Der jüngste Wintereinbruch täuschte auch so manchen Sachsen darüber hinweg, dass sich auch im Freistaat Sachsen das Klima ändert und es messbar immer wärmer wird, dafür immer öfter das Wasser fehlt. Das gilt auch für die Messungen im Jahr 2025, deren Ergebnisse das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch, dem 21. Januar, beim 14. Pressegespräch „Wetter trifft auf Klima“ in Dresden vorgestellt haben.
2025 war zwar kein Jahr der Extreme, aber geprägt von unterschiedlich wahrgenommenen Gegensätzen. Das aktuelle wichtigste Problem ist: Während für die Landwirtschaft nach der ausgeprägten Frühjahrstrockenheit der Regen noch zur rechten Zeit kam, ist der Wasserhaushalt in Sachsen nach wie vor nicht ausgeglichen. In Sachsen herrscht eine ausgeprägte hydrologische Trockenheit.
Viel zu warm und zu wenig Niederschläge
Mit +1,6 Grad im Vergleich zur Klimareferenzperiode war das Jahr 2025 nicht das wärmste, aber erneut auf einem sehr hohen Temperaturniveau. Es wurde als „viel zu warm“ eingestuft, sodass sich der Erwärmungstrend der letzten Jahre fortsetzt. Zudem lagen, mit Ausnahme des Monats Mai, alle Monate über dem langjährigen Klimamittel 1961–1990. Die höchste monatsbezogene Abweichung zeigte der Januar mit +3,6 Grad.
Markante Abweichungen zeigten sich aber erst recht beim Jahresniederschlag mit einem Defizit von 19 Prozent im sachsenweiten Mittel und bei der Anzahl der Sonnenstunden mit einem Überschuss von 31 Prozent. Das sind 11 Prozent mehr als 2024, sodass das Jahr 2025 als „extrem zu sonnenreich“ eingeordnet wurde.
Mit –51 Prozent zeigte der April eines der höchsten Niederschlagsdefizite und wurde als „zu niederschlagsarm“ eingestuft. Besonders auffällig war, dass ab Dezember 2024, mit Ausnahme des Januars, bis Juni 2025 alle Monate zum Teil deutlich zu wenig Niederschlag aufwiesen. Hier spielten wiederholt aufgetretene blockierende Wetterlagen eine entscheidende Rolle. Unrühmlicher Spitzenreiter war der Dezember mit 70 Prozent weniger Niederschlag.
Dem gegenüber stehen die niederschlagsreichen Monate Juli mit +71 Prozent und September mit +47 Prozent. Das Plus im Juli stand mit einer ausgeprägten Trogwetterlage direkt über Mitteleuropa im Zusammenhang.
Die innerjährliche Niederschlagsverteilung in Sachsen ist zunehmend ungleichmäßig. Insbesondere die Andauer und Regenerationstendenz von Wetterlagen hat sich erhöht. Das zeigte sich beispielsweise in der lang andauernden Frühjahrstrockenheit. Die Monate mit einem Niederschlagsüberschuss resultieren meist aus Starkregenereignissen. Der klassische „Landregen“ ist weiter auf dem Rückzug in Sachsen.
Wasserbilanz im Minus
Da sich die potenzielle Verdunstung weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt, wirkt sich das hohe Niederschlagsdefizit besonders deutlich bei der klimatischen Wasserbilanz aus, die aus Niederschlag minus Verdunstung berechnet wird. Gegenüber der Klimareferenzperiode 1961–1990 reduzierte sich die klimatische Wasserbilanz im Sachsenmittel von +213 Litern pro Quadratmeter auf –43 Liter pro Quadratmeter.
Das ist ein starkes Signal für sachsenweit aufgetretene sehr trockene Bedingungen im Jahr 2025. Ein maßgeblicher Treiber ist das starke Niederschlagsdefizit in den Frühjahrsmonaten und am Ende des Jahres. Auch die sehr hohen Verdunstungsraten spielen dabei eine große Rolle.
Aus Sicht des Wasserhaushaltes war das Abflussjahr 2025 geprägt von deutlich unterdurchschnittlichen Niederschlägen und einem sich seit 2018 weiter verschärfenden kumulativen Niederschlagsdefizit, das sich mittlerweile in der Größenordnung eines Jahresniederschlages bewegt. Am Ende des Abflussjahres 2025 lag die gesamte klimatische Wasserbilanz mit 47 Litern pro Quadratmeter deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 1991–2020, der bei 223 Litern pro Quadratmeter lag. Deshalb konnten Boden- und Grundwasserspeicher nicht vollständig gefüllt werden und die Trockenheit dauerte weiter an.
Der Bodenwasserhaushalt 2025 war im Frühjahr und im Sommer bis Anfang Juli von einer starken Zehrung der Bodenwasservorräte geprägt, der Deutsche Wetterdienst sprach von einem regelrechten Absturz der Bodenfeuchte. Der niederschlagsreiche Monat Juli sorgte für eine Auffüllung der Speicher bis in den normal-feuchten Bereich. Beobachtet wurde aber auch, dass auf leichten und mittleren Böden in der Jahressumme nur eine außergewöhnlich geringe Grundwasserneubildung stattfand.
Die Grundwasserstände in Sachsen lagen zum zwölften Mal in Folge unter dem vieljährigen Mittel, mit einem der stärksten Defizite seit Messbeginn vor über hundert Jahren. Das aktuelle Defizit im Grundwasser, das nur von den Jahren 2020, 2019 und 1991 übertroffen wurde, wird sich durch anhaltende Trockenheit im Winter 2025/2026 im Laufe des Jahres weiter verschärfen.
In den Flüssen und Bächen lagen die Jahresdurchflüsse vielfach bei nur 30 bis 70 Prozent des Mittelwertes, mit einem ausgeprägten Niedrigwasser insbesondere im Sommer. Das Abflussjahr 2025 zählt mit Blick auf die Wasserführung der Fließgewässer zu den trockensten der vergangenen zehn Jahre.
Für die Elbe bedeutete das, dass sie zehn Monate lang so wenig Wasser führte, dass Schifffahrt praktisch nicht möglich war.
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