort mit beeindruckenden Kunstwerken. Dazu gehören die riesigen Ikonen. Aber die brauchen jetzt Hilfe.

    Studierende des renommierten Moskauer Kunstinstitut Surikov, eine der führenden Kunstschulen Russlands, werden im Oktober zu einem vierwöchigen Studienaufenthalt nach Leipzig eingeladen. Gemeinsam mit hiesigen Studenten und Restauratoren werden sie an der Restaurierung der Ikonen der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig mitwirken. Das Projekt ist eine Mischung aus interkulturellem Austausch und Praxisseminar. Aber es muss auch finanziert werden, weshalb jetzt eine Crowdfunding-Aktion gestartet ist, damit es zustande kommt.

    Zum Gedenken an die gefallenen russischen Soldaten der Völkerschlacht wurde die Kirche 1913 gemeinsam von Russen und Deutschen erbaut. Sie gilt als der wichtigste russische Kirchenbau in Deutschland und ist ein architekturgeschichtlich und künstlerisch bedeutendes Denkmal. Bis heute dient sie als Begegnungsstätte und Gotteshaus der hiesigen orthodoxen Gemeinde.

    Aber warum sollten jetzt russische Kunststudenten nach Leipzig kommen, um Ikonen zu restaurieren?

    Das scheint auf den ersten Blick mehr als ungewöhnlich. Was viele nicht wissen: In Leipzig gibt es in der Russischen Gedächtniskirche St. Alexis eine der größten Ikonenwände in Europa. Die Ikonostase hat in Größe und Komplexität selbst für die Verhältnisse von Kirchen in Russland eine außergewöhnliche Dimension: Auf 18 Meter Höhe, 10 Meter Breite und in 7 Rängen sind 78 Ikonen zu finden.

    Die Ikonen werden nun zum ersten Mal restauriert. Diese einzigartige Möglichkeit soll genutzt werden, um gemeinsam mit angehenden russischen Fachkräften an dieser bedeutenden Ikonenwand zu arbeiten. Neben dem fachlichen Austausch geht es auch um interkulturelle Verständigung. Gemeinsam an einem außergewöhnlichen Projekt zu arbeiten, sich fachlich zu ergänzen und voneinander zu lernen, bietet dafür die besten Voraussetzungen.

    Maria-Ikone vor und nach der Restaurierung. Foto: Kunstretter e.V.
    Maria-Ikone vor und nach der Restaurierung. Foto: Kunstretter e.V.

    Zum Studienaufenthalt gehören Seminare zu Themen des Denkmalschutzes und der Restaurierung. Ein Ausflug nach Dresden wird an die Hochschule für Bildende Künste und an das Landesamt für Denkmalpflege führen. In Leipzig sind die Moskauer Studierenden zum Stammtisch der Restauratoren eingeladen und sie werden die Gelegenheit bekommen, die Hochschule für Grafik und Buchkunst kennenzulernen.

    Die technischen Kosten für die Restaurierung sind aus Fördermitteln abgedeckt.

    Aber um das Austauschprojekt mit den russischen Studierenden realisieren zu können, bleibt nur der Weg des Crowdfundings – die neue Art der Projektfinanzierung, bei der viele Menschen gemeinsam eine Idee oder ein Projekt finanzieren, teilt der Verein Kunstretter mit, der das Projekt trägt. Das Geld wird gebraucht für Kosten der Reise und des Aufenthaltes der sechs russischen Studierenden und eines Dozenten.

    Kunstretter e. V. ist ein Zusammenschluss kunst- und kulturinteressierter Menschen. Der gemeinnützige Verein bemüht sich um die Realisierung von Restaurierungsprojekten für Kunstwerke von kulturhistorischem Wert aus dem Leipziger Raum. Sie wollen das Interesse der Gesellschaft für deren Besonderheiten, Geschichte und identitätsstiftenden Aspekte wecken und zu ihrer verdienten öffentlichen Wertschätzung beitragen.

    Mitmachen bei dieser Finanzierung des Austauschprojekts kann man schon ab 5 Euro.

    In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

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