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Auf Dasistleipzig.de sammelt Leipzigs Kultur- und Kreativszene jetzt alle Unterstützerangebote in der Corona-Krise

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    Die Not der Leipziger Kultur- und Kreativszene ist aktuell groß. Egal ob Künstler/-innen, Kultur- und Kreativschaffende, Club- und Kulturhausverantwortliche oder Inhaber/-innen von Unternehmen der Kreativwirtschaft – sie allen kämpfen mit Corona-bedingten Veranstaltungsabsagen, Honorarausfällen und Auftragsverlusten mit enormer wirtschaftlicher Auswirkung. Jetzt soll eine Seite alle Aktivitäten zur Unterstützung der Leipziger Kulturszene bündeln.

    Besonders die Kulturschaffenden der Freien Szene können nur wenige Rücklagen bilden und sind auf laufende Einnahmen angewiesen. Dass Clubs, Theaterhäuser, Museen, Soziokulturelle Zentren und Kunsträume schließen, ist wichtig, es darf aber nicht das existentielle Aus für Kulturschaffende und Freie Träger nach sich ziehen, betonte am Donnerstag, 26. März, Mandy Gehrt, Sprecherin für Kultur der Linksfraktion im Stadtrat zu Leipzig: Wir brauchen jetzt schnelle und unkomplizierte Unterstützung für den Kulturbereich, sowohl für die Eigenbetriebe und Museen als auch für Institutionen und Projekte in Freier Trägerschaft. Innerhalb kurzer Zeit wurden zwar bereits private Hilfsaktionen ins Leben gerufen, doch Crowdfunding und Spenden können nicht die einzige Antwort sein.“

    Die Stadt Leipzig prüfe momentan Unterstützungsmaßnahmen und sei dazu auch im Dialog mit der Initiative Leipzig + Kultur. Bisher wird den Trägern seitens des Kulturamtes angeraten, Veranstaltungen in die zweite Jahreshälfte zu verschieben (bei gleichbleibendem Projektabschluss zum 31.12.2020) oder das Angebot umzustrukturieren. Die Kulturbürgermeisterin hat in einem Interview zugesichert, dass bereits getätigte Ausgaben für Angebote, die ausgefallen sind, nicht zurückgefordert werden.

    „Das geht uns jedoch nicht weit genug“, sagte Mandy Gehrt. „Wir fordern als erste Maßnahme eine Verlängerung der Projektlaufzeiten bis mindestens 31.03.2021. Außerdem fordern wir, dass die im Haushalt bereitgestellten und bereits bewilligten Projektgelder an die Träger ausgezahlt werden, unabhängig davon, ob die Projekte später, unter veränderten Bedingungen oder notfalls gar nicht stattfinden. So hat es z. B. die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen beschlossen.“

    Das Soforthilfeprogramm „Sachsen hilft sofort“ stellt zwar zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen Darlehen zur Verfügung. Das möge kurzfristig helfen, verschiebe das Problem langfristig aber nur nach hinten, so Gehrt.

    „Kann der jetzige Einnahmeausfall später zusätzlich erwirtschaftet werden? Im schlimmsten Fall droht dadurch eine Verschuldung. Einzurichten wären vielmehr Nothilfefonds mit existenzsichernden Zahlungen für durch die Krise in Not geratene Institutionen, Vereine und freischaffende Künstler/-innen, die nicht zurückgezahlt werden müssen sowie eine Grundsicherung für die Freien Kulturschaffenden für die gesamte Zeit der Krise. Andere Bundesländer und Städte agieren schon jetzt viel weitsichtiger. Das wünschen wir uns auch von Leipzig und dem Freistaat Sachsen.“

    Also versucht Leipzigs Kultur-Szene jetzt erst einmal, die eigenen Aktivitäten zu bündeln.

    Sie initiiert Crowdfunding-Aktionen, realisiert Live-Streaming für Kulturakteure oder erstellt Soli-Playlists für Musiker/-innen. Fast täglich werden neue Unterstützungsangebote umgesetzt und – mit Unterstützung aus den Kreativ-Netzwerken – Veranstaltungen und Projekte transformiert, digital aufbereitet und verbreitet. Während das Engagement aus und für die Szene beständig wächst, schwindet dabei freilich die Übersichtlichkeit sowohl für Kultur- und Kreativschaffende, als auch für interessierte und Unterstützungswillige Leipziger/-innen.

    Auf der Plattform Dasistleipzig.de, eine Idee der Verbände Kreatives Leipzig, Leipzig + Kultur und IG Livekommbinat Leipzig, werden daher ab sofort Unterstützungsmöglichkeiten und -bedarfe, Livestream-Angebote und durch Leipziger/-innen initiierte Hilfsangebote aus und für Leipzig gesammelt und veröffentlicht.

    Dasistleipzig.de diene dabei der Leipziger Kultur- und Kreativszene und versteht sich als organisch wachsende Plattform unter der Beteiligung der Kultur- und Kreativschaffenden selbst, betont Maria Köhler aus dem Vorstand von Kreatives Leipzig e. V.

    Dasistleipzig.de soll aber nicht nur ein „Hilferuf der Kultur- und Kreativszene“ sein. Geplant sind zahlreiche Live-Streams und Streaming-Angebote zu früheren Auftritten Leipziger und internationaler Heroes, damit der Leipziger Veranstaltungskalender auch in schwierigen Zeiten so prall gefüllt ist, wie gewohnt.

    Unter hilfe.dasistleipzig.de besteht zudem die Möglichkeit, eigenen Unterstützungsbedarf und/oder Unterstützungsangebote, sei es konkrete Dienstleistungen oder Netzwerkpower, Fachwissen oder einfach nur GoodVibes zu veröffentlichen und unkompliziert zueinanderzufinden.

    „Was uns ganz besonders freut, ist die Tatsache, dass nicht nur die Verantwortlichen in Bund und Land an Unterstützungsmaßnahmen für die Branche arbeiten, wie man täglich in allen Medien sehen kann. Auch auf kommunaler Ebene werden derzeit zielgerichtete Programme für Kultur- und Kreativschaffende entwickelt“, betont Maria Köhler.

    „An dieser anspruchsvollen Arbeit sind Vertreter/-innen von Kreatives Leipzig, Leipzig + Kultur und IG Livekommbinat Leipzig von Beginn beteiligt. Gemeinsam mit dem Kultur-, dem Wirtschafts- und dem Finanzdezernat suchen wir in einem wöchentlichen Jour fixe nach den besten Lösungen für die Szene. Eine konkrete Unterstützung geht bereits mit der Realisierung der Plattform einher, das Amt für Wirtschaftsförderung hat finanzielle Unterstützung für die redaktionelle Pflege der Datenbank zugesagt. Vielen herzlichen Dank!“

    Veranstaltungshinweise, Unterstützungs-Aktionen, branchenrelevante Informationen sammelt Kreatives Leipzig e. V. unter kontakt@dasistleipzig.de.

    Ein Spiel auf Zeit: Die neue Leipziger Zeitung zwischen Ausgangsbeschränkung, E-Learning und dem richtigen Umgang mit der auferlegten Stille

     

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