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Das Leipziger Jahr 2015 reiht sich ein in die Kette zu warmer Jahre

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    Das Jahr 2015 reiht sich auch in Leipzig ein in die Reihe der zu warmen Jahre. Der warme Dezember gab am Ende zwar noch einmal das Gefühl, dass die Jahreszeiten endgültig durcheinander geraten sind. Aber jetzt, da die Zahlen so ziemlich alle beieinander sind, steht fest: ein Rekordjahr wird es nicht. Trotz der heißen Tage im Sommer.

    Eher war es durch ein anderes Extrem geprägt: den mangelnden Niederschlag. Was in anderen Jahren reichlich und manchmal zu viel vom Himmel kam, das fehlte in diesem Jahr besonders in den ersten, für die Landwirtschaft so wichtigen, Monaten. Der März war fast niederschlagsfrei und auch in den Folgemonaten blieb die Feuchtigkeitsausbeute recht kläglich. Es war dann sogar erst der Sommermonat August, der erstmals wieder ordentlich Wasser in die Kanalisation spülte – aber für die Landwirtschaft kam das natürlich zu spät.

    Aber nicht nur in Leipzig haben die Meteorologen geschaut, ob dieses Jahr nun das Vorjahr toppen würde, als die Durchschnittstemperatur mit 11,0 Grad in Regionen kam, in denen die historischen Leipziger Spitzenwerte liegen. Doch auch 2014 wurde der Rekord des Jahres 2000 mit 11,2 Grad nicht geknackt. Es wurde das drittwärmste Jahr in der Zeitspane, in der Leipzig überhaupt systematisch gemessen wird. Das zweitwärmste Jahr war das Jahr 1934 gewesen mit 11,1 Grad Celsius.

    So ungefähr war das auch in der ganzen Bundesrepublik: „Das Jahr 2015 war mit 9,9 Grad Celsius (°C) um 1,7 Grad wärmer als das Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +1,0 Grad. Am 5. Juli sowie am 7. August kletterte das Quecksilber im unterfränkischen Kitzingen auf 40,3 °C und damit so hoch wie noch nie zuvor in Deutschland. Die kälteste Nacht registrierte der DWD am 4. Februar in Merklingen auf der Schwäbischen Alb mit -20,4 °C“, meldete der Deutsche Wetterdienst.

    Er ging auch auf die beiden anderen Besonderheiten des Jahres ein. Die erste war natürlich der extreme Niederschlagsmangel im Frühjahr: „Die Niederschlagsmenge blieb im Jahr 2015 mit 688 mm pro Quadratmeter (l/m²) um 13 Prozent unter dem Soll von 789 l/m². Besonders die Mitte Deutschlands litt ab Februar unter einer Dürre, die im Sommer auch den Süden erfasste und mit kurzen Unterbrechungen bis zum Jahresende andauerte.“

    Und das andere war die große Ausbeute an Sonnenstunden: „Mit 1.723 Stunden erreichte der Sonnenschein 113 Prozent seines Solls von 1.528 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne nach Beobachtungen des DWD auf Rügen, im Breisgau und in der Lausitz mit mehr als 2.000 Stunden, am wenigsten schien sie 2015 im Sauerland mit kaum 1.500 Stunden.“

    Auch die sächsischen Werte meldete der Wetterdienst schon am 30. Dezember: „Hier registrierten die DWD-Experten 10,0 °C (8,1 °C) und 625 l/m² (699 l/m²). Mit rund 1.875 Stunden (1.549 Stunden) war Sachsen 2015 das sonnigste Bundesland. Kräftige Nassschneefälle führten am 14. Oktober verbreitet zu Schneebruch.“

    Wobei ja schon der Waldzustandsbericht zeigte, dass es auch innerhalb Sachsens deutliche Unterschiede gab. Denn die größeren Niederschlagsmengen gab es im Bergland. Dafür litt gerade das Tiefland um Leipzig unter besonders geringen Niederschlagsmengen.

    Waren die vorhergehenden Jahre davon geprägt, dass es jedes Mal mehr als die durchschnittlich üblichen 511 Liter Wasser je Quadratmeter gab, so kam das trockene Jahr 2015 nur auf 477 Liter, ein Minus von fast 7 Prozent. Das führte dann dazu, dass auch die Weiße Elster über Monate Niedrigwasser führte.

    Bei der Sonnenscheindauer war es dann andersherum. Hatte man in den Vorjahren zumeist den Eindruck, dass die dicken Wolken gerade im Sommer gar nicht mehr weichen wollten, so erreichte das Jahr 2015 mit knapp 1.940 Sonnenstunden einen überdurchschnittlichen Wert, auch wenn die Werte von 2003 (2.086) und 2011 (2.043) nicht erreicht wurden. Aber der erreichte Wert liegt trotzdem deutlich über dem langjährigen Leipziger Mittel von 1.494 Sonnenstunden.

    Und wo landete Leipzig nun bei der Temperatur?

    10,8 Grad waren es am Jahresende, wenn man kulant ist. Und damit lag auch das Jahr 2015 in der immer längeren Reihe von Jahren, in denen die Durchschnittstemperaturen deutlich über dem langjährigen Mittel von 8,8 Grad Celsius lagen. In diesem Fall knapp 2 Grad. Womit sich das Jahr 2015 in die Reihe der wärmsten Jahre einreiht: dem erwähnten Jahr 2000 (11,2 Grad), dem Jahr 2014 (11,0 Grad) und dem Jahr 1997 (10,9 Grad). Mit den Jahren 1990 und 1999 (10,8 Grad) liegt es praktisch gleichauf. Es sei denn, die Meteorologen müssen am Ende noch ein bisschen abrunden. Dann sind es immer noch 10,7 Grad.

    Und die Tendenz ist klar: Das Wetter in dieser Region wird wärmer, sonnenscheinreicher und niederschlagsärmer.

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